In Schweizer Badis ist die Gans los

Graugänse können bis zu 17 Jahre alt werden Graugänse können bis zu 17 Jahre alt werden

Die neuerdings auch im Sommer anwesende Graugans zwingt Schwimmbadbesitzer dazu, zum Absperrband zu greifen. Das Füttern der Wildgänse könnte die Lage verschärfen.

Die Graugans ist stämmig und mit einer Länge von bis zu 90cm die grösste europäische Wildgans. Eigentlich ist der Zugvogel bei uns ein Durchzügler oder Wintergast. Seit einiger Zeit gefällt es dem Entenvogel aber auch im Sommer ganz gut bei uns.

Klimawandel verändert das Verhalten der Zugvögel

Die Tiere scheinen ihre Gewohnheiten aufgrund des veränderten Klimas geändert zu haben: Seit einiger Zeit berichten Bauern in Deutschland, dass die Gänse dort sogar das ganze Jahr über bleiben und im Winter nicht mehr in den Süden ziehen. Auch in der Schweiz hat man die Gans nun vermehrt um sich. Der Vogel fühlt sich in Feuchtgebieten und an Seen wohl, kommt aber eigentlich aus Nord- bzw. Nordosteuropa und durchquert die Schweiz zwischen Ende November und Mitte Februar lediglich bei der Durchreise zum Mittelmeer. Einige Vögel haben sich in den letzten Jahren in der Schweiz niedergelassen und ihnen scheint es hier zu gefallen: Beispielsweise im Naturschutzgebiet am Baldeggersee haben sie Raum und Nahrung zur Verfügung. Anfangs waren es wenige, seither steigt die Zahl der Mitglieder des Graugans-Trupps stetig und liegt heute bei circa 25-30 Gänsen. Ähnlich ist dies an den Seen bei Luzern und Zug zu beobachten.

Absperrband hält die gefiederten Besucher fern

Die Badegäste stören sich eigentlich nicht gross an den Tieren, doch der Kot auf den Wiesen ist unangenehm und unhygienisch. Die Tiere stehen unter Schutz, weshalb sich die Badi-Besitzer mit den neuen Nachbarn arrangieren müssen. Ein Absperrband am Ufer hält nun die Gänse davon ab, sich auf der Liegewiese zu verpflegen. Damit kann das „Gänse-Problem“ wortwörtlich im Zaun gehalten werden. Die Gänse halten sich seither von den Ufern fern, womit dem Badi-Personal viel Reinigungsaufwand erspart wird. Im Luzerner Strandbad Lido wird man ab Herbst nach einer ästhetischen Alternative des Plastikbandes suchen.

Bitte nicht füttern!

Besitzer der Badeanstalten appellieren an die Gäste mit: „Bitte nicht füttern“-Tafeln, um die übermässige Vermehrung der Tiere zu verhindern. Die Gänse finden in der Umgebung genug Futtermöglichkeiten, sonst hätten sie sich wohl die neuen Plätzchen gar nicht erst ausgesucht. Mit der Fütterung der Tiere und der damit verbundenen Vergrösserung der Population werden die Tiere zu einer Last für die Landwirte und andere Tierarten, deshalb soll darauf verzichtet werden.

Verhaltenstheorie: Der Zoologe Konrad Lorenz untersuchte das Verhalten der Graugans – insbesondere die Prägung beim Küken – eingehend. Er stellte fest, dass Graugansküken jeden, den sie in der ersten Phase nach dem Schlüpfen akustisch und optisch wahrnehmen, als Mutter, Vater wahrnehmen und jenem instinktiv folgen, um ihr Überleben sicherstellen. Jungtiere akzeptieren auch artfremde „Mütter“. Lorenz hielt ein Entenküken „Martina“, welches ihn als Mutter erkor.

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