Zum Tier des Jahres 2017 geweiht: Der Rothirsch

Rothirschen kämpfen um Brutplatz und Hirschkühe. Rothirschen kämpfen um Brutplatz und Hirschkühe.

Das Wanderleben der Rothirsche wird immer schwieriger, während sich Autobahnen und Zugschienen durch die Landschaft schlängeln.

Mit dem neuen Jahr wurde auch das Tier des Jahres bestimmt. Im Vergleich der vorigen Jahre hat der Rothirsch mehr Bekanntheit als seine Vorgänger und trägt zudem den Titel des grössten Wildtieres in der Schweiz. Vor 150 Jahren war er noch ausgerottet und jetzt nicht einmal mehr auf der Liste für bedrohte Tiere. Wieso trotzdem ausgerechnet der Waldkönig zum Tier des Jahres gekrönt wurde, erklärt Pro Natura folgendermassen:

„Der «König der Wälder» wandert viel – zwischen Tag- und Nachtquartier sowie zwischen Sommer- und Winterlebensraum. Die stark zerschnittene Landschaft der Schweiz stellt für ihn dabei ein immer grösseres Problem dar. Pro Natura macht sich mit der Wahl des Rothirschs für die nötige Überbrückung von menschgemachten Hindernissen stark – zugunsten aller Wildtiere.“ - Pro Natura

Zerschnittene Landschaft

„Stau auf der A1. Grund dafür sind Wildtiere auf der Fahrbahn.“ Das hat wohl der eine oder andere Autofahrer schon mal im Radio gehört und sich vielleicht sogar darüber geärgert, weil sich die Heimfahrt von der Arbeit verzögert. Es stellt sich die Frage, ob uns in solchen Momenten bewusst ist, dass diese Tiere, wie wir auch, von A nach B kommen wollen. Unsere Wege kreuzen sich dabei. Die Autobahnstrassen und Zugstrecken bedeuten für viele Wildtiere sogar das Ende der Reise. Sie erreichen ihr Winter- oder Sommerlager nicht und sind zum Umkehren gezwungen oder enden im schlimmsten Fall unter Rädern.

Mit schwerem Kopfschmuck gekrönt

Die Nomaden legen mehrere Dutzend Kilometer zwischen ihrem Sommer- und Winterlager zurück – wenn es unsere Infrastrukturen zulassen.  Auch Flüsse sind für die guten Schwimmer kein Hindernis.
Hirschkühe und Hirsche leben dabei in separaten Rudeln und treffen in der Brunftzeit aufeinander. Die Männchen kämpfen dann mit ihren bis zu 8kg schweren Geweihen, wenn ihr Röhren und Imponierverhalten noch nicht gereicht haben, um die Konkurrenz zu vertreiben.
Rothirsche verdanken ihren Namen übrigens dem rötlich-braunen Sommerfell. Im Winter sind sie allerdings eher grau-braun unterwegs. Und um Energie zu sparen, machen Rothirsche Winterstarre anstatt Winterschlaf. Herzfrequenz und Temperatur sinkt während ein paar Stunden des Tages bis zur Hälfte ab, denn auch für die ganz und gar nicht wählerischen Pflanzenfresser steht nicht gerade viel auf dem Speiseplan in den Wintermonaten – und wir Menschen sind nicht ganz unschuldig daran. Deshalb: Freie Bahn für wilde Tiere!

 

Weiterführende Informationen/Quellen
Pro Natura

 

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