Zero Waste City – eine Stadt ohne Müll

Nebst der Abfalltrennung ist vor allem die Abfallvermeidung wichtig. Nebst der Abfalltrennung ist vor allem die Abfallvermeidung wichtig.

Vancouver, San Francisco, New York, aber auch Parma und Ljubljana tun es! Sie haben sich zum Ziel gesetzt, eine Stadt ohne Abfall zu werden.

Eine Stadt ohne Müll? Ist das nicht realitätsfremd? Das Konzept Zero Waste (Kein Abfall) hält sich hartnäckig. Seit einigen Jahren wird dieses Vorhaben in diversen Politagenden von Städten implementiert.

Wandel in den Köpfen

Unser heutiges Konsumverhalten erweckt den Eindruck, als stünden dahinter unerschöpfliche Rohstoffquellen. Immer neue Produkte drängen auf den Markt, deren Lebenszeit sich immer mehr verkürzt – nicht zuletzt darum, da sie kaum mehr reparierbar sind. Wir müssen uns darauf besinnen, dass Ressourcen wie das Leben einem Kreislauf unterliegen und Rohstoffe wieder zurückgeführt werden müssen.

Wir müssen uns mitverantwortlich fühlen, den Abfall zu reduzieren, abfallfreie Konzepte zu entwickeln und in unserem Alltag zu implementieren. Aufklärungsarbeit und vor allem auch das Vorleben des Wandels ist hierbei zentral.

Abfallkonzept

Und so geht das dann mit Zero Waste:

Erstens muss Abfall vermieden werden. Die Produkte müssen langfristig konzipiert werden und repariert werden können. Zusätzlich muss das Verpackungsmaterial reduziert oder weggelassen werden. In einer Stadt bedeutet dies, dass ein Restaurant im Idealfall direkt beim Produzenten einkaufen soll und so auf Zwischenhändler und unnötige Verpackung verzichtet. Detailhändler sollen ihre Produkte unverpackt oder in wiederverwendbaren Behälter verkaufen. Somit ist es unverzichtbar, die Produzenten in ihre Pflicht zu nehmen und sie auch für den Abfall oder die weitere Verwendung ihres Produktes mitverantwortlich zu machen. Ein ausgedientes Produkt muss so zerlegt werden können, dass möglichst viele Teile davon weiterverwendet werden können. So werden die Ressourcen in einem Kreislauf belassen.

Zweitens muss getrennt gesammelt werden. Organische Abfälle gehören nicht in den Abfall, sondern auf den Kompost. Kompoststationen müssen in Wohnarealen, wie auch bei grossen öffentlichen Institutionen (wie Schulen oder Spitäler) zur Verfügung stehen. Dazu müssen auch Recyclingstation bereitgestellt werden, wo die Bevölkerung den Abfall separieren kann. Zero Waste Europe schlägt vor, dass soziale Institutionen, welche zur Integration von Arbeitskräften dienen, die Arbeit der Aussortierung übernehmen können.

Drittens muss Abfall, welcher nicht rezykliert, kompostiert oder wiederverwendet werden kann, möglichst gering gehalten werden. Er soll sichtbar bleiben, damit der Anreiz erhalten bleibt, ihn weiter zu reduzieren.

Ziel erreicht…?

San Francisco hat sich das Ziel “Zero Waste bis 2020“ bereits 2002 gesetzt. Im Jahr 2010 wurden bereits 75% des Abfalls rezykliert oder kompostiert. Inzwischen sind sie bei gut 80%. Das ist bemerkenswert – braucht jedoch auch willige Partner und ein grosses Engagement. Plastiksackverbot, Verpflichtung zur Kompostierung, Wiederverwendung von Bauschutt, Mietzinsreduktion für Mieter, welche weniger Müll produzieren: Dies sind alles Ansätze, welche zu einer Reduktion beitragen können.

Dennoch, eine 100%ige Verwertung aller Abfälle ist schwierig. Nichtsdestotrotz ist eine solch grosse Reduktion ein beachtlicher Erfolg. Er zeigt uns auf, welches Potenzial hierzulande noch schlummert.

So freuen wir uns auf jede Stadt, die sich das Zero Waste-Ziel setzt. Und bis dahin am besten bei sich selber anfangen und den eigenen Abfall reduzieren (siehe Video).

 

 

Weiterführende Informationen/Quellen:
Zero Waste Europe
Zero Waste Switzerland
San Francisco, Projekt Zero Waste

 

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