Verschwinden die letzten Grünflächen aus unseren Städten?

Zu Beginn dieser Woche wurde im Ständerat die sogenannte Landschaftsinitiative beraten, welche ein 20-jähriges Moratorium für Umzonungen (Umwandlung von Kultur- in Bauland) vorsieht. Gegenwärtig wird in der Schweiz pro Sekunde ein Quadratmeter Land überbaut. Pro Jahr sind das 32 km2 oder etwas mehr als die Fläche des Walensees.

 

Der Bundesrat wie auch der Ständerat lehnen diese Initiative ab und wollen stattdessen die Revision des Raumplanungsgesetzes stärker in Richtung Landschaftsschutz umgestalten. Die Rede ist von einer „Verdichtung nach innen", was bedeutet, dass die bestehenden Siedlungsräume noch stärker genutzt werden sollen. Zur Zeit beträgt die durchschnittliche Bevölkerungsdichte in der Schweiz 234 Einwohner/km2. Gewisse Kantone weisen jedoch eine deutlich höhere Bevölkerungsdichte auf. Bei anhaltendem Bevölkerungswachstum dürften Verhältnisse wie im Kanton Zug (ca. 500 Einwohner/km2) für die meisten Kantone die Regel werden.

Die Bauzonen in ländlichen Gebieten sollen in Zukunft deutlich abnehmen (durch Auszonungen) und bei Umzonungen, welche für den Landbesitzer einen Mehrwert bedeuten, soll ein Viertel des entstehenden Mehrwerts an den Bund abgegeben werden. Diese Abgaben sollen unter anderem für Entschädigungen bei Auszonungen verwendet werden.

Durch das vorgesehene Gesetz besteht die Gefahr, dass durch die „Verdichtung nach innen" auch noch die letzten Grünflächen aus den grossen Städten verschwinden. Alternativen sind zurzeit nicht in Sicht, obwohl mit geringem Aufwand grosse Wohnflächen geschaffen werden könnten. In verschiedenen Schweizer Städten verhindert beispielsweise der Denkmalschutz eine effiziente Nutzung von Dachstöcken, welche momentan nicht – oder nur beschränkt – genutzt werden können. Dabei wäre die Nachfrage nach zentral gelegenem Wohnraum in Zeiten der Reurbanisierung so gross wie selten.

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