Der Druck auf die Wasserressourcen im Nahen Osten ist sehr hoch und ist eine wirtschaftliche und soziale Zeitbombe. Bevölkerungswachstum sowie die Übernutzung der Wasservorkommen, lassen jene schrumpfen. Zahlreiche Flüsse in der Türkei, in Syrien, Irak, Libanon und Jordanien führen heute 50 bis 90 % weniger Wasser als noch vor fünfzig Jahren. Für die Landwirtschaft, aber auch für die Trinkwasserversorgung ist eine nachhaltige und grenzüberschreitende Wasserbewirtschaftung zentral. Sie kann friedensfördernde Massnahmen unterstützen und mithelfen, menschliche Tragödien zu vermeiden.
Die Schweiz und Schweden beauftragten 2009 die Strategic Forsight Group (SGF), ein Team von unabhängigen indischen Experten, mit der Begleitung des Reflexionsprozesses zu dieser Frage. 2010 wurden eine Reihe von Konsultationen und Treffen durchgeführt: in Montreux (Schweiz), Amman (Jordanien) und Sanliurfa (Türkei). Gestützt auf diese Diskussionen, an denen rund hundert Fachleute und führende Persönlichkeiten aus dem Nahen Osten teilnahmen, verfasste die SGF den Bericht «The Blue Peace» .
Kurzfristig besteht aus der Sicht der SFG die Notwendigkeit einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Wasserbereich in der Region. Sie schlägt insbesondere die Schaffung eines Kooperationsrats für die Wasserbewirtschaftung im Nahen Osten vor. Dieser sollte sich zunächst auf fünf Länder beschränken: Irak, Jordanien, Libanon, Syrien und die Türkei. Er sollte eine gemeinsame Vision sowie Instrumente und Modelle für einen grenzüberschreitenden Dialog zum Thema Wasserressourcen ausarbeiten.
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Wasser für Frieden
Der mit Unterstützung von Schweden und der Schweiz erstellte Bericht Blue Peace Report enthält Empfehlungen zur Förderung des Friedens und zum Abbau der Konflikte im Nahen Osten durch eine grenzüberschreitende, nachhaltige Bewirtschaftung der regionalen Wasservorkommen.
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