Der Mensch entfremdet sich von der Natur. Vor allem in ländlichen Gebieten ist dies zu erkennen. Der Mensch entfremdet sich von der Natur. Vor allem in ländlichen Gebieten ist dies zu erkennen.

In der Schweiz werden Stein- und Schottergärten oft immer noch als «modern» angesehen. Für die Biodiversität sind sie jedoch nicht von Nutzen.

 Während die Städte immer grüner werden, so lässt sich in ländlichen Gebieten ein gegenteiliger Trend beobachten. Schotter- und Steinwüsten, eintönige Rasen und geschorene Hecken nehmen den Platz von Wildblumen, Obstbäumen und Trockenmauern ein. Was einigen ästhetisch scheinen mag, bedeutet für andere den Verlust der Lebensgrundlage.
Dies hat auch der deutsche Autor Ulf Soltau festgestellt. In seinen Büchern  «Gärten des Grauens» stellt er die kahlsten und strukturärmsten Gärten Deutschlands vor. Doch das Problem zeigt sich auch hier bei uns: «Die Schweiz scheint mir auch betroffen zu sein. Vielleicht sind es da die abschmelzenden Gletscher, die eine gewisse Ästhetik vorgeben», so Soltau humorvoll.
In immer mehr Gemeinden wie beispielsweise im bernischen Steffisburg oder in Langendorf im Kanton Solothurn sind bereits Verbote gegen solche Stein- und Schottergärten in Planung. Trotzdem werden noch immer zahlreiche Siedlungen, Einfamilienhäuser, Überbauungen und Quartiere von dieser zu Stein gewordenen Bequemlichkeit geplagt.

Weniger Leben, weniger Arten, weniger Biodiversität, weniger Natur

Betroffen von den Gärten des Grauens sind vor allem die Artenvielfalt und die Biodiversität. Immer weniger Arten – Pflanzen und Tiere, aber auch Pilze und Einzeller – können in unseren Gärten überleben oder diese als Zwischenstation zu anderen Grünflächen nutzen. Auch die genetische Vielfalt ist zurückgegangen.
In den mit Vliesen unterlegten, versiegelten Flächen haben Pflanzen kaum Chancen zu wachsen. Der Schotter kann sich zudem im Sommer bis auf 80 Grad erhitzen, weshalb sich auch Insekten und Reptilien von den Steinwüsten fernhalten.
Es ist jedoch nicht jeder von diesen pflegeleichten Gärten ohne ökologischen Nutzen. Sogenannte Alpengärten, aber auch Kiesgärten und Ruderalflächen, welche nebst vielen Steinen und Sand speziell angepasste Pflanzenarten bergen, sind ökologisch durchaus sinnvoll. Planvoll gestaltet schaffen sie einen Lebensraum für Pionierpflanzen und zahlreiche Insektenarten.

Wundergärten

Um dem Verlust der Biodiversität entgegen zu wirken, sollte anstelle der Eintönigkeit von Steingärten auf eine diverse, farbenfrohe und strukturreiche Gartengestaltung geachtet werden. Durch das Pflanzen von einer Vielzahl von Sträuchern, Büschen, Kräutern, Blumen, Gräsern und Bäumen bieten sich im Garten abwechslungsreiche Lebensräume. Mit Sandgruben, Steinen, Asthaufen, Trockenmauern oder alten Blumentöpfen und Tonscherben können Eiablageplätze, Verstecke oder Kahlstellen zum Sonnen geschaffen werden. Viele Reptilien, Vögel und Insekten sind auf diese Vielfalt angewiesen. Mit einheimischen Pflanzen werden einheimische Organismen angelockt, welche bestens auf die Blütezeit und das Fruchtangebot angepasst sind. Durch das Schaffen von optimalen Bedingungen für Nutzpflanzen lassen sich ausserdem Schädlinge natürlich, ohne die Verwendung von Pestiziden im Zaum halten.

Ein Garten sollte daher nicht als zweites Wohnzimmer betrachtet werden. Unordnung ist erlaubt und Laub oder Äste müssen nicht täglich entfernt, der Rasen nicht andauernd gemäht werden. Auch ein solcher wilder, naturnaher Garten lässt sich gefällig und pflegeleicht gestalten und bietet ausserdem viel zum Beobachten: So dankt es uns die Natur!


Quellen und weitere Informationen:
WWF: Biodiversität fördern im Garten und auf dem Balkon
Ulf Soltau: SRF Artikel

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