Das Blaue Manifest - Ein Rettungsplan zur Gesundung der Meere

 Sichtbare und unsichtbare Verschmutzungen bedrohen die Meere und die Küstenregionen. Sichtbare und unsichtbare Verschmutzungen bedrohen die Meere und die Küstenregionen.

Die Schweiz grenzt zwar weder an das Mittelmeer noch an den Atlantik, doch trotz der Binnenlage ist es dennoch wichtig und möglich, die Meere zu schützen. 

Die Ozeane versorgen uns mit Nahrung sowie Sauerstoff und sichern ein stabiles Klima. Auch den Sommerurlaub verbringen wir am liebsten am schönen Sandstrand mit einer frischen Meeresbrise. Angeschwemmter Plastikmüll und Quallenplagen trüben nicht nur das Urlaubserlebnis. Es ist auch eine grosse Gefahr für viele Meeresbewohner. Das Ökosystem Meer ist stark bedroht: Durch Überfischung, sichtbare und unsichtbare Verschmutzungen - wie Ölkatastrophen, Mikroplastik und Lärm - und auch durch den Klimawandel, der das Meer erwärmt und die Lebensräume der Meeresbewohner dramatisch verändert. Nicht nur in Europa, weltweit ist die Situation der Ozeane besorgniserregend.  

Der Rettungsplan

Anfang dieses Jahres schlossen sich über 100 verschiedene Umweltorganisationen – darunter Seas-at-Risk, BirdLife Europe und WWF – zusammen, um gemeinsam das “Blaue Manifest” zu erarbeiten und der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dieser Rettungsplan für die Weltmeere enthält konkrete Massnahmen, die innerhalb der nächsten 10 Jahre umgesetzt werden müssen, um die Verschmutzung und Zerstörung der Meere und Küsten aufzuhalten. Um dieses Ziel zu erreichen, sind Veränderungen zu Wasser - aber auch an Land - unbedingt notwendig. Die Organisationen fordern, mindestens 30% der Meere bis 2030 unter hohen Schutz zu stellen, die Verschmutzung des Meeres zu verhindern, auf nachhaltige Fischerei umzusteigen, sowie durch menschliches Handeln die Wiederherstellung der Ökosysteme zu fördern. Wichtig sei es, so die Meinung aller Beteiligten, auch in der Politik den Schutz des Meeres als ein wesentliches Element in den Klima- und Biodiversitätsstrategien zu verankern. Denn mit dem European Green Deal soll ja beispielsweise die die EU bis 2050 klimaneutral werden: Dies ist ohne gesunde Meere nicht zu erreichen. 

Das Lebenserhaltungssystem der Erde  

Das Meer ist ein wichtiger Puffer gegen Klimaveränderungen, denn es speichert viel CO2. Einerseits durch die Photosynthese der Algen und weiteren Meerespflanzen, aber auch, indem das Treibhausgas sich mit dem Wasser zu Kohlensäure verbindet. (Die momentane, zusätzliche Absorption des Kohlenstoffdioxids führt indessen zu einem Anstieg des pH-Wertes und bedroht empfindliche Lebewesen wie Korallen.) Diese ozeanischen Lebewesen produzieren ausserdem den Hauptteil des Sauerstoffs in der Atmosphäre. Ohne ihre Photosyntheseaktivität wäre ein Leben, wie wir es kennen, nicht vorstellbar. Erst sie haben vor Millionen von Jahren dafür gesorgt, dass der Sauerstoffgehalt unser jetziges Niveau erreichte und wir heute genügend Luft zum Atmen haben. Das winzige Plankton ist weiterhin die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Lebewesen und so eine elementare Stufe in der Nahrungskette Nicht zuletzt regulieren die Meere unser Wettergeschehen und sorgen – zumindest bisher - für vorhersehbare Jahreszeiten, auch in der Schweiz.  
 

Wussten Sie, dass... 
… 70% der Erdoberfläche von Ozeanen bedeckt sind, und trotzdem dieses Ökosystem am wenigsten geschützt ist? 
… auch Europa aus mehr Wasser- als Landfläche besteht? 
… die empfohlenen Fangquoten des internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) in der EU seit Jahren überschritten werden? 
… die europäischen Fischbestände bereits zu 80% als überfischt gelten? 

  

Was können wir tun? 

Als Verbraucher sollten wir Waren kaufen, die ohne Plastikverpackungen auskommen und kein Mikroplastik enthalten. Verzichten Sie auf Einwegplastik, verwenden Sie ihre wiederbenutzbaren Tragetaschen zum Einkaufen und den Thermobecher für den Coffee-to-go.  Geniessen Sie statt Take-Away das Essen im Restaurant. Beim Fischkonsum ist darauf zu achten, dass die Tiere aus nachhaltiger Fischerei stammen. Und verhalten Sie sich ganz allgemein gemäss den Empfehlungen zur Wasserreinhaltung, denn alle Wässerchen und Flüsse münden ins Meer… 


 

 

 

Quellen und weitere Informationen:
Das Blaue Manifest
IPCC: Lage der Meeresökosysteme
WWF: Verschmutzung der Meere
EU: Meereskenntnisse 2020

 

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