Willkommene Exoten

27 Jun 2017
Die Passionsblume ist ein bekannter Exot Die Passionsblume ist ein bekannter Exot

Begrünte Flächen kühlen durch Verdunstung die heisse Sommerluft in der Stadt. Vor allem exotische Pflanzenarten profitieren vom warmen Stadtklima.

Seit Beginn der Aufzeichnungen 1864 ist die durchschnittliche Temperatur in der Schweiz um 2°C gestiegen. Der Klimawandel und der damit verbundene Temperaturanstieg beeinflussen in erster Linie natürliche Lebensräume. Die Auswirkungen dieser Klimaerwärmung werden nun vermehrt auch in den Städten bemerkbar.

Die Stadt als Wärmeinsel

Die Temperaturen in der Stadt sind generell höher als in den umliegenden ländlichen Regionen. Dies hat verschiedene Gründe. Einerseits speichern befestigte Oberflächen, wie Beton und Asphalt, die Wärme viel besser und länger als „belebte“ Böden. Andererseits gleicht die Vegetation auf dem Land die Temperatur durch Verdunstung aus. Grosse Bäume oder begrünte Flächen sind in vielen Städten selten und reichen daher nicht aus, um die Luft durch Verdunstung merklich abzukühlen. Hinzu kommt, dass Regenwasser rasch in die Kanalisation abgeführt wird. Frische Nachtluft ist so oft die einzige Möglichkeit, die heisse Atmosphäre der städtischen „Wärmeinseln“ etwas zu kühlen.

Pflanzen pflanzen – aber welche?

Nebst einer ausgeklügelten Stadtplanung, die eben diese Frischluft-Zirkulation ermöglicht, sind Grünflächen eine potente Möglichkeit, Städte zu kühlen. Richtig verteilt und fachgerecht angelegt bieten sie ästhetischen Erholungsraum und Klimaregulation in einem. Nicht nur die von der Stadt angelegten Parks, sondern auch die vielen privaten Gärten tragen dazu bei.

Auch wenn man sich im Grundsatz einig ist, dass begrünte Flächen positiv sind, gibt es bezüglich der Frage, welche Pflanzenarten dafür verwendet werden sollen, hitzige Diskussionen. In den letzten Jahren setzte man den Schwerpunkt auf einheimische, standortgerechte Pflanzen. Diese haben aber unter den steigenden Temperaturen in der Stadt zunehmend Mühe, sich zu entwickeln. Dafür gedeihen exotische, wärmeliebende Pflanzen umso besser. Die warmen Nächte und kürzeren Frostperioden in der Stadt bieten Neophyten, wie beispielsweise Feigen oder Palmen, ein gutes Klima. Diese und andere Arten aus südlichen Regionen der Schweiz gedeihen besser in der warmen Stadt und bringen so die ersehnte Abkühlung. Möglicherweise muss sich also mit dem Klima auch die Haltung gegenüber exotischen Pflanzen – zumindest was unsere Städte betrifft - wandeln.

Fachkräfte helfen weiter

Sich den Exoten zu öffnen ist eine zukunftsträchtige Lösung für die schwitzenden Städter. Dennoch sollte nicht wild drauflos gepflanzt werden. Nicht einheimische Pflanzen können invasiv sein, andere Arten verdrängen und sich rasant ausbreiten. Ein Beispiel hierfür ist der Japanische Staudenknöterich (Fallopia japonica), der sich seit einigen Jahren in Stadtgärten und an Flussufern breit macht. Eine ausführliche Beratung durch eine Fachperson ist bei der Pflanzenwahl in jedem Fall hilfreich. So bleibt das schöne Grün unter Kontrolle und erfrischt über Jahre hinweg die Stadtbewohner.

 

 

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