Rekordpreise für Nahrungsmittel

17 Jan 2012

Der neuste Bericht der UNO Organisation „Ernährung und Landwirtschaft“ FAO zeigt: Die Grundnahrungsmittel waren im Jahr 2011 so teuer wie noch nie. Besonders betroffen sind einmal mehr die ärmsten Bevölkerungsschichten unserer Erde.

Welches sind die Gründe, dass Getreide, Milchprodukte und Zucker immer teurer werden? Einerseits steigt die Nachfrage, da die Bevölkerung weltweit wächst.

Andererseits ist das Angebot, also die Nahrungsmittelproduktion, starken Schwankungen unterlegen. Nicht zuletzt erhöhen sich die Produktionspreise durch die Klimaveränderung. Ein Hauptgrund liegt aber in der Spekulation mit Nahrungsmitteln und mit dem Land, auf dem die Nahrungsmitteln angebaut werden. So stiegen die Investitionen in Rohstoffe, darunter auch Nahrungsmittel, von 13 Mia (2003) auf 600 Mia (2011).

Die Folgen sind gravierend. Besonders schlimm sind die Auswirkungen in Afrika. Je ärmer die Menschen sind, desto grösser ist der Anteil ihres Budget für Nahrungsmittel. Im Vergleich zu den Europäer, welche ca 10% ihres Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben, liegt dieses beim grössten Teil der Afrikaner bei 70-80%.

Das Problem wird sich in Zukunft noch verschärfen. Momentan ist in Afrika eine starke Migration erkennbar. Viele Menschen ziehen vom Land in die Stadt. Bald wird die Hälfte der Bevölkerung in Städten leben. Durch die Landflucht können sich die Menschen nicht mehr selbst versorgen. Aber auch die Bauern können von den vermeintlich höheren Preise der Nahrungsmittel nicht profitieren. Afrika ist in einer tiefen Landwirtschaftskrise. Seit Jahren wurden die Regierungen von den westlichen Geldgebern systematisch dazu gebracht, Subventionen aufzugeben. Die Bauern erhalten keine Kredite oder das nötige Know-how. Folglich importiert Afrika riesige Mengen Nahrungsmittel, weil es nicht fähig ist, sich selber zu ernähren.

Doch es gibt auch Lichtblicke. Die Afrikanische Union hat nun zum Umdenken aufgerufen. Die Regierungen müssen ihre Bauern wieder gezielt unterstützen. Zudem werden die Forderungen weltweit immer lauter, die Spekulationen mit Nahrungsmittel endlich zu verbieten.

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