Frankreichs Naturparks - Wilde Wälder statt Monokulturen

Wilde Wälder wie dieser sind in Europa nur noch selten anzutreffen. Frankreich will seine nun schützen Wilde Wälder wie dieser sind in Europa nur noch selten anzutreffen. Frankreich will seine nun schützen

Waldbrände in Australien, Abholzung in Südamerika – weltweit schwinden die Wälder rasant. Europa bewegt sich gegen diesen Trend: Zwischen 1990 und 2015 nahm die Fläche der bewaldeten Gebiete um 21 Millionen Hektar zu – eine Fläche fünfmal so gross wie die Schweiz. Aber nicht alle Wälder sind ökologisch wertvoll.

Viele Wälder Mitteleuropas sind heutzutage Wirtschaftswälder, dominiert von Eichen, Fichten und Kiefern. Ein Drittel aller bewaldeten Gebiete in Europa besteht nur aus einer Hauptbaumart und bietet wenig Lebensraum für andere Pflanzen und Tiere. Alte Bäume, knorrige Äste, eine Vielzahl an wuchernden Pflanzen und ungestört lebende Tiere – dieses Bild ist in europäischen Wäldern nur noch selten zu sehen.

Frankreich, welches hinter Schweden, Finnland und Spanien den viertgrössten Waldanteil Europas verzeichnet, strebt den Schutz und die Förderung eben solcher wilder Wälder an.


Frankreichs grüne Lunge

Über 15 Millionen Hektare Wald überdecken Frankreich. Dies sind rund 30% der Gesamtfläche des Landes. Sein Ziel, diese malerischen Landschaften zu schützen, erreicht es dank 11 Nationalparks und 54 regionalen Naturparks.
Frankreichs erster Nationalpark, Vanoise, wurde 1963 gegründet. Heute sind 10% des französischen Festlandes als Nationalpark geschützt und werden vom Umweltministerium verwaltet. Die Parks sind der Öffentlichkeit kostenlos zugänglich und sollen neben dem Naturschutz Besucher anlocken und die lokale Wirtschaft fördern.


Zwei regionale Naturparks Frankreichs im Fokus

Zwischen Marseille und Grenoble erstreckt sich der Naturpark Baronnies Provençales über eine Fläche von 180‘000 Hektar. Der 2014 eröffnete Park zeichnet sich dadurch aus, dass er mediterranes und alpines Klima vereint. Unterschiedlichste Baumarten wie Eschen, Weiden, Erlen, Eichen, Buchen, Kiefern und Obstbäume prägen die Landschaft. Die Wälder und Feuchtgebiete bieten über 2000 Pflanzen- und 200 geschützten Tierarten ein Zuhause. Zu den saftig grünen Wäldern bieten Kalkgebirge und Lavendelfelder einen harmonischen Kontrast.

 

Mont Ventoux in den Baronnies Provençales, Jean-Baptiste Noel, pixabay

Mont Ventoux in den Baronnies Provençales, Jean-Baptiste Noel, pixabay

 

Der Naturpark der Wälder Champagne und Burgund wurde 2019 ins Leben gerufen und ist somit der jüngste Naturpark Frankreichs. Seine geschützten 250‘000 Hektare dienen dazu, den Tiefland-Laubwald zu schützen, der seit dem Mittelalter von grösseren menschlichen Eingriffen unberührt blieb. Mit seinem felsigen Boden bot sich das Gebiet nie zur landwirtschaftlichen Nutzung an. Dank dessen blieb die Artenvielfalt erhalten. So kann man in diesem Park Jahrhunderte alte Bäume, seltene Blumen, schwarze Störche, Wildschweine und Wildkatzen antreffen. Der Star des Parks ist jedoch eine seltene Orchideengattung: Paphiopedilum, der Venusschuh (frz.: sabot de Vénus). Im gleichnamigen Restaurant kann man die Köstlichkeiten der Gegend geniessen. Auch historisch ist das Gebiet von grosser Bedeutung, denn es finden sich archäologische Fundstätten, die bis ins Jahr 750 v.Chr. zurückführen.
Der Naturpark soll mit seinen 50 Millionen Bäumen zu einem europäischen Zentrum für Waldstudien werden. Dabei wird sein Kernschutzgebiet – das zweitgrösste Europas – unberührt bleiben und der Erforschung der Artenvielfalt und des Klimawandels dienen.

 

Naturpark der Wälder Champagne und Burgund, Wikipedia

Naturpark der Wälder Champagne und Burgund, Wikipedia



Quellen und weitere Informationen:
Webseite des Naturparks Barronies Provençales
Webseite des Naturparks der Wälder Champagne

 

   
 
 
 

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