Die Coronakrise erfasste 2020 in der Schweiz auch das Autorecycling: zur Verwertung fielen weniger Altautos an, und für die Wertstoffe wurden tiefere Erlöse erzielt. Für die künftige Verwertung der Autobestandteile ist eine noch bessere Integration in die Kreislaufwirtschaft nötig. Chancen dazu bietet die Umstellung der individuellen Mobilität auf Elektrofahrzeuge. Eine besondere Herausforderung bedeuten dabei die Antriebsbatterien.

Fakt: Die bauliche Infrastruktur verursacht in der Schweiz die grössten Materialflüsse. Mit 39.79 Millionen Tonnen pro Jahr ist Beton mit Abstand das häufigste verwendete Baumaterial der Schweiz. Beton ist ein Gemisch aus Zement, Gesteinskörnung wie Kies und Sand, Wasser und allenfalls chemischen Zusatzstoffen. Wird Beton sauber zurückgebaut, entsteht Betonabbruch, der zu Recycling-Beton (RC-Beton) aufgearbeitet werden kann. Von den 40 Millionen Tonnen Beton, die in der Schweiz jährlich verbaut werden, macht solcher Recyclingbeton aber nur 15 Prozent aus (Stand 2019).
Hauptsächlich der Zementgehalt im Beton bestimmt dessen Umweltauswirkungen. Die mehr als 4 Milliarden Tonnen Zement, die weltweit jedes Jahr produziert werden, sind für rund 8% der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Zement verschmutzt die Luft daher mehr als Flugzeuge und Handelsschiffe zusammen. Das Recycling von Zement hingegen ist nicht möglich.

Folgerung: Inwiefern die Verwendung von Recyclingbeton einen positiven Einfluss auf die Umweltauswirkungen unserer Bauaktivitäten haben kann, ist umstritten. Jedoch scheint die Verwendung von RC-Beton die Landschaftsnutzung für Kiesabbau und für die Deponie von Abbruchmaterial zu reduzieren. Bei anderen Umweltbelastungen wie beispielsweise dem Verbrauch von Energieressourcen ist der Einfluss gering und hängt vor allem von Art und Menge des eingesetzten Zements und der Länge der Transportwege ab. Forschende sind sich aber einig, dass mehr RC-Beton zum Einsatz kommen sollte, um die Materialkreisläufe zu schliessen, und der Zementgehalt in rezykliertem sowie in Primärbeton so gering wie möglich gehalten werden sollte.

 

Quellen und weitere Informationen:
Empa: Material- und Energieressourcen sowie Umweltauswirkungen der baulichen Infrastruktur der Schweiz
Bischof S. et. al: Vergleichende Ökobilanzen
Luzerner Zeitung: Studie zeigt: Recyclingbeton ist besser als angenommen
Swiss Info: Zement soll grüner werden
Amt für Hochbauten, Stadt Zürich: Ökobilanz ausgewählter Betonsorten

Alle Klimabausteine

Die Schweiz rühmt sich gerne als europäisches Vorbild in Sachen Recycling. Jetzt soll wie bei Glas, PET und Alu auch für Kunststoffverpackungen ein weitflächiges Sammelsystem entwickelt werden.

Nachhaltiges Bauen ist ein aufkommender Trend, fast so wie verantwortungsvoller Konsum oder erneuerbare Energien. Doch was bedeutet «nachhaltiges» Bauen?

Forschende an der Empa haben die gesamten Materialflüsse der Schweiz erfasst. Das Resultat: Pro Jahr fliessen 87 Millionen Tonnen neu gewonnene Ressourcen in die Schweizer Volkswirtschaft.

Die Nachbarländer sind der Schweiz weit voraus, was das Recyceln von gebrauchten Kunststoffverpackungen betrifft. Diese wie bisher zu verbrennen, ist längerfristig keine Option.

Die weihnachtliche Bescherung ist immer mit viel Abfall verbunden. Von Geschenkverpackungen bis hin zum Elektroschrott — auf die richtige Entsorgung kommt es an.

Der Second-Hand-Trend hat dieses Jahr mehr Auftrieb erlebt denn je. Das haben wir Corona zu verdanken.

Müll ist nicht wertlos, denn in ihm stecken wiederverwertbare Mineralien. Ein Unternehmen entwickelte ein neues Verfahren, um 50% der Kehrichtschlacke wiederzuverwerten.

Die Autorecyclingbranche der Schweiz ist mit einer Verwertungsquote von rund 90 Prozent relativ gut positioniert. Dennoch braucht es weitere Anstrengungen in der Ressourcenschonung und für eine Kreislaufwirtschaft.

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