Guerilla Gardening – der grüne Kleinkrieg

Was als politischer Protest begann, wird heute auch urbanes Gärtnern genannt. Das Ziel der Gärtner ist es, den Menschen das Naturerlebnis, vor allem in Grossstädten, näher zu bringen. Dafür wird auch Mal eine Bombe gebaut.

Guerilla Gardening war schon in den siebziger Jahren in New York ein Thema. Richtig bekannt wurde der Protest aber erst im Jahr 2000 in London. Globalisierungskritiker, Anarchisten und Umweltaktivisten liefen mit Spaten, Gartengeräten und Setzlingen bewaffnet, zum „Parliament Square“ Platz, gruben diesen um und bepflanzten ihn.
Sympathisanten für diese Aktion finden sich mittlerweile auf der ganzen Welt. Doch es gibt nicht mehr nur Guerillas mit politischen Zielen, sondern auch solche, die Städte verschönern wollen. 

So findet man in Städten wie Paris, London, Wien und Berlin Plätze die von Guerilla-Gärtnern bepflanzt wurden; dazu gehören Hochhausschluchten oder Industriegebiete, aber auch Grünstreifen zwischen Strassen. Überall dort findet man Gemüse und Blumen, welche die Städte lebenswerter machen. 

Wenn abgelegene und unzugängliche Orte bepflanzt werden sollen, greifen die Guerillas zu Samenbomben. Diese bestehen aus einem Gemisch von Ton, Erde und Samen, das zu Kugeln geformt und getrocknet wird. Sie können vom Fahrrad aus oder zu Fuss unauffällig auf Verkehrsinseln oder Plätze geworfen werden.
Gegen graue Betonpfeiler oder kahle Wände hilft ein Gemisch aus Buttermilch und Moos.

In ihrer Arbeit „Die (Rück)Eroberung städtischer Freiräume durch urbanes Gärtnern“ hat eine Forschergruppe der Universität für Bodenkultur Wien aufgezeigt, wie sich Guerilla Gardening seit 1970 verändert hat und wie die Zukunft aussehen dürfte. Sie prognostizieren, dass die Aktionen zunehmen und viele neue Aktivisten gewinnen werden.

In Zürich ist der Trend bereits angekommen. Bald wird er sich auf andere Schweizer Städte ausdehnen und durch den urbanen Gartenbau auf die bestehenden Naturdefizite unserer Städte aufmerksam machen.

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