Erdüberlastungstag - wir leben auf Pump !

Unser übermässiger Ressourcenverbrauch gefährdet die Zukunft dieses Planeten. Unser übermässiger Ressourcenverbrauch gefährdet die Zukunft dieses Planeten.

Der Tag, an dem wir von unserem Globus mehr zehren, als er sich in einem Jahr regenerieren kann, kommt mit erschreckender Gewissheit jedes Jahr früher. Damit handeln wir uns langfristig massive Probleme ein.

Schon am 29. Juli ist dieses Jahr der Welterschöpfungstag, 6 Tage früher als vor vier Jahren (2015: 05.08.), 57 Tage früher als im Jahr 2000 (23.09.) und über drei Monate früher als 1980 (04.11.) ! Das liegt am hohen Konsumniveau in den Industrie- und Schwellenländern.
An diesem Tag hat die Menschheit jeweils alle zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die der Planet im Jahresverlauf erneuern kann. Danach nutzen wir mehr Holz als wieder nachwachsen kann, überfischen wir die Bestände der Weltmeere, sodass die Artenbestände laufend abnehmen und erzeugen wir mehr CO2, als unsere Wälder, Böden, Meere absorbieren können und heizen damit die Erdatmosphäre weiter an.

Zum besseren Verständnis würde das übersetzt in die Sprache der Ökonomen und auf Finanzen ausgerichteten Menschen heissen, dass am Earth Overshoot Day wir unser ganzes Jahresgehalt bereits ausgegeben haben, auch jenen Teil, den wir noch nicht verdient haben !

Der ökologische Fussabdruck, der die Fläche umschreibt, die den individuellen Ressourcenansprüchen eines Menschen genügen, sowie die in einem Land vorhandene Biokapazität bilden die Grundlage für die Berechnung des Datums. Da sich der Lebensstandard auf der Erde regional unterschiedlich ausprägt, sind zur Deckung der jeweiligen Bedürfnisse entsprechend grosse Flächen nötig. So braucht die Schweiz zur Deckung ihres Lebensstandards eine Fläche, die 4,3 mal grösser ist als das eigene Land, bzw. wir benötigen, um unseren Lebensstil befriedigen zu können, 3,1 Erden.

So erstaunt es nicht, dass der Ressourcenerschöpfungstag für die Schweiz dieses Jahr bereits am 7. Mai war und liegt damit gegenüber dem globalen Termin um fast drei Monate früher. Wir verbrauchen unsere natürlichen Ressourcen also viel schneller als der globale Durchschnitt. Seit diesem Tag sind wir darauf angewiesen, Ressourcen anderer Länder nutzen zu können.

„Unendliches Wirtschaftswachstum lässt sich nicht vom Ressourcenverbrauch entkoppeln. Durch die Auslagerung der Produktion unserer Güter in andere Länder wälzen wir die Kosten unserer ressourcenintensiven Lebensweise auf den globalen Süden ab.“
Kristina Utz, FairBindung, Deutschland

Grafik: Global Footprint Network www.footprintnetwork.org
Grafik: Global Footprint Network www.footprintnetwork.org

Die Menschheit lebt derzeit so, als hätten wir 1,7 Erden zur Verfügung. Aber die einzige Erde, die wir haben, ist kein Selbstbedienungswarenhaus mit scheinbar unbegrenztem Angebot. Laut WWF wird der jährliche Verbrauch 2020 bereits auf zwei und 2050 sogar auf drei Planeten ansteigen. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.

Wie Berechnungen zeigen, könnte durch die Reduktion der CO2-Emissionen auf die Hälfte der Earth Overshoot Day wieder um drei Monate hinausgeschoben werden.

Wenn auch hinter die Berechnungsmethode des Earth Overshoot Day allenfalls Zweifel aufkommen könnten, ist es doch eine Tatsache, dass wir die Erde überlasten und an ihr Raubbau betreiben. Die Folgen unseres übermässigen Ressourcenverbrauchs und des Klimawandels sind längst spürbar. Je weiter sich der Welterschöpfungstag im Jahr nach vorne schiebt, desto katastrophaler werden sie ausfallen. Betroffen sind wir alle, aber vorallem die ärmeren Länder.

Zentrale Rollen für die Erdüberlastung spielen neben den konkreten Ausbeutungen der Bodenschätze und dem Raubbau an den Wäldern (insbes. den tropischen Regenwäldern) die hohen CO2-Emissionen in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr ebenso wie die industrielle Landwirtschaft.

Offensichtlich wird mit zunehmender Deutlichkeit, dass die Art unseres Lebensstils auf Dauer nicht fortgeführt werden kann. Ein Umdenken und entsprechendes Handeln in Richtung nachhaltiger Entwicklung bedeutet dabei nicht apriori ein Verzicht auf Lebensqualität. Es bedeutet aber, sich Gedanken über die Spuren zu machen, die wir durch unsere Tätigkeiten hinterlassen. Daraus gilt es Schlüsse zu ziehen und konsequent auf umweltverträgliche Praktiken umzusteigen.

Insbesondere sind unsere Produktionsweisen und Konsumgewohnheiten generell zu ändern. Die Überfluss- und Wegwerfgesellschaft verlangt, dass weniger und wenn, dann nachhaltig konsumiert, rezirkuliert und wiederverwertet werden muss; Abfälle sollten vermieden, Energie eingespart und auf erneuerbare Quellen umgestellt,  Lebensmittel saisonal und regional eingekauft und weniger auf Fleisch und tierische Produkte gesetzt werden.

Mit Sicherheit kann damit auch eine Steigerung der persönlichen Lebensqualität erreicht werden.

„Statt der Natur Zeit zur Regeneration zu geben, pressen wir unsere Erde aus wie eine Zitrone. Damit betreiben wir Raubbau an nachfolgenden Generationen.“
Kira Heinemann, BUNDjugend Deutschland

Aufgrund ihres ökologischen Fussabdrucks benötigen diese Staaten für den Verbrauch ihrer eigenen Bevölkerung die x-fache Fläche ihres eigenen Landes soviele Erden. 

Aufgrund ihres ökologischen Fussabdrucks benötigen diese Staaten
für den Verbrauch ihrer eigenen Bevölkerung die x-fache Fläche ihres eigenen Landes soviele Erden  
Südkorea 8.8  Australien 5.2
Japan 7.1 USA 5.0
Schweiz 4.3 Südkorea 3.4
Italien 4.3 Russland 3.4
UK 4.0 Deutschland 3.2
China 3.9 Schweiz 3.1
Spanien 2.5 Frankreich 3.0
Indien 2.4 UK 3.0
Deutschland 2.4 Japan 2.9
USA 2.3 Italien 2.6
Frankreich 1.7 Spanien 2.4
    China 2.1
    Brasilien 1.8
    Indien 0.6
       
 Welt 1.7 Welt 1.7

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