Die Natur kennt keine Abfälle

22 Nov 2012

Haushaltsmüll, der verbrannt wird, verursacht Schadstoffemissionen und endet im Normalfall als Schlacke in der Deponie. Auch vom organischen Abfall landen in der Schweiz etwa 20 Prozent oder 250'000 Tonnen in Kehrichtverbrennungsanlagen. Wertvolle Inhaltsstoffe gehen so verloren.

Die Idee der nachhaltigen Verwendung von Ressourcen und der Begriff Recycling sind heutzutage in aller Munde. Dabei denken wir oft an Plastik-, Metall oder Papierabfälle, die zu neuen Produkten weiterverarbeitet werden. Immer wieder sollten wir uns aber auch an das Grundprinzip des Recyclings, bzw. Rezirkulierens erinnern, das auf natürlichen organischen Prozessen basiert. In der Natur gibt es keine Abfälle, sondern nur Kreisläufe: organisch totes Material wird von Mikroorganismen zu wertvollem Humus weiterverarbeitet. Wenn Küchen- und Gartenreste vom Menschen verbrannt werden, kehren sie nicht in die Natur zurück. Der Zyklus der Wiederverwertung wird damit unterbrochen.

Vom gesamten organischen Abfall landen in der Schweiz etwa 20 Prozent oder 250'000 Tonnen in Kehrichtverbrennungsanlagen.

Um dies zu verhindern und den gesamten Kreislauf zu berücksichtigten, ist eine ökologische Verwertung von Bioabfällen massgeblich. So kann nicht nur unser steigender Müllberg reduziert werden, sondern auch zur Erhaltung der organischen Bodensubstanz und zum natürlichen Pflanzenwachstum beigetragen werden. Die Fläche an fruchtbarem Boden wird weltweit immer knapper, unter anderem aufgrund der zunehmenden Siedlungsdichte, der Bodenverdichtung und –erosion, sowie dem Einsatz von chemischen Düngern und Pestiziden (Weitere Infos zur Bodenabnutzung).

In der Natur gibt es keine Abfälle, sondern nur Kreisläufe.

Organische Düngemittel schonen den Humus. Kompostiertes organisches Material enthält wertvolle Mineralstoffe, die für einen ausgeglichenen Bodenhaushalt von grosser Bedeutung sind. Für die intensive Landwirtschaft wird der Dünger heute chemisch hergestellt oder bergmännisch abgebaut, obwohl die Vorkommen in der Natur als endlicher Rohstoff begrenzt sind. Im Bereich der Siedlungsabfälle ist eine dezentrale Verwertung organischer Stoffe, zum Beispiel durch den Kompost im Garten oder im Quartier, weit ökologischer, energie- und kostensparender als deren Verbrennung. Wenn bei der privaten Kompostierung einige Grundregeln eingehalten werden, entsteht daraus wertvoller Humus.

Mit der professionellen Verwertung organischer Abfälle kommt nebst der klassischen Kompostierung vermehrt auch die sogenannte anaerobe Vergärung zum Einsatz, bei der ein Grossteil der Biomasse in Biogas umgewandelt wird. Das Gas dient als Bio-Treibstoff und zur Strom- und Wärmeerzeugung, die flüssigen Rückstände als landwirtschaftlicher Dünger und die festen Rückstände können kompostiert werden. Damit verwertet beispielsweise Kompogas die Siedlungsabfälle verschiedener Agglomerationen. Der Prozess stellt eine nachhaltige Alternative zu erdölbasierten Treibstoffen, sowie auch Düngern dar und ist somit energieeffizienter als die Verbrennung der Grünabfälle.

So können Stoffe, die gut dafür geeignet sind, kompostiert, und nur schwer kompostierbare Reste, wie z.B. Speiseabfälle aus der Gastronomie oder Fleischreste, vergärt werden. Um ökologisch sinnvolle und effiziente Resultate zu erzielen, braucht es also ein Mit- und Nebeneinander von Kompostierung und Vergärung, aber auch die energiesparende, dezentrale, private Kompostierung.

Weitere Informationen:
Tipps zum Kompostieren im Garten

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