Neues Jahr, neues Tier – die europäische Wildkatze

Gegenüber der Hauskatze weist die Wildkatze einige relevante Merkmale auf, die die Unterscheidung vereinfachen. Gegenüber der Hauskatze weist die Wildkatze einige relevante Merkmale auf, die die Unterscheidung vereinfachen.

Die europäische Wildkatze wurde von ProNatura zum Tier des Jahres erkoren. Wilde Wälder, deckungsreiche Naturlandschaften, wirkungsvoller Naturschutz – für diese Dinge soll sie als Botschafterin im Jahr 2020 stehen.

Die europäische Wildkatze –Steckbrief
Verbreitung: Ursprünglich ganz Europa, heute nicht mehr in allen Teilen
Lebensraum: Grosse, alte Misch- und Laubwälder mit vielfältiger Struktur (neue Erkenntnisse zeigen, dass sie auch ausserhalb von Waldgebieten gut auskommen, sofern genügend Schutz zur Verfügung steht)
Vorkommen in CH: Wiesen und Wälder im Jura
Lebenserwartung: 7 – 10 Jahre
Klasse: Säugetier, Ordnung: Raubtier

Felis silvestris

Felis silvestris, das ist ein passender Name, um zu Beginn des Jahres zur Botschafterin gekürt zu werden. Allerdings hat die europäische Wildkatze nicht nur dank ihrem lateinischen Namen den Titel des Tiers des Jahres verdient. Die Wildkatze soll laut ProNatura als Zeichen für die Wildnis stehen. In der Schweiz können wir vermehrt wagen, wilde Gebiete zuzulassen. Profitieren von solch einer Einstellung können Tier- und Pflanzenarten und nicht zuletzt wir selbst. Vielfältige Kulturlandschaften und wilde Wälder, das sind wichtige Mittel, um Artenvielfalt und Biodiversität zu fördern: Eine dringliche Aufgabe in Zeiten des Klimawandels und des Artensterbens. In der wörtlichen Übersetzung bedeutet Felis silvestris Waldkatze. Der Wald ist der ursprüngliche Lebensraum der Wildkatze.

Gefährdung

Hinter der europäischen Wildkatze liegt eine steinige Vergangenheit. Als Raubtier wurde die europäische Wildkatze als vermeintlicher Schädling über lange Zeit verfolgt. Die Zerschneidung und Zerstörung von alten Wäldern erschwerte das Leben der Wildkatzen zusätzlich. Hinzu kamen nach der Einführung von Jagdverboten auch illegale Abschüsse. Erst als es bereits beinahe zu spät war, wurde man sich der daraus resultierenden Folgen bewusst. Bis heute ist nicht klar, ob die Wildkatze in der Schweiz während einer gewissen Zeitspanne vollständig ausgerottet war. Es besteht die Möglichkeit, dass einige wenige Tiere überlebten und die Bestände wieder aufzufüllen vermochten. Auch denkbar ist allerdings, dass Einwanderungen aus Frankreich die Art wieder in der Schweiz verbreiteten. In den 60er- und 70er-Jahren wurden europäische Wildkatzen zudem von Organisationen sowie Privatpersonen ausgesetzt. Heute hat die elegante Waldjägerin einen hohen Schutzstatus inne.

Schutz der europäischen Wildkatze
Im schweizerischen Bundesgesetz über Jagd und Vogelschutz ist die Wildkatze seit dem Jahr 1963 geschützt. Auf der Roten Liste wird sie als „stark gefährdet“ eingestuft. Das bedeutet, dass die Population in der Schweiz deutlich zurückgegangen und regional vollständig verschwunden ist.
Auch im weiteren Europa steht die Art nach der Fauna-Flora-Habitat Richtlinie (FFH) unter strengem Schutz.

Aussichten

Trotz Rückkehr der Wildkatze in die Schweiz ist die Gefahr noch nicht vollständig gebannt. Heute stellt vor allem die Hybridisierung, also die Paarung mit Hauskatzen, eine grosse Gefahr für den Bestand der Wildkatze dar. Die Verantwortung tragen hier Katzenhalterinnen und Katzenbesitzer: Freilaufende Hauskatzen sollten kastriert werden, um Kreuzungen mit Wildkatzen zu vermeiden. Das erhöhte Verkehrsaufkommen und die gefährlichen Strassen stellen für die Wildkatze eine Bedrohung dar. Mittels natürlichen Übergängen, sogenannten sicheren Wildtierkorridoren, kann diese Gefahr reduziert werden. Des Weiteren wäre eine wirkungsvolle Lösung die Förderung von Wildnis in der Schweiz. Auch hier können wir alle unseren Beitrag leisten.

Quellen und weitere Informationen:
ProNatura: Die Wildkatze ist das Tier des Jahres 2020
Kora: Wildkatze
Artenschutz: Rote Liste – Säugetiere
Fauna-Flora-Habitatrichtlinie FFH

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