Jule Seifert

Jule Seifert

Nicht jedes Land verfügt über so grosse Trinkwasservorkommen von so guter Qualität wie die Schweiz. Mehr als zwei Milliarden Menschen auf der Welt sind ohne sicheren Zugang zu Trinkwasser. Ob Grönlands Schmelzwasser dieses Ungleichgewicht zu verschieben hilft, bleibt derweil fraglich.

Im Sommer haben auch die Plagegeister Hochsaison: Nervende Fliegen, die einem auf nicht nur der Nase herumtanzen, sondern durch ihre Vorliebe für verwesendes organisches Material auch Krankheitserreger übertragen können. Dennoch haben, wie alles in der Natur, auch diese Kreaturen ihre Daseinsberechtigung.

In der Schweiz werden aufgrund des Wohlstands - und auch eines gewissen Perfektionismus - öfters Bauelemente ausgetauscht als eigentlich nötig. Das Wiederverwenden der Bauelemente hat jedoch ökologische Vorteile.

Die Schweiz besitzt zwar gute Recyclingstrukturen, dennoch produzieren wir immense Abfallmengen. Gerade aus dem Bauwesen fallen durch Um- und Rückbau jährlich 17 Millionen Tonnen Abfälle an. Davon werden zwei Drittel durch Recycling zurückgewonnen. Beim Recycling – also der Wiederverwertung – nimmt die Schweiz zwar einen Spitzenplatz ein, bei der Wiederverwendung ist sie jedoch unterentwickelt. Dabei könnte mit dem Wiederverwenden von Bauteilen nicht nur die Abfallmenge, sondern auch ein grosser Teil an „grauer Energie“ eingespart werden. Im Gegensatz zum Recycling wird das Bauelement nicht durch Zerkleinern oder Malen zerstört, sondern es findet seinen neuen Zweck als benötigtes Teil in einer aktuellen Baukonstruktion. Dabei ist es egal, ob das Teil seine ursprüngliche Funktion beibehält oder eine neue bekommt.  

Graue Energie 
Alle unsere Güter verbrauchen schon während der Herstellung und des Transports immense Mengen an Energie. Auch im weiteren Lebenszyklus des Produktes fallen Energiekosten an, wie beim Recycling oder der Entsorgung. Da diese nicht wie bei der Betriebsenergie offen für die Konsumentinnen einsehbar sind, wird die graue Energie auch als unsichtbare Energie beschrieben. Sie stellt den Grossteil der Gesamtenergiemenge, die wir als Endkonsumentinnen nutzen. Der Schweizer Durchschnittshaushalt konsumiert zwei Drittel seines gesamten Energieverbrauchs in Form von grauer Energie, das restliche Drittel wird in Form von Strom, Heizöl, Gas und Kraftstoffen direkt verbraucht. 
Besonders bei elektronischen Geräten zeigt sich das Ausmass der anfallenden Grauen Energie: Während ein Smartphone ungefähr 1kWh pro Jahr für den Betrieb benötigt, ist die graue Energie 200-mal höher und liegt bei 220kWh. Dazu kommt, dass sich die kurze Gebrauchszeit eines Smartphones von durchschnittlich 18 Monaten zusätzlich negativ auf die ökologische Bilanz auswirkt. 

  

Zusammen mit den beiden Partnern salza und Matériuum, die die Studie durchführten, hat das BAFU deshalb die Plattform RERIWI (Reemploi – Riutilizzo - Wiederverwenden) initiiert. Sie soll allen relevanten Akteuren des Bauwesens die Möglichkeit bieten, sich auszutauschen.  

Die Studie „Wiederverwendung Bauen“ 

In der Studie wurden ausschliesslich Bauelemente, also vorgefertigte Elemente untersucht, nicht erfasst wurde die Wiederverwendung von Bauschutt und Bodenaushub. Doch gerade das Wiederverwenden der Bauelemente hat viele ökologische Vorteile: Zum einen wird die graue Energie, die für Herstellung, Transport und Einsatz von Bauelementen eingesetzt werden muss, konserviert. Dies senkt effektiv die CO2-Emissionen. Des Weiteren werden weniger Rohstoffe verbraucht und der lokale Arbeitsmarkt gestärkt. Dabei folgt die Wiederverwendung den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft, die als ökonomisches Prinzip komplett auf Abfall verzichten möchte. Am Beispiel des Bauwesens werden so zunächst die Reparatur von Bauelementen ihrem Ersatz vorgezogen, die Renovation oder Umgestaltung bestehender Gebäude ihrem Abriss und Ersatz durch Neubau und last but not least die Wiederverwendung von Bauelementen ihrem Recycling. Kann all das nicht zur Anwendung gelangen, wird das Recycling gegenüber einer Deponierung bevorzugt.  

Gerade im Hinblick auf Gebäudesanierungen oder -abrisse zu dem Zweck, eine bessere Energiebilanz zu erreichen, wird die graue Energie oft zu wenig berücksichtigt, stellen die Verfasser der Studie fest. Wird beispielsweise ein Gebäude aus den 90-er Jahren abgerissen, obwohl dieses Gebäude sein Lebensende noch nicht erreicht hat, gehen grosse Mengen an grauer Energie verloren. 

