Ratgeber: Natur respektvoll geniessen

Fernhinsinnend Fernhinsinnend

Die länger und wärmer werdenden Tage locken immer mehr Leute ins Freie und in die Natur. Da wir sie mit Pflanzen und Tieren teilen, sollten wir uns an ein paar einfache Regeln halten.

In der Natur fühlen wir uns wohl, können aktiv sein, die Seele baumeln lassen. Doch egal ob beim Sport oder auf Ausflügen: Wir teilen die Natur jederzeit mit Pflanzen und Tieren. Je weniger wir deren Schutzräume stören, desto besser. Da viele Arten sensibel auf Störungen reagieren, ist es wichtig, sich an einfache Regeln zu halten.


Auf dem richtigen Weg bleiben

Für viele Tiere hat die Brutzeit bereits begonnen. In dieser Zeit sind sie besonders verletzlich und können durch Störungen schnell negativ beeinflusst werden. Daher ist es wichtig, beim Spazieren im Wald oder Wandern in den Bergen Wildruhezonen und Schutzgebiete zu respektieren und auf den markierten Wegen zu bleiben. Zudem gilt es, Abstand zu Tieren zu halten und sie auf keinen Fall an ihrem Brutplatz zu stören. Dies gilt auch beim Fotografieren von Hand oder mit Drohnen. Letztere sind aus Schutzgebieten ganz herauszuhalten.


Leise und besinnlich

Je nach menschlicher Aktivität kann es zu unterschiedlich starken Störungen für Tiere kommen. Als Störungen gelten dabei alle Ereignisse, die zu plötzlichen Änderungen im Verhalten oder Stoffwechsel führen. Selbst wenn sie unbeabsichtigt erfolgen, können menschliche Störungen weitreichende Konsequenzen haben: So gelten sie als eine der Hauptursachen für den Rückgang von Vogelarten. Bereits die Anwesenheit einer einzelnen Person in einem Wald kann dazu führen, dass sich dort weniger Vögel niederlassen. Während der Brutzeit sind die Auswirkungen von Störungen am gravierendsten und können im Extremfall zum Verlassen der Brut führen.
Auch Säugetiere reagieren sensibel auf die Anwesenheit von Menschen. Es gilt im Kopf zu behalten, dass uns Rehe, Dachse oder Eichhörnchen auch dann wahrnehmen, wenn wir sie selbst nicht sehen: Ein Grund mehr, stets auf den Wegen zu bleiben und Hunde in der Umgebung von Schutzgebieten konsequent an die Leine zu nehmen. Denn Wildtiere reagieren mit Flucht, Unterbrechung der Nahrungssuche oder einem erhöhten Stressniveau auf Störungen, was einen unnötigen Energieverlust zur Folge hat. Diese Energie zum Leben ist für sie, die sich nicht einfach im Supermarkt damit versorgen können, ein knapperes Gut als für uns. Ihren Mangel bezahlen sie etwa mit einer höheren Anfälligkeit für Krankheiten oder einer Unterversorgung der Jungtiere.


Saubere Sache

Abfall, achtlos liegen gelassen oder vom Winde verweht, hat stets negative Auswirkungen auf die Natur. Für Vögel beispielsweise sind insbesondere Schnüre, Seile, Fäden oder Bänder gefährlich, da sie sich darin verheddern können. Die Pflegestation der Schweizerischen Vogelwarte behandelt immer wieder Vögel, welche sich in Schnüren und Fäden verfangen haben und dadurch Verletzungen erlitten. Da solcher Abfall teilweise auch als Nistmaterial verwendet wird, sind sogar im Nest sitzende Jungvögel nicht vor der Gefahr des Verhedderns geschützt. Im Falle der Wasservögel besteht zudem das Risiko, dass sich Haken von Angelschnüren in das Gewebe bohren können. Im Extremfall werden längliche Objekte auch mit Regenwürmern oder anderen Nahrungsquellen verwechselt und gefressen. Es ist daher wichtig, dass Abfall nicht liegen gelassen wird. Dazu können wir alle etwas beitragen. Nicht nur, indem wir den eigenen Müll konsequent entsorgen — auch mit der Entfernung von Abfall des achtlosen Vorgängers kann man etwas Gutes tun. Das Wohlergehen der Natur sollte uns da wichtiger sein als der persönliche Stolz oder ein — ohnehin kaum vorhandener — Erziehungseffekt auf die Übeltäter.


Dank unserer Rücksichtnahme und dem Einhalten einfacher Regeln können wir uns an der Natur erfreuen und sie gleichzeitig schonen:

1. Auf den markierten Wegen bleiben und geschützte Lebensräume respektieren.

2. Hunde an der Leine führen.

3. Keine Abfälle hinterlassen. Das gilt auch für die eigene Notdurft!

4. Vor dem Campieren um Erlaubnis fragen. Feuer nur an vorgesehenen Feuerstellen machen und keinesfalls bei Waldbrandgefahr.

5. Abstand zu Wild- und Weidetieren halten und ruhig verhalten.

6. Meiden von Dämmerung und Nachtzeiten.

7. Kein Foto rechtfertigt einen "Fehltritt" in geschützte Naturräume. Das gilt auch für Drohnen.

8. Pflanzen stehen lassen.

9. Geeignete Gebiete für Sportaktivitäten auswählen (z.B. beim Wassersport Schutzzonen meiden).

10. Die Infrastruktur (Bänke, Schutzhütten, Schilder, Markierungen) respektieren, das Eigentum anderer (Privatgelände, z.B. Hofstellen) nicht betreten.

 

 Viel Vergnügen!


Quellen und weitere Informationen:
Respect Nature Schweiz
Vogelwarte Sempach (30.03.2021): Am seidenen Faden

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