Gentechnisch veränderte Pflanzen GVP

17 Mai 2011

Wie der Tagesanzeiger gestern berichtete, kommt eine Studie der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) zum Schluss, dass der Anbau von gentechnisch veränderter Pflanzen den Bauern keinen grossen finanziellen Vorteil bringt.


Zwar gilt in der Schweiz bis Ende 2013 ein Gentech-Moratorium, das den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen (GVP) verbietet. Im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen» haben Forscher der ART nun untersucht, ob sich der Anbau solcher Pflanzen überhaupt lohnen würde.

Werden gentechnisch veränderte Nutzpflanzen angebaut, muss eine Vermischung mit konventionellen Kulturen verhindert werden. Die entsprechenden Schutzmassnahmen sind auch mit Kosten verbunden. Wie sich diese auf die Wirtschaftlichkeit auswirken, hat die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART am Beispiel von fünf gentechnisch veränderten Ackerkulturen berechnet. Gegenüber dem konventionellen Anbau fällt der wirtschaftliche Nutzen unterschiedlich aus.

Herbizid-resistente Kulturen bringen zwar mehr Gewinn. Den Zusatzkosten stehen Ertragsvorteile und Einsparungen (z.B. bei Pflanzenschutzmitteln) durch GVP gegenüber. Bei der Kosten-Nutzen-Rechnung schneiden Herbizid-resistente Kulturen besser ab als ihre konventionellen Varianten: sie erbringen 158 Franken (Mais), 559 Franken (Raps) beziehungsweise 640 Franken (Zuckerrüben) mehr Gewinn pro Hektare. Schlechter schneiden hingegen Insekten-resistenter Körnermais und Pilz-resistenter Weizen ab (-209 bzw. -86 Franken).

Die Ergebnisse der ART lassen den Schluss zu, dass die Wirtschaftlichkeit ein relativ kleiner Anreiz für den Anbau von GVP wäre. Die Gewinnspanne zwischen konventionellen und GVP-Kulturen macht beim mittleren Szenario einen Anteil von -4% bis +8% an den gesamten Produktionskosten aus. Ob sich ein Betrieb für den Anbau von GVP entscheidet, hängt vermutlich stark von der Akzeptanz gegenüber gentechnisch veränderter Pflanzen ab. Die Hoffnung, dass das Moratorium über das Jahr 2013 hinaus verlängert wird, bleibt bestehen.

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