Die Bauteilbörse – von der Basler Idee zur Schweizer Erfolgsgeschichte

Auch Bauteile können wiederverwendet werden. Auch Bauteile können wiederverwendet werden.

Die erneute Verwendung von gebrauchten, aber noch intakten Bauteilen, Geräten und Materialien sollte heutzutage bei Umbauten und Sanierungen zum Standard gehören. Dennoch wird erst ein kleiner Teil des vorhandenen Abbruchmaterials wiederverwertet. Die Idee, Brauchbares wiederzuverwenden und gleichzeitig eine soziale Aufgabe wahrzunehmen, ist mit den Bauteilbörsen heute in verschiedenen Städten verankert.

Vor 20 Jahren hatten die Basler Architektinnen Barbara Buser und Klara Kläusler die Idee, Bauteile aus Abbruchbauten zu bergen, aufzuarbeiten und einer zweiten Verwendung zuzuführen. Um diese Idee umzusetzen, brauchte es anfangs viel Überzeugungsarbeit. Die Grundgedanken dieses Experiments waren, Recycling auf eine umweltschonende Art zu betreiben und gleichzeitig soziale Arbeitsplätze zu schaffen. Um dieses Vorhaben umzusetzen, gründeten die initiativen Architektinnen die Bauteilbörse Basel als gemeinnützigen Verein.

Dabei zeigte sich, dass diese neuartige Idee am Anfang in der Baubranche und speziell bei Handwerkern eigentlich gut aufgenommen wurde. Die Umsetzung jedoch war zeitweise äusserst schleppend. Es brauchte viele Gespräche, Vorzeigebeispiele und Erklärungen, warum noch brauchbare Bauteile nicht weggeworfen werden sollten, sondern aufbereitet und wiederverwendet werden können. Dass dieses Vorgehen ökologisch Sinn macht und zugleich eine soziale Aufgabe sein kann, musste regelrecht «verkauft» werden.

So erlangte neben der Ökologie das Soziale eine zentrale Funktion, da in den Bereichen Demontage, Montage, Werkstatt und Administration in Zusammenarbeit mit Gemeinden, Sozialdiensten, RAV und IV Stellenlose und sozial Bedürftige -häufig mit einem Migrationshintergrund- mit dem Ziel der (Wieder-)Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt beschäftigt und betreut werden können.

Im Lauf der Jahre haben sich die Rahmenbedingungen der öffentlichen Hand nicht unwesentlich verändert. Ursprünglich wurde der Aspekt Energieeffizienz in den Vordergrund gestellt, sodass zum Beispiel ausgebaute Fenster kaum mehr in der Schweiz Verwendung fanden und grössere Mengen davon in den Kosovo transportiert wurden. Heutzutage steht mit der Ressourcenschonung vermehrt der Recyclinggedanke an erster Stelle.
So sind die Dienstleistungen auch auf Abbrüche, Rückbauten und Räumungen ausgedehnt worden. Dabei fallen insbesondere die Vorarbeiten für den Abbruch eines Hauses an, indem die Trennung der Materialien vorgenommen wird. Räumungen sind schlecht vorhersehbar, weshalb es viel Flexibilität in Planung und Personaleinsatz braucht. Grundlegend wichtig ist, Bauherren möglichst früh vor dem Bauprozess erreichen zu können, um wertvolles Material sicherstellen und einer neuen Verwendung zuführen zu können.

Mit dem Geschäftsmodell dem Recycling von ausgebauten Bauteilen den richtigen Stellenwert zu geben, etablierten sich weitere Organisationen, sodass sich heute an den verschiedensten Orten der Schweiz Bauteilbörsen oder Bauteilläden befinden. Neuerdings wird ein Qualitätsmanagementsystem eingesetzt, damit mit Behörden und Amtsstellen reibungslos zusammengearbeitet werden kann.

Die gut erhaltenen und aufbereiteten Bauteile, die durch Vermittlung einer der Börsen wieder eingesetzt werden, entsprechen nur etwa zehn Prozent des möglichen Potenzials. Durch verbesserte kantonale Vorschriften im Bereich Abbruch könnte dieser Anteil deutlich gesteigert werden. Das würde Entsorgungskosten senken und Deponieraum einsparen. Die Akzeptanz für rezyklierte Bauelemente ist heute auf dem Vormarsch, der Markt ist etabliert. Wiederverwendete Bauteile sind nicht nur kostengünstig, sondern auch ökologisch sehr sinnvoll.

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