Der Fisch des Jahres 2014

14 Jan 2014

Die Groppe (Cottus gobio) wurde vom Schweizerischen Fischereiverband zum Fisch des Jahres gewählt. Sie reagiert sensibel auf den Zustand der Bäche und Flüsse und ist somit eine natürliche Botschafterin für gesunde Gewässer. Der Verband fordert, dass die Renaturierung der Gewässer in der Schweiz stark vorangetrieben wird.

Groppen sind in der Schweiz weit verbreitet. Man findet sie in Bächen, Flüssen und teilweise auch in Seen im Einzugsgebiet von Rhein, Rhone und Po.  Da ihre Schwimmblase degeneriert ist, sind sie sehr schlechte Schwimmer. Sie bewegen sich hüpfend vorwärts, indem sie sich mit gespreizten Brustflossen ruckartig über den Grund bewegen. Bei Gefahr verstecken sie sich unter Steinen oder Totholz. Dank ihrer Tarnung sind sie dort nur schlecht zu erkennen. Aktiv sind sie in der Dämmerung oder nachts, tagsüber halten sie sich in ihren Verstecken auf. Auf dem Speisezettel stehen Kleintiere wie Insektenlarven, Bachflohkrebse und Schnecken.

Während der Laichzeit im Februar bis Mai bereitet das Männchen unter Steinen oder Holz eine höhlenartige Laichgrube vor. In diese legt das Weibchen dann bis zu 200 Eier. Diese werden vom Männchen befruchtet und bleiben dann als Klumpen an der Unterseite der Steine haften. Groppen betreiben Brutpflege; die Eier werden vom Männchen gepflegt und verteidigt. Sie gehören zu den so genannten Kurzdistanzwanderfischen. Im  Laufe ihrer Entwicklung benötigen sie unterschiedliche Substrattypen. Zwischen den verschiedenen Habitaten werden Wanderungen durchgeführt.

„Dort, wo es Groppen gibt, stimmt der Lebensraum im und am Gewässer, dort wo es keine gibt, ist der Gewässerraum nicht okay. “     
Samuel Gründler, Biologe beim Schweizerischen Fischerei-Verband

Die Fische stellen große Ansprüche an die Wasserqualität; sie benötigen eine hohe Sauerstoffkonzentration, eher niedrige Wassertemperaturen und fühlen sich vorwiegend am steinigen Grund wohl. Obwohl sie in der Schweiz doch relativ häufig vorkommen, gilt die Art nach der Roten Liste als potentiell gefährdet.

Die grössten Feinde der Groppen sind künstliche Uferverbauungen, begradigte Bäche und Flüsse. In monotonen, begradigten Fliessgewässern fehlen den Tieren die natürlichen Lebensgrundlagen. Dämme und Querbauten stellen für sie  unüberwindbare Hindernisse dar. Das führt dazu, dass die genetische Vielfalt in den Populationen sinkt und die Neubesiedlung von Gewässern verunmöglicht wird. Auch die schlechte Wasserqualität durch die Belastung mit Schwermetallen sowie Dünge- und Pflanzenschutzmitteln macht den Tieren zu schaffen.

Die Groppen sind Bioindikatoren für gute Wasserqualität und einen natürlichen Zustand der Gewässerlandschaft. Nur wenn die Gewässer in natürlichem Zustand oder renaturiert sind, hat die Groppe eine Zukunft. Obwohl vielerorts Renaturierungen durchgeführt werden, sind allzuviele Gewässer (noch)in einem sehr unbefriedigenden Zustand. Deshalb fordert der Schweizerische Fischerei-Verband, die Revitalisierung der Gewässer zielstrebig voranzutreiben.

Kommentar schreiben

Die Kommentare werden vor dem Aufschalten von unseren Administratoren geprüft. Es kann deshalb zu Verzögerungen kommen. Die Aufschaltung kann nach nachstehenden Kriterien auch verweigert werden:

Ehrverletzung/Beleidigung: Um einen angenehmen, sachlichen und fairen Umgang miteinander zu gewährleisten, publizieren wir keine Beiträge, die sich im Ton vergreifen. Dazu gehören die Verwendung von polemischen und beleidigenden Ausdrücken ebenso wie persönliche Angriffe auf andere Diskussionsteilnehmer.

Rassismus/Sexismus: Es ist nicht erlaubt, Inhalte zu verbreiten, die unter die Schweizerische Rassismusstrafnorm fallen und Personen aufgrund ihrer Rasse, Ethnie, Kultur oder Geschlecht herabsetzen oder zu Hass aufrufen. Diskriminierende Äusserungen werden nicht publiziert.
Verleumdung: Wir dulden keine Verleumdungen gegen einzelne Personen oder Unternehmen.

Vulgarität: Wir publizieren keine Kommentare, die Fluchwörter enthalten oder vulgär sind.

Werbung: Eigenwerbung, Reklame für kommerzielle Produkte oder politische Propaganda haben keinen Platz in Onlinekommentaren.

Logo von umweltnetz-schweiz

umweltnetz-schweiz.ch

Forum für umweltbewusste Menschen

Informationen aus den Bereichen Umwelt, Natur, Ökologie, Energie, Gesundheit und Nachhaltigkeit.

Das wirkungsvolle Umweltportal.

Redaktion

Stiftung Umweltinformation Schweiz
Eichwaldstrasse 35
6005 Luzern
Telefon 041 240 57 57
E-Mail redaktion@umweltnetz-schweiz.ch

Social Media

×

Newsletter Anmeldung

Bleiben Sie auf dem neusten Stand und melden Sie sich bei unserem Newsletter an.