Tag des Eisbären: Leben auf dünnem Eis

Der vorwurfsvolle Blick vom Eisbären. Der vorwurfsvolle Blick vom Eisbären.

Wegen dem Klimawandel und den eingeschränkten Lebensräumen durch die Ölindustrie bewegt sich der Eisbär auf dünnem Eis. Der heutige Tag soll auf den beliebten Bären und seinen bedrohten Lebensraum aufmerksam machen.

Die eine oder andere von uns erinnert sich an den kleinen Eisbären Lars, der hierzulande in Buch- und Filmformat erschien. Anderweitig herrscht in diesen Breitengraden ein Mangel an Bären. Doch auch in der Arktis, dem Breitengrad der Eisbären, sind die Raubtiere eher eine Seltenheit. Sie werden zwar öfters gesehen, dies aber nicht dank einem Wachstum des Bestandes, sondern wegen Hunger und Einschränkungen im Lebensraum.

Winterspeck

Eisbären sind Raubtiere: Ihre Lieblingsbeute sind Robben. Da im Winter die Jagd auf diese deutlich einfacher ist, legen die Raubtiere eine Speckschicht von bis zu 11cm, die sie vor der Kälte schützt und durch den Sommer bringt. Robben zu fangen gelingt ihnen im offenen Wasser aber nur selten. Auf dem Packeis können sie ihrer Beute auflauern und, wenn die Robben zum Atemholen auftauchen, zupacken. Der Geruchssinn der Eisbären ist so gut, dass er Robben über einen Kilometer entfernt oder durch eine Eisschicht riechen kann. Auch ihr Gehör ist ausgezeichnet. Durch das Schlagen aufs Eis und die dadurch hörbare Wasserreflexion finden die Eisbären den besten Ort, um die Fläche aufzubrechen. Die grossen Raubtiere sind aber nur in einem von zehn Anläufen erfolgreich. So kann es vorkommen, dass Eisbären mehrere Monate nichts fressen ausser ein bisschen Seetang. Ihr Magen ist aber so konzipiert, dass der Eisbär enorme Mengen auf einmal fressen kann.

Alle drei Jahre Sex

Eisbären sind Einzelgänger und die Weibchen sind nur alle 3 Jahre paarungsbereit. Denn solange geht es, bis der Nachwuchs auszieht. Noch während der Schwangerschaft graben die Eisbärenweibchen eine Höhle. In dieser werden die Jungtiere geboren und weitere vier Monate mit Milch versorgt. Danach bleiben die Kleinen noch zwei Jahre bei der Mutter, bevor sie sich auf ihren eigenen Weg durch die Arktis wagen.

Eine Eisbärin mit ihren Jungen auf dem Packeis. jidanchaomian, flickr.com

Klimawandel

Mittlerweile gibt es in vielen Ländern ein Jagdverbot auf Eisbären. Wilderer hält dies aber nicht davon ab, Jagd auf die weissen Raubtiere zu machen. Doch Jäger sind nicht die einzigen Feinde des Eisbären. Auch der Klimawandel und die Ölindustrie tragen das Ihre dazu bei. Eisbären sind wohl das Symboltier schlechthin, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen, da sie sehr stark davon betroffen sind.

„Das kennen wir ja alle aus den Medien – Eisbär jagt Robben auf Packeis, Packeis geht wegen der Erderwärmung flöten. Eisbär muss sich stattdessen an Land was zu essen suchen. Das klappt nicht so gut.“ Lydia Möcklinghoff in „Die Supernasen“

Während in den 80er Jahren kaum Eisbären gesichtet wurden, müssen sich Wissenschaftler heutzutage einen Elektrozaun um das Camp bauen, damit sie nicht ausgeraubt werden. Dies ist allerdings nicht einer wachsendes Eisbärenpopulation zu verdanken, sondern einer wachsender Anzahl an ausgemergelten und hungrigen Bären. Da das Packeis schneller schmilzt, können die Eisbären ihrer Beute nicht mehr getarnt auflauern und sich keine so dicke Speckschicht anfressen. Das resultiert entweder im Verhungern oder im Eindringen in besiedelte Gebiete, um an Futter zu kommen. Es wird also Zeit, den Klimawandel zu stoppen! Obama’s Sperrung der Ölbohrflächen in der Arktis war ein Schritt in die richtige Richtung…
 

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