Ratgeber - Der Weg zum naturnahen Garten

Der Weg zum naturnahen Garten. Der Weg zum naturnahen Garten.

Der Frühling ist da. Höchste Zeit,den Garten auf Vordermann zu bringen. Vielleicht ist das Frühlingserwachen aber auch gleich eine Gelegenheit, sich neu über Gärten zu informieren: Sind Pestizide wirklich der einzige Weg, unwillkommene Schädlinge zu bekämpfen? Wieso lassen sich in vielen Ziergärten keine Schmetterlinge finden? - Worin besteht die Kunst des Naturgartens?

Ein naturnaher Garten - auch Ökogarten oder Naturgarten genannt - möchte den Menschen in Einklang mit der Natur bringen. Im 21. Jahrhundert bedeutet dies, dass der Mensch, im Vergleich zu früheren Gartenmoden, das natürliche Wachstum einheimischer Pflanzen nur teilweise eingrenzt. Das Bild des Naturgartens gleicht meistens einem natürlich gewachsenen Raum, der jedoch von Menschenhand geplant, angelegt und gepflegt ist. Heute kommen solche Gärten vermehrt in Mode, da sich unser Umweltbewusstsein wandelt. Dabei ist der Naturgarten keineswegs eine neue Erfindung. Schon im 18. Jahrhundert traf man ‘wilde’ Gärten an. Im 19. Jahrhundert, wurden Wildblumen und ’verwilderte’ Gärten sogar als Statussymbol der aufstrebenden Mittelschicht betrachtet.

Tipps für den Ökogarten

Wer gerne der Natur mehr Platz geben möchte, selber nicht genug Zeit für die intensive Pflege der Ziergärten hat und vielleicht auch gleich einen Nutzen aus seinem Garten ziehen möchte, der sollte sich unsere Tipps nicht entgehen lassen.

Pflanzenwahl:

In einen Ökogarten gehören nur einheimische Pflanzen. Weshalb? - Weil einheimische Tiere sich auf unsere Stauden und Bäume spezialisiert haben. Beispielsweise finden Schmetterlinge in vielen Ziergärten nur wenig bis gar keine Nahrung. Zudem sind einheimische Pflanzen bestens an unser Klima angepasst und brauchen, richtig ausgewählt, keinen Winterschutz. Weitere Vorteile sind, dass sie robust gegenüber Schädlingsbefall sind, dass man das Giessen auf ein Minimum reduzieren kann, da sich einheimische Pflanzen an unser Klima angepasst haben und sich willig vermehren. Dadurch sind Naturgärten im Unterhalt kostengünstiger als Ziergärten. Hier eine Liste einheimischer Pflanzen, wo sie am besten gedeihen und in welcher Farbe erblühen.

Pflege:

Naturgärten sind pflegeleichter als Ziergärten: Wiesen müssen nur drei Mal im Jahr gemäht werden, die meisten Pflanzen brauchen keinen Winterschutz und ‚Abfall’ gibt es nicht. Alles, was nicht mehr gedeiht, kann einige Zeit liegen gelassen werden: Vögel holen sich für ihre Nester gerne die dürren Äste der Bäume und Käfer können sich vom gefallenen Laub im Herbst ernähren. Wer trotzdem ,aufräumen‘ möchte, kann das unerwünschte Grün auf den Kompost legen, wodurch Dünger für neue Pflanzen entsteht. In naturnahen Gärten pflanzen Gärtner gerne Gemüse in entsprechenden Beeten an. Frisches Obst oder Gemüse sind eine Bereicherung für jeden Speiseplan. Zu beachten ist bei der Bepflanzung, nebst saisonalen Bedingungen, dass nicht das gleiche Gemüse zweimal hintereinander in dieselbe Erde gepflanzt wird, da ansonsten dem Boden immer die gleichen Nährstoffe entzogen werden.

Ohne Chemikalien auskommen - aber wie?:

Was ist, wenn eine Pflanze trotzdem von Schädlingen befallen wird? Oder der Salat im Gemüsebeet Schnecken zum Opfer fällt? In diesen Fällen greifen viele Gärtner zu Spritzmittel oder Schneckenkörnern. Es gibt aber auch natürliche Methoden, seine Pflanzen zu schützen:
- Kupferringe, Sägespäne, zerbröselte Eierschalen oder Plastikkragen halten Schnecken von Pflanzen fern.
- Auf „Rent a Ent“ kann man (vorausgesetzt man qualifiziert sich) Enten mieten. Bei diesen Vögeln stehen Schnecken zuoberst auf dem Menüplan.
- Auch Igel, Spitzmäuse, Käfer, Vögel, Blindschleichen, Kröten usw. ernähren sich von Nacktschnecken.
- Durch die Symbiose von Kräutern und Gemüse wird der Pilzbefall reduziert. Basilikum hilft bei Tomaten, Gurke und Kohl gegen Mehltau und die Weisse Fliege.
- Eine Lavendeleinfassung der Beete hält viele Schädlinge fern und bietet bestäubenden Insekten Nahrung.
- Bei Blattläusen kann man die Blätter mit einem Wasserstrahl abspritzen und sie anschliessend mit Steinmehl bestäuben.

Lebensräume bilden:

Ein Ökogarten ist nicht nur eine Augenweide, sondern auch ein wichtiger Lebensraum für Kleintiere. Diverse Biotope verbergen sich hinter Hecken, in Wiesen und unter Steinen. Vögel finden in den einheimischen Gehölzen einen reichgedeckten Tisch: im Sommer füttern sie ihre Jungen mit Insekten, im Winter vernaschen sie die Früchte und tragen so zur Vermehrung ihrer Futterpflanze bei. Mit exotischen Pflanzen funktioniert das Zusammenspiel nur selten. Im Gegensatz zur Vogelbeere beispielsweise, die sage und schreibe 63 Vogelarten versorgt, dient die Bastard-Mehlbeere nur gerade vier Vogelarten als Futterquelle. Wer gerne Insekten ein selbstgemachtes Heim anbieten möchte, kann sich den Projekten Insekten- oder Wildbienenhotel widmen. Wie es gemacht wird, zeigt das untenstehende interessante Video. Was nicht erwähnt wird: Am liebsten haben es die Wildbienen, wenn die Öffnungen nach Norden ausgerichtet sind.

  • Click to enlarge image Garten-Blume-AlpenSteinquendel.jpg Alpen-Steinquendel, Quelle: Haeferl
  • Click to enlarge image Garten-Igel.jpg Igel gegen Schädlinge, Quelle: pixabay.com

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