Ratgeber: Handys – Rohstofflager in unseren Schubladen

12 Dez 2013

Schätzungsweise 8 Millionen Handys liegen unbenutzt in Schweizer Schubladen. Sie enthalten viele wertvolle und seltene Edel- und andere Metalle. Werden sie rezirkuliert, können weltweit Metallreserven geschont werden.

Über 90 % der Schweizerinnen und Schweizer besitzen ein Handy, 50 % sogar zwei. Seit 2000 hat sich diese Zahl verdoppelt. Jährlich werden etwa 3,6 Millionen neue Mobiltelefone verkauft. Zurückgebracht werden nur gerade 20 %, weltweit sogar nur 3%.

Handys enthalten bis zu 40 Elemente, wie zum Beispiel Gold, Seltene Erden, Lithium, Kupfer und Indium. Die irdischen Reserven an diesen Metallen sind nicht unendlich. Bei Indium zum Beispiel hat der Bedarf die Jahresproduktion längst um ein Vielfaches überholt. Schätzungen zufolge reichen die Ressourcen  höchstens noch 15 Jahre. So sind Handys eine nicht zu unterschätzende Quelle für diverse Edel- und andere Metalle.

„Gerade beim Indium ist das Verhältnis zwischen der Nachfrage und den verfügbaren Mengen aus dem Abbau kritisch geworden, deshalb ist das  Recycling von indiumhaltigen Geräteteilen nötig.“ Patrick Wäger, Empa

Der Abbau dieser Rohstoffe zerstört die Natur und verschmutzt die Umwelt. Giftige Chemikalien und Radioaktivität werden freigesetzt. Der Rohstoffabbau ist verbunden mit Kinderarbeit, Konflikten und Landenteignungen. Beispielsweise sind in Afrika viele rohstoffhaltige Landflächen – insbesondere Standorte Seltener Erden -  inzwischen in der Hand von Chinesen, die damit ihre Produktion sicherstellen wollen. Sie erfolgt nicht zum Nutzen der einheimischen Bevölkerung. Das Rezirkulieren von alten Handys birgt ein grosses Kapital. In einer Tonne Handys stecken beispielsweise 300 g Gold; Bergbauunternehmen durchwühlen dafür eine vielfache Menge an Gestein. Die meisten Handys liegen in Schubladen zu Hause oder landen im Müll. Werden sie im Müll entsorgt, belasten sie die Umwelt zudem mit Schadstoffen. Theoretisch wäre es möglich, 80 %  der verwendeten Materialien eines Handys zurück in den Wertstoffkreislauf zu schicken.
 
Entsorgt werden können alte Geräte in den Verkaufsstellen oder an Entsorgungsstationen. Beim Kauf eines neuen Mobiltelefons bezahlt man eine vorgezogene Recyclinggebühr. Eine lange Nutzungsdauer hilft, Rohstoffe und Energie zu sparen. Anstatt ein neues Handy zu kaufen, kann man sein altes auch reparieren lassen.

Swisscom führt zurzeit  eine Handy-Sammelaktion durch. Noch bis am 15. Dezember können alte Geräte kostenlos in allen Swisscom Shops und K-Kiosk-Verkaufsstellen abgegeben werden. Die Telefone werden umweltgerecht entsorgt und aufbereitet oder weiterverkauft, falls sie noch funktionieren. Aus den Erlösen werden verschiedene Projekte von SOS-Kinderdorf finanziert.

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