Die Zukunft der Automobilität ist elektrisch

Weg vom Erdöl, hin zu mit strombetriebenen Autos (Tesla S). Weg vom Erdöl, hin zu mit strombetriebenen Autos (Tesla S).

Schweizer reisen viel: Rund 50% des Energieverbrauchs der Schweizer Bevölkerung fällt allein auf die Mobilität. Die Verbrennung fossiler Brennstoffe setzt grosse Mengen klimaschädlicher CO2-Emissionen frei. Spätestens seit der Erdölkrise ist zudem bekannt, dass die Ölreserven endlich sind; die Tage des klassischen Verbrennungsmotors sind gezählt. Höchste Zeit also, sich nach Alternativen umzusehen. Moderne Elektrofahrzeuge versprechen eine nachhaltige und saubere Mobilität.

future-e

Während einer Woche wurden aus Anlass von „future-e“ im Verkehrshaus der Schweiz verschiedene Elektrofahrzeuge ausgestellt. Im Rahmen des Projekts reNatour der Luzerner Stiftung für Umweltinformation (LSU) fand dazu eine Exkursion mit Vorträgen zur Elektromobilität statt. Dabei wurden alte und moderne Elektrofahrzeuge begutachtet und testgefahren, spannende Fakten vermittelt und hitzige Diskussionen über Vor- und Nachteile der strombetriebenen Vehikel geführt.

Elektromobilität

Als Teil der Energiewende wird heute intensiv nach Wegen gesucht, den CO2-Ausstoss zu senken, die Energieeffizienz im Strassenverkehr zu verbessern und schrittweise vom Erdöl unabhängig zu werden. Bis im Jahr 2015 soll in der Schweiz – analog zu den in der EU gültigen CO2-Emissionsvorschriften – der CO2-Ausstoss von aktuell 151g CO2/km im Durchschnitt auf 130g CO2/km gesenkt werden. Bis 2050 soll dieser weiter markant herabgesetzt werden. Um dieses anspruchsvolle Ziel zu erreichen, werden massive technische Fortschritte und neue Technologien nötig sein.

Während Elektrofahrzeuge lange Zeit als exotische Vehikel galten, haben sie heute aufgrund ihrer zahlreichen Vorteile an Beliebtheit zugenommen: Elektromotoren können nicht nur den klassischen Verbrennungsmotor ersetzen, sondern sind darüber hinaus auch deutlich leiser, energieeffizienter und umweltfreundlicher unterwegs.

„Von den anfallenden CO2-Emissionen fallen rund 96% auf fossile Treibstoffe“.
Bundesamt für Strassen ASTRA

Elektromobilität umschreibt eine ganze Gruppe von Elektrofahrzeugen: Vom E-Velo über E-Motorräder, E-Autos bis hin zu verschiedenen Spezialfahrzeugen für Kleintransporte. Mittlerweile gibt es auch erste E-Busse und E-Lastwagen. Seit 2013 tourt der erste 18-Tonnen-Elektro-LKW für Feldschlösschen durch die Schweiz. Während E-Fahrräder zunehmende Beliebtheit erlangen, verläuft der Verkauf von E-Autos erst sehr zaghaft. Obwohl mittlerweile praktisch alle bekannten Autohersteller wie zum Beispiel Renault, Ford, Smart, BMW oder Nissan elektrisch betriebene PW-Modelle in unterschiedlichen Grössen anbieten, halten sich einige Vorurteile hartnäckig: Skeptiker fürchten vor allem eine geringe Reichweite, einen hohen Stromverbrauch und Probleme mit der Batterie.

Die aktuelle Reichweite liegt zwar mit durchschnittlich 150-200km deutlich unter jener von benzin- oder dieselbetriebenen Fahrzeugen. Allerdings benutzt die grosse Mehrheit das Auto ohnehin vor allem für den Arbeitsweg oder für Ausflüge – Strecken, die jedes E-Auto problemlos bewältigen kann. Eine grössere Reichweite dürfte allerdings nur noch eine Frage der Zeit sein. Bereits wurden in Japan Prototypen einer Batterie vorgestellt, die nicht nur eine Reichweite von 600km erlauben soll, sondern mit rund 5'000 Franken statt den bisherigen rund 15'000 Franken auch deutlich billiger wäre.

Stromverbrauch

Wie stark sich der Stromverbrauch in der Ökobilanz niederschlägt, hängt direkt davon ab, aus welchen Quellen der Strom stammt. Die meisten Elektrofahrzeugbesitzer beziehen zertifizierten Ökostrom oder nutzen Sonnenenergie über die eigene oder genossenschaftlich betriebene Photovoltaikanlage. Mit Strom aus erneuerbaren Ressourcen verbrauchen Elektrofahrzeuge im Vergleich zu herkömmlichen Fahrzeugen bis zu viermal weniger Energie und fahren emissionsfrei. Darüber hinaus wird auch die soziale und ökonomische Nachhaltigkeit gefördert: Mit lokal produziertem Strom ist man energietechnisch nicht mehr vom Ausland abhängig, zusätzliche Arbeitsplätze entstehen und die Wertschöpfung im Inland nimmt zu. Zudem hat die Schweiz die Chance, sich als technologischer Innovationsstandort zu behaupten. Aus diesen Gründen wird die Elektromobilität in der Schweiz auch vom Bund gefördert.

Wer herausfinden will, wie sinnvoll die Anschaffung eines eigenen Elektrofahrzeugs ist, kann mit der kostenlosen Smartphone-App der Schweizer Mobilitätsakademie eMotionApp sein Fahrprofil erstellen.

Weitere Exkursionen zum Thema erneuerbare Energien sowie zu weiteren umweltrelevanten Themen finden Sie auf der Seite reNatour der Luzerner Stiftung für Umweltinformation.

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