Der goldene Hund auf leisen Pfoten

Schakal leitet sich vom persischen Wort "Shigal" ab. Schakal leitet sich vom persischen Wort "Shigal" ab.

Seit einigen Jahren wandert der scheue Goldschakal immer weiter nach Mitteleuropa und wurde im letzten Jahrzehnt auch einige Male in der Schweiz gesichtet.

Der Goldschakal oder der goldene Hund – so lautet die Übersetzung seines lateinischen Namens Canis aureus – gehört zur Familie der Wolfs- und Schakalartigen (Canidae). Er stellt neben dem Wolf (und natürlich unseren Hunden) den einzigen Vertreter dieser Familie auf dem europäischen Kontinent dar. Sein Hauptverbreitungsgebiet in Europa ist der Balkan. Heimisch war er ursprünglich in weiten Teilen Arabiens, Indiens, in Nordafrika und im Nahen Osten bis in die Türkei. Seit einigen Jahrzehnten vergrössert er sein Verbreitungsgebiet nach Norden in Richtung Mitteleuropa. Über Einwanderungskorridore gelangten die Tiere über Ungarn, Slowenien und Kroatien in den 80er-Jahren nach Norditalien und Österreich. Er wurde zwar nicht direkt vom Menschen in unsere Breiten eingeschleppt – und gilt deswegen nicht als Neozoe – profitiert aber von der vom Menschen mitverursachten Abwesenheit des Wolfes sowie den steigenden Temperaturen aufgrund der Klimaerwärmung.

Verwechslungsgefahr 

Aufgrund seiner Grösse und seines Aussehens wird der Goldschakal oft mit anderen Hundeartigen verwechselt. In seinem Habitus und seiner goldgelben Fellfärbung ähnelt er dem Wolf, ist aber wesentlich kleiner und kompakter. Mit einer Länge von 80 cm, einer Schulterhöhe zwischen 35 und 50 cm und einem Gewicht von acht bis zehn Kilogramm liegt er zwischen Fuchs und Wolf. Wie der Fuchs ist der Goldschakal ein Allesfresser und somit dessen Nahrungskonkurrent. Jagt er alleine, frisst er vor allem Kleintiere wie Nagetiere, Vögel, Eidechsen oder Insekten, aber auch pflanzliche Kost verschmäht er nicht. Im Familienverband kann das Rudel auch grössere Tiere erlegen. Die Tiere sind sehr sozial und leben üblicherweise im Familienverband von 3-4 Tieren. Ein Schakalpaar bleibt oft ein Leben lang zusammen. Natürliche Feinde sind nur die grösser gewachsenen Wölfe. Deren Anwesenheit führt zur Abwanderung der Schakalfamilie. Deswegen gehen Wissenschaftler davon aus, dass Europa früher nicht von Schakalen besiedelt wurde, da der Wolf überall in Mitteleuropa heimisch war.  

Goldschakale in der Schweiz 

Während in Norditalien und Österreich mittlerweile auch Tiere im juvenilen Stadium gesichtet wurden und sich somit bestätigte, dass sie sich auch vor Ort fortpflanzen, dauerte es in der Schweiz etwas länger, bis das scheue Tier sich zeigte. Erste Sichtungen eines Goldschakals in der Schweiz wurden im Winter 2011/2012 in den Nordwestalpen während eines Luchsmonitorings gemacht. Danach blieb es lange ruhig, und erst 4 Jahre später wurde erneut ein Goldschakal in der Surselva (GR) mit einer Wildtierkamera fotografiert. Seither werden der Forschungsstelle KORA (Raubtierökologie und Wildtiermanagement) regelmässig Beobachtungen von Einzeltieren gemeldet. Durch seine selbständige Einwanderung im Zuge einer natürlichen Arealausweitung gilt der Goldschakal gemäss Einschätzung des Bundes in der Schweiz als „einheimische, geschützte Art“ und darf nicht gejagt werden. Seinen direkten Konkurrenten, den Rotfuchs, wird er auch kaum verdrängen können; dafür ist dieser zu anpassungsfähig und auch zu weit verbreitet. 
Laut Einschätzungen der Wildtierexperten ist das Vorkommen des Goldschakals ein gutes Zeichen für ein gesundes und funktionierendes Ökosystem. Über dieses Lob kann sich nun die Gemeinde Onsernone im Tessiner Centovalli freuen, denn dort wurde im April 2020 ein weiterer Goldschakal auf den Fotofilm gebannt. 
 

Quellen und weitere Informationen: 
Waldwissen.net: Steckbrief Goldschakal
Kora: Verbreitung in der Schweiz
Large Carnivore Initiative for Europe: Verbreitungsgebiet
Biodiversity and Conservation (Trouwborst, A., Krofel, M. & Linnell, J.D.C ): Legal implications of range expansions in a terrestrial carnivore: the case of the golden jackal (Canis aureus) in Europe

 

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