«Projet Lac» – Damit die Fischbiodiversität gesichert bleibt

Über die Fischarten der Seen in Europa ist wenig bekannt. Das soll sich jetzt ändern. Ein internationales Fischerteam, unter der Leitung des Wasserforschungsinstituts Eawag und des Naturhistorischen Museums Bern macht in den Alpen – und Alpenrand-Seen eine Bestandesaufnahme.

Nach dem Gesetz der Fischerei müssen in der Schweiz alle Fischarten genau bekannt und dokumentiert werden. Auch in der EU gilt eine ähnliche Vorgabe. Doch bis jetzt weiss man noch sehr wenig über die Arten in den grösseren Seen Europas. Anhand von Statistiken ist zwar bekannt, wie viele Fische und welche Arten gefangen werden und wie viele ausgesetzt, doch die faktische Vielfalt ist noch fremd. Mit dem «Projet Lac» soll nun Licht in das Dunkel gebracht werden.  

See um See wird bereits seit 2010, als das Projekt startete, nach Fischen abgesucht. Die gefunden Arten werden bestimmt, vermessen und fotografiert. Ausserdem werden die Fangzahlen statistisch ausgewertet. „So ermitteln wir erstmals wie hoch die Fischbiodiversität in den Seen heute wirklich noch ist“, sagt der Leiter des «Projet Lac», Prof. Ole Seehausen von der Eawag und dem Institut für Ökologie und Evolution der Universität Bern. Zudem wollen er und sein Team herausfinden, weshalb die Artenvielfalt und Artenzusammensetzung von See zu See teils sehr stark variiert. Auch die Frage über die ökologischen Gründe die zum Auftauchen oder Verschwinden von Arten führt, soll geklärt werden. Das Ziel ist es, die Fischbestände für die Zukunft zu erhalten. Das ist auch der Wunsch verschiedener Nachbarländer der Schweiz. Deswegen werden viele Fachleute aus dem Ausland in das Projekt einbezogen. 

Die ersten Ergebnisse sind ernüchternd. Über ein Drittel der Fischarten die 1840 von J. Gugelhard beschrieben wurden, sind aus dem Murtensee verschwunden. Die Lebensräume für Fische haben somit um 30 Prozent abgenommen. Ebenfalls sind fast 30 Prozent der Seeufer künstlich und verbaut. Auch fehlt ab 20 Meter Seetiefe der Sauerstoff für Fischarten, welche tieferes Wasser benötigen. Es wurden aber auch unbekannte Arten gefunden, wie zum Beispiel die Rotfeder (Scardinius hesperidicus) oder der Steinbeisser (Cobitis bilineata). 

Unsere Ergebnisse werden zum Beispiel Hinweise geben, wie Uferrevitalisierungen oder die Aufwertung von Flachwasserzonen ausgeführt werden müssen, um die grösstmöglichen Erfolgsaussichten zu haben.

2,4 Millionen kostet das Projekt zum Schutz der Fischbiodiversität. Doch Ole Seehausen ist davon überzeugt, dass sich die Investition lohnen wird. «Unsere Ergebnisse werden zum Beispiel Hinweise geben, wie Uferrevitalisierungen oder die Aufwertung von Flachwasserzonen ausgeführt werden müssen, um die grösstmöglichen Erfolgsaussichten zu haben.» 

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