Kann man tatsächlich umweltfreundlich im Internet shoppen?

Wie viel Abfall anfällt, ist sowohl vom Anbieter wie auch von der Konsumentin abhängig Wie viel Abfall anfällt, ist sowohl vom Anbieter wie auch von der Konsumentin abhängig

Im Internet shoppen ist praktisch und kann Zeit sparen. Ob wohl unser Portemonnaie und die Umwelt auch Fans davon sind?

Heutzutage erfreut sich das Online-Shopping zunehmender Beliebtheit – insbesondere in der Zeit, als Geschäfte aufgrund der Pandemie nur noch begrenzt zugänglich waren, ist der online Handel unverzichtbar geworden. Viele Händler sehen darin eine Chance, mit besonderen Angeboten und Aktionen Kunden zu erreichen. Und sie haben damit Erfolg, denn die Zahl der Online-Käufer steigt jedes Jahr. 

Statistische Erhebungen zeigen, dass im Jahr 2022 bereits mehr als 2,1 Milliarden Menschen online eingekauft haben. Dank der digitalen Modernisierung können Sie bequem von zu Hause aus Gegenstände und Dienstleistung aller Art einkaufen und sich die Waren direkt nach Hause liefern lassen. Verschiedentlich lässt sich dabei auch noch von Sonderangeboten profitieren, wie etwa mittels der Gutscheine von Rewardo.ch. Doch nun stellt sich die Frage nach der Nachhaltigkeit.

Ist Online-Shopping nachhaltig?

Manch einer mag die Ansicht teilen, dass Online-Shopping umweltfreundlich ist. Schliesslich fährt man nicht für jede Kleinigkeit los und der Wagen bleibt in der Garage. Leider trifft es nur bedingt zu, dass man nachhaltig handelt, wenn man im Internet bestellt. Folgende Aspekte haben erheblichen Einfluss auf die CO2-Bilanz:

  • ungeplanter Konsum
  • Retouren
  • Versand
  • Verpackungsmaterial

Ungeplanter Konsum

Das Internet bietet unendlich viele Auswahlmöglichkeiten von Produkten samt den wichtigen Informationen dazu. Darunter befinden sich auch viele Dinge, die im Einzelhandel nur schwer zu finden sind. Durch den Online-Handel wird es einfacher, auch an solche Produkte zu kommen. Allerdings kann das Überangebot die Kunden zu höherem und ungeplantem Konsum verführen. Stetig steigende Umsätze im Online-Handel, insbesondere bei Bekleidung, Elektronik und Schuhen, welche zusammen mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes ausmachen, belegen dies.

Retouren

Das Überangebot und die schnelle Verfügbarkeit führen unweigerlich dazu, dass viele Verbraucher ihre Online-Einkäufe zunehmend zurückgeben. Besonders betroffen ist der Bekleidungssektor. Online-Käufer bestellen viele Kleidungsstücke in mehreren Grössen, um zu Hause eine Auswahl treffen zu können. Jedes sechste Paket wird zurückgeschickt. Überschlagen sind das 280 Millionen Pakete und 487 Millionen Artikel, die 238.000 Tonnen CO2 erzeugen – eine immense Belastung für die Umwelt. Hinzu kommt, dass einige zurückgegebene Neuwaren vernichtet werden. Besonders bei Produkten zu Tiefstpreisen, denn je billiger ein Artikel ist, desto weniger lohnt es sich, ihn zu prüfen und neu zu vermarkten.

Versand

Gleichzeitig nimmt die Zahl der Express- und Prime-Sendungen jedes Jahr zu. Der Versand von mehreren Paketen für eine Bestellung an eine Adresse verschwendet zudem deutlich mehr Ressourcen. Nach Angaben des Paketdienstes DHL verursacht jedes Paket, das über die Post verschickt wird, 500 Gramm CO2-Emissionen, was einer durchschnittlichen Strecke von rund vier Kilometern mit dem Pkw entspricht.

Verpackungsmaterial

Durch den Paketversand wird im Online-Handel besonders viel Verpackungsmaterial eingesetzt, je nach Anforderung der Ware kommt noch zusätzliches Polstermaterial hinzu, häufig in Form von Luftpolsterkissen aus Plastik. Nach Angaben des Verbandes kommunaler Unternehmen verändert sich auch die Zusammensetzung der Papier- und Kartonabfälle in unseren Altpapiertonnen deutlich. Mittlerweile landen fast 71 Prozent der Verpackungen in der Altpapiertonne und der Verbrauch von Verpackungsabfällen ist seit 1996 um 540 Prozent gestiegen.

Kann man umweltfreundlich im Internet shoppen?

Es liegt vor allem am Verbraucher. Wer umweltfreundlicher einkaufen will, muss seine eigenen Einkaufsgewohnheiten kritisch hinterfragen. Wie viel und was bestelle ich online?

  • Fragen Sie sich, ob Sie das Produkt nicht auch in einem Geschäft vor Ort bekommen können – vielleicht in einem Lädchen, das zu Fuss oder mit dem Fahrrad erreichbar ist.
  •  Kaufen Sie bei möglichst wenigen verschiedenen Händlern ein und legen Sie die Bestellungen zusammen.
  • Verteilen Sie die Einkäufe nicht auf mehrere Lieferanten, nur um kleine Preisvorteile zu erzielen.
  • Waren wie Schuhe, die eine hohe Rücklaufquote haben, kaufen Sie besser nur in Geschäften.
  • Vermeiden Sie verpasste Lieferungen, indem Sie im Voraus Zeiten vereinbaren oder einen Nachbarn angeben, der das Paket für Sie annehmen kann.
  • Bevorzugen Sie Lieferdienste, die Mehrwegkisten oder recycelbare Pappe verwenden.
  • Sie können Einkaufsgemeinschaften bilden, um Sammelbestellungen aufzugeben.
  • Nutzen Sie den Standardversand und nicht den Expressversand, damit die Pakete in optimal beladenen Lastwagen transportiert werden können.

Fazit – Shoppen im Internet kann nachhaltig sein

Das Online-Shopping bietet zwar enorme Vorteile, hinterlässt aber zweifelsohne einen riesigen CO2-Fussabdruck, der der Umwelt schaden kann. So liegt die Verantwortung für die Minimierung des CO2-Fussabdrucks zwar einerseits sicher bei den Anbietern – aber immer auch beim Käufer, um das Online-Shopping tatsächlich nachhaltig zu gestalten.

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