Massensterben der Saiga-Antilopen in Kasachstan

Die Jäger haben es besonders auf die Hörner der Saiga-Antilopen abgesehen. Die Jäger haben es besonders auf die Hörner der Saiga-Antilopen abgesehen.

Ein neuerliche Seuche hat in Kasachstan in wenigen Tagen rund 120‘000 Saiga-Antilopen hingerafft. Dieses Massensterben ist ein Rückschlag für den Erhalt dieser Art, weil die Bestände der Tiere sonst schon stark rückläufig sind. Gerade Wilderer jagen die Saiga-Antilopen, da die Traditionelle Chinesische Medizin den Hörnern eine heilende Wirkung nachsagt.

Die Saiga-Antilopen zählen zu den Huftieren und waren einst in ganz Europa verbreitet. Sie fallen durch ihre rüsselartige Nase auf. Heute kommen die Tiere nur noch in Russland, in Kasachstan und in der Mongolei vor. Ihr Lebensraum sind semiaride (halbtrockene) Steppen und Graslandformationen. Ihre natürlichen Feinde sind die Wölfe. Um gegen diese in ihrem Lebensraum ohne Deckungsmöglichkeiten bestehen zu können, erreichen die Saiga Geschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometern. In den 1920er-Jahren sind die Saiga beinahe ausgestorben. Ihre Bestände erholten sich jedoch und beliefen sich in den 1950er-Jahren nahezu zwei Millionen Tiere. Heute sind ihre Bestände, hauptsächlich aufgrund von verstärkter Wilderei sowie Krankheiten, wieder stark rückläufig. Die Wilderer jagen die Tiere wegen ihrer Hörner, denen in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eine heilende Wirkung angedichtet wird. Auf die lokalen Ökosysteme hat das Fehlen der Tiere logischerweise ebenfalls Konsequenzen.

Neuerliche Seuche rafft Tiere dahin

In Kasachstan hat eine Seuche seit Mitte Mai mehr als 120‘000 Saiga-Antilopen hingerafft. Dies teilte das Landwirtschaftsministerium Kasachstans in Astana mit. Die toten Tiere sollen Schaum vor dem Mund und Durchfall gehabt haben. Rund 90 Prozent der verendeten Tiere sind Antilopenkühe. Es wird vermutet, dass sich die Tiere mit dem Erreger Pasteurella infiziert haben. Das Bakterium ist bei den Säugetieren für eine Reihe von Erkrankungen verantwortlich, darunter die Wild- und Rinderseuche. In der Saiga-Population ist das Bakterium von Natur aus vorhanden. Zum Ausbruch der Krankheit kommt es aber nur unter bestimmten Bedingungen. Dazu zählen insbesondere Stressfaktoren. Bereits 1984 starben bei einem Massensterben rund 100‘000 Saiga-Antilopen. 1988 verendeten sogar 634‘000 Tiere, und erst kürzlich im Mai 2010 starben 12‘000 Tiere. Es ist noch nicht geklärt, ob die jeweiligen Massensterben auf die gleiche Ursache zurückzuführen sind.

Ein Massensterben dieses Ausmasses bedeutet einen dramatischen Rückschlag für die Schutzbemühungen zum Erhalt dieser Art.
Thomas Tennhardt, Vizepräsident des Naturschutzbund Deutschlands

Til Dieterich, Experte des Naturschutzbund Deutschlands (Nabu), führt aus: „Die Steppe ist im Wandel, da viele Äcker brach liegen und dadurch bestimmte Frühjahrsblüher stellenweise massenhaft auftreten. In Kombination mit starken Regenfällen kann es dann unter anderem zu Vergiftungen kommen.“ Der Vizepräsident des Nabu, Thomas Tennhardt, gibt zu bedenken: „Ein Massensterben dieses Ausmasses bedeutet einen dramatischen Rückschlag für die Schutzbemühungen zum Erhalt dieser Art.“ Anfangs 2014 zählte die Population in Kasachstan rund 300‘000 Saiga-Antilopen. Um die genauen Ursachen des neuerlichen Massensterbens zu klären, hat die Weltorganisation für Tiergesundheit ein Team von Spezialisten in die Region entsandt. Im Einsatz sind bereits hunderte Helfer, um den erkrankten Saiga-Antilopen zu helfen.

Weitere Informationen:
Mysteriöses Massensterben der Saiga-Antilopen (welt.de)
Rätselhaftes Massensterben in Kasachstan (tagesspiegel.de)
Saiga-Antilope (Saiga tatarica) (wwf.de)

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