Um die Wiederverwendung im Bauprozess zu stärken, braucht es neben der öffentlichen Sensibilisierung auch Ausbildungsmöglichkeiten für Bauplaner. Eine nationale Internetplattform für den Austausch von Bauelementen wurde 2016 von salza verfügbar gemacht. In Echtzeit, also kurz vor dem Abriss von Gebäuden, können darauf die zur Wiederverwendung geeigneten Bauelemente angeboten werden. Damit soll auch eine direkte Verbindung zwischen Abbruch- und Baustellen geschaffen werden, um Zwischenlagerungen möglichst zu umgehen. 
 
 
 

Quellen und weitere Informationen:  
RERIWI: BAFU-Studie
Eco Bau: Nachhaltig Bauen
Schweiz: Graue Energie
salza

  

 

Die Schweiz ist gesegnet mit wunderschönen Bergpanoramen, historischen Altstädten und erfrischenden Seen – zudem laden zahlreiche Velo-Strecken dazu ein, die Schönheit des Landes zu erkunden.

Oftmals fühlen sich ältere Generationen aufgrund der zahlreichen Umwelt- und Klimaprobleme überfordert und resigniert. Die rebellische Jugend hingegeben ist noch motiviert zum Einsatz ihrer Talente.  

Obwohl die wechselwarmen Tiere meist wärmere Gefilde bevorzugen, gibt es auch in der Schweiz Schlangen - darunter Giftschlangen und die grösste Art Europas.  

Zeit für neue Innovationen: Die erste Schweizer Taxiflotte aus Hybrid- und Wasserstofffahrzeugen des Unternehmens Airport Taxi Zürich ist bereit für einen klimafreundlichen Transport.

Wir brauchen: Saatgut, Wasser, Licht und Luft! Und ein bisschen Liebe...

Die Erdbevölkerung nimmt zu und die Ressourcen werden knapp. In höherer Verteilungsgerechtigkeit und ökologischer Achtsamkeit fänden sich allerdings Wege, einer Katastrophe zu entgehen. 

Fakt: Wir fahren zu viel Auto. Die Schweizer Treibhausgasemissionen sind 2018 im Vergleich zu 2017 nur leicht gesunken. Nach heutiger Einschätzung des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) wird die Schweiz ihr nationales Klimaziel für 2020 von minus 20 Prozent des Treibhausgasausstosses gegenüber 1990 gesamthaft verfehlen. In Vergleich zu 1990 sind die Emissionen der Treibhausgase bis 2018 nur um 14% zurückgegangen. Die Emissionen haben sich zwar im Vergleich zu 2017 minimal um 1,5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente reduziert. Dies ist jedoch ausschliesslich auf den milden Winter und somit einen verringerten Brennstoffverbrauch beim Heizen im Gebäudesektor zurückzuführen. Dieser Sektor produzierte 2018 11,2 Millionen Tonnen CO2-Äquvalente. Das sind zwar 34% weniger Emissionen als 1990, aber es zeigt deutlich den immer noch zu hohen fossilen Brennstoffverbrauch im Gebäudesektor. Das Ziel, bis 2020 40% der Emissionen in diesem Bereich einzusparen, scheint nicht zu schaffen. Auch Industrie- und Landwirtschaftssektor erreichen die für 2020 gesetzten Ziele nicht. 

Die schlechtesten Werte allerdings liefert der Verkehrssektor: Hier stiegen die Emissionen sogar! Im Vergleich zu 1990 um 1%. Das Ziel, 2020 in diesem Sektor 10% weniger Emissionen zu verursachen, ist somit klar und eindrücklich verfehlt! Das ist insbesondere bedenklich, da der Mobilitätssektor als grösster Klimasünder aus den verschiedenen Sektoren heraussticht; der Personenverkehr macht wiederum den grössten Teil dieses Sektors aus. 2018 wurden 15 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente durch den Transport ausgestoßen, 11 davon durch den Personenverkehr. Zwar gibt es mittlerweile die Möglichkeit zur Beimischung von Biokraftstoffen sowie effizientere Fahrzeuge, die den Kraftstoffverbrauch generell reduzieren. Diese positiven Effekte werden jedoch durch eine Zunahme der in Kraftfahrzeugen zurückgelegten Kilometer zunichte gemacht. 
 
Folgerung: Gerade bei kurzen Strecken und beim Start des kalten Motors verbraucht das Auto viel Treibstoff und gibt dementsprechend viele CO2-Äquivalente an die Atmosphäre ab. Es liegt also an uns, kurze Strecken zu Fuss, mit dem Velo oder per Bus zurückzulegen und bei längeren Strecken auf öffentliche Verkehrsmittel wie Bahn, Mitfahrgelegenheiten oder Carsharing umzusteigen!  
Lassen Sie ihr Auto in der Garage stehen (oder nutzen Sie es als Hundehütte)! 

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