Parkett à la Bambus: Wie nachhaltig ist das?

Vielleicht werden künftig all unsere Bodenbeläge und jede Art von Plastik  mit Bambus ersetzt. Vielleicht werden künftig all unsere Bodenbeläge und jede Art von Plastik mit Bambus ersetzt.

Wollen wir wirklich den Pandas ihr Lieblingsessen wegnehmen, um unsere Bodenbeläge allenfalls nachhaltiger zu gestalten?

Bambus ist ein besonders stabiles und strapazierfähiges Süssgras. Es wächst extrem schnell nach (bis zu einem Meter pro Tag) und ist lange haltbar. Das ist seiner Härte, Dichte und Stabilität zu verdanken. Das Riesengras Bambus hat auf fast allen Kontinenten, ausser Europa und Antarktis, ein natürliches Vorkommen. Weltweit sind rund 1000 verschiedene Bambusarten bekannt. Etwa 100 davon können heute auch in Europa gut gedeihen. Dank diesen Eigenschaften ist  Bambus als nachhaltige Ressource einzustufen.

Problem von herkömmlichem Parkettboden

Zu den typischen Parkettholzarten gehören Eiche, Buche, Ahorn, Birke und Nussbaum. Die Eiche beispielsweise muss 60 bis 80 Jahre wachsen, bis sie genügend gehärtet und erntereif ist. Eine nachhaltige Bewirtschaftung mit einem solchen Rohstoff ist sehr aufwendig. Oft wird Holz für den Parkettboden aus dem Ausland importiert. So wird zum Beispiel Ahorn aus Kanada oder den USA eingeschifft. Dieser Transport verursacht Treibhausgasemissionen und treibt somit die Ökobilanz des Parkettbodens in die Höhe.

Ja zum Bambus

Der Hauptvorteil des Bambus als Rohstoff ist das schnelle Wachstum. Bereits nach fünf Jahren können die Stängel geerntet werden. Zum Vergleich: Andere Tropenhölzer werden zum Teil erst im Alter von 80 Jahren verwendet. Weil Bambus so schnell nachwächst, kann jährlich eine grosse Menge geerntet werden. Hinzu kommt, dass die Bambusstängel nach dem Abholzen wieder rasch nachwachsen. Als Parkett ist das Riesengras geeignet, weil es sehr langlebig, robust und wasserresistent ist. Auch die exotische Optik ist für viele sehr ansprechend. Die warme Farbpalette reicht von goldgelb bis zu dunkelbraun.

Oder lieber doch nicht?

Die ressourcenschonende Holzart hat aber nicht nur Vorteile, wenn sie als Bodenbelag verlegt wird. Das Raumklima muss stimmig sein. Optimale Bedingungen für den Bambusparkett wären 50 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit und eine Raumtemperatur von maximal 20 Grad Celsius. Eine trockene Umgebung lässt den Bambus schrumpfen. Im besten Fall führt das zu quietschenden Geräuschen, im schlimmsten zu Rissen und Fugen im Parkettboden. Nicht nur wegen höheren Raumtemperaturen sondern vor allem auch in Kombination mit Fussbodenheizungen sollte man sich die Verlegung von Bambus deshalb zweimal überlegen. Als weiterer negativer Aspekt fällt der Kostenpunkt des Bambusparketts ins Gewicht. Im Allgemeinen muss man mit einem höheren Preis als für herkömmliche Parkettbodentypen rechnen. Ausserdem darf nicht vergessen gehen, dass der Bambus praktisch vollständig importiert werden muss. Die Verschiffung aus dem Ausland (vor allem aus China) treibt die CO2-Bilanz dieses Holzes in die Höhe.

In Produktion

Der grösste Teil von Bambus, der bei uns verkauft wird, stammt von Plantagen aus China. Auch die Verarbeitung läuft bisher in den Herkunftsländern ab. Über die Umwelt- und Sozialstandards hat man dort nur wenig Kontrolle und Übersicht. Bisher wird der Bambus noch vorwiegend in kleinen Betrieben angebaut und geerntet. Die Produktion ist deshalb verträglicher für Umwelt und Bevölkerung als beispielsweise Baumwolle, die in industrialisierten Monokulturen angebaut wird. Ein Pluspunkt des Riesengrases ist, dass er den Boden festigt und vor Erosionen schützt. Ausserdem ist der Bambus kaum auf künstliche Bewässerung angewiesen und gedeiht auch ohne Pestizide oder Kunstdünger.            

Fazit

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Bambus ein ressourcenschonender und ökologischer Rohstoff ist. In vielen Bereichen kann die Verwendung von Bambus als Alternative empfohlen werden; so zum Beispiel für Zahnbürsten, Möbel oder auch Fahrräder. Als Parkett weist Bambus allerdings einige wesentliche Nachteile auf. Deshalb sollte man diese Holzart lediglich in Räumen mit einem feuchteren Klima anwenden. Ein Bambusboden kann sich deshalb für Küche oder Bad eignen. In beheizten und trockenen Wohn- und Schlafzimmern herrscht kein optimales Raumklima für das Riesengras, weshalb dort besser darauf verzichtet wird. Falls der Bambus dort eingesetzt werden soll, müssten zusätzliche Massnahmen getroffen werden. Ein Luftbefeuchter oder häufiges Lüften (vor allem im Winter) schont den Bambus, führt allerdings zu höherem Energieverbrauch. Der Rohstoff ist folglich nicht nur als delikates Pandafutter verwertbar, sondern bietet sich, bei der richtigen Anwendung, auch für ihr Zuhause an.  

Quellen und weitere Informationen
GEO: Nachwachsender Rohstoff Bambus
fussbodenvergleich.de: Bambusparkett
haus.de: Bambusparkett

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