Fast Food vs. Slow Food

27 Jun 2016
Immer mehr Fast-Food-Ketten fassen Fuss in der Schweiz. Immer mehr Fast-Food-Ketten fassen Fuss in der Schweiz.

Fast Food gehört zu unserem Alltag. Vor allem junge Leute nutzen das Angebot des schnellen Essens unterwegs. Eine Gegenbewegung dazu bildet Slow Food, welche einen bewussten Umgang mit Herstellung und Konsumation propagiert.

Dunkin‘ Donuts, Subway, McDonalds, Kebapstände und bald auch Kentucky Fried Chicken. Sie alle (und noch viele mehr) teilen sich den Fast-Food-Markt in der Schweiz. Das Geschäft mit dem schnellen Essen wächst stetig, bedingt durch die längeren Arbeitswege und kürzeren Mittagspausen. Eine Gegenbewegung gegen diese standardisierte und schnelle Ess-Variante formierte sich bereits in den 1980er-Jahren in Italien: Die Slow-Food-Bewegung.

Fast Food

Fast Food bezeichnet aber nicht in erster Linie die Art der Produkte, sondern die Art der Konsumation. Meist handelt es sich um ein standardisiertes Angebot, der Zeitaufwand für die Zubereitung ist gering und das Produkt wird sofort vor Ort oder unterwegs verzehrt – oftmals ohne Besteck.

Das Konzept des Schnellrestaurants kennt man bereits seit der Antike. Da die meisten Mietwohnungen beispielsweise in Rom über keinen Herd verfügten, war dies die einzige Verpflegungsmöglichkeit. Der Begriff ‘Fast Food‘ entstand in der 1. Hälfte des 20. Jahrhundert in den USA mit der Gründung des ersten Drive-in-Restaurants der Gebrüder McDonald. Trotz des meist negativ konnotierten Begriffs umfasst Fast Food zunehmend auch gesunde Schnellimbisse (wie beispielsweise Salatbars), die auf hochwertige Produkte setzen.

Über die Hälfte der Schweizer 15- bis 24-Jährigen assen 2002 mindestens einmal pro Woche in einem Fast-Food-Lokal. Heute dürfte dieser Anteil wohl bereits höher sein. Vor allem Studierende und Gymnasiasten nutzen diese Angebote.

Die Problematik von Fast Food ist oftmals der Preis. Aus Kostengründen werden die beiden grössten Preisfaktoren Produkt- und Personalkosten möglichst gering gehalten. Um Produktkosten zu sparen werden die Krapfen bei Dunkin‘ Donuts in Spanien hergestellt und durch ganz Europa transportiert – vor Ort werden sie dann nur noch gefüllt und verziert. So können die Produktionskosten minimal gehalten werden – so werden aber auch unnötige Transportemissionen generiert. Ausserdem verbrauchen die Fast-Food-Lokale auch eine beträchtliche Menge an Verpackungsmaterial und je nach Produkt und Inhaltsstoffen und haben sie einen schädlichen Einfluss auf unsere Gesundheit.

Slow Food

Die Gegenbewegung des Slow Food wurde 1986 als Reaktion auf die zunehmend industrialisierte und globalisierte Ernährung ins Leben gerufen. Slow Food steht für biologische Vielfalt, umweltfreundliche Lebensmittelproduktion, faire Entlohnung und qualitativ hochstehende Produkte. Die regionale Küche soll gefördert werden und eine Entschleunigung beim Genuss der Lebensmittel anzustreben. Wer Slow Food unterstützt, fördert die lokale Produktion und das Handwerk der Produzenten.

All dies konnte gestern am 2. Innerschweizer Slow Food & Pro Specie Rara-Markt im Kapuzinerkloster in Stans bestaunt werden. Geräucherter Ziegen-Ricotta, Kirschkern-Öl, getrocknete Erdbeeren, Single-Malt Whiskey oder eine Tagescreme mit Safranzusatz. Alles Produkte, welche regional und mit viel Handarbeit produziert wurden. Man durfte sich durch die verschiedenen schön angerichteten Produkte probieren und auch die ein oder andere Produkt-, Koch- oder Zubereitungsidee mitnehmen.

Wer diesen Markt verpasst hat, erhält im kommenden November die Gelegenheit, in Zürich die Slow Food Produkte zu kosten und zu kaufen.

Slow Food ist ein begrüssenswertes Konzept, welches den Fokus bei der Nahrungsaufnahme auf den Entstehungsprozess lenkt. Dennoch ist es nicht immer möglich, dem Lebensmittelverzehr mit Zeit und Gemütlichkeit zu begegnen. Fakt ist: Fast Food gehört zu unserem Alltag. Trotzdem bleibt es in unserer Hand, welche Fast-Food-Lokale wir hierbei besuchen. Erfreulicherweise gibt es immer mehr Schnellimbisse, welche auch regionale Produkte (welche möglicherweise als Slow Food hergestellt wurden) verarbeiten.

  • Click to enlarge image SlowFoodMarket-Marktstaende-Menschen_v2.JPG Verschiedene Produzenten am 2. Innerschweizer Slow Food & Pro Specie Rara Markt in Stans. Quelle: Isabelle Vieli
  • Click to enlarge image SlowFoodMarket-Marktstaende-Whiskey_v2.JPG Whisky aus dem Baselbiet. Quelle: Isabelle Vieli
  • Click to enlarge image SlowFoodMarket-Marktstand_Kaese_v2.JPG Auch Käse basierend auf verschiedenen Milchsorten wurden verkauft. Quelle: Isabelle Vieli
  • Click to enlarge image SlowFoodMarket-Marktstand_Produkte_v2.JPG Die Produktevielfalt reichte von Marinade, Sirup, Chutney, über Konfitüre bis hin zu Apfelsaft und Obstbrand. Quelle: Isabelle Vieli

Weiterführende Informationen/Quellen:
Schweizerischer Ernährungsbericht
Ernährungsgewohnheiten in der Schweiz
Fastfood wird gesund, Sendeausschnitt 10vor10
Slow Food Schweiz

 

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