Katzen - Kuscheltiere im Haus, Raubtiere im Freien

09 Aug 2012
Katzen werden ausgesetzt wieder zu Wildtieren. Katzen werden ausgesetzt wieder zu Wildtieren.

Katzen zählen zu den beliebtesten Haustieren und leben seit Jahrhunderten zusammen mit Menschen. Unser Verhältnis zu ihnen ist aber nicht in jedem Fall ungetrübt. Die Taten von Katzenhassern und die in der Schweiz erlaubte Tötung wildlebender Hauskatzen stehen in der Kritik von Tierschützern.

Es heisst, der Hund sei der beste Freund des Menschen. Was ist dann aber mit der Katze? Ist sie des Menschen zweitbester Freund; nicht unbedingt, denn für viele Menschen nimmt die Katze Rang eins ein. Bestärkt wird diese Sichtweise, wenn die Anzahl der in Schweizer Haushalten lebenden Tiere als Indiz für deren Beliebtheit genommen wird. Dann stehen die Katzen mit geschätzten 1,35 Millionen Individuen klar vor den Hunden, von denen lediglich rund 500‘000 als Haustiere gelten. Natürlich könnte der Grad der Beliebtheit demgegenüber auch an Kosten/Nutzen-Aspekten der Mensch-Tier-Beziehung festgemacht werden, statt dass nur auf die Verbreitung geschaut wird. Hohe Bestände alleine garantieren nicht automatisch artgerechte Haltungsbedingungen oder ein konfliktfreies Nebeneinander von Mensch und Haustier. Ob Katze oder Hund, unbestritten ist, dass beide in den oberen Rängen der Beliebtheitsskale stehen, weshalb es auch wenig überrascht, dass mittlerweile beiden ein Aktionstag  gewidmet ist.

Weltkatzentag

Mit dem jährlich am 8. August stattfindenden internationalen Katzentag, auch Weltkatzentag oder World Cat Day genannt, machen Tierschutzorganisationen weltweit auf die Notwendigkeit des Schutzes der Tiere sowie auf Missstände im Zusammenleben mit Katzen aufmerksam. Angeprangert wurden dieses Jahr Praktiken der Tierquälerei, etwa wenn Katzen vergiftet, rechtwidrig abgeschossen oder anderweitig getötet werden. Auch die Nachlässigkeit zahlreicher Halter steht in der Kritik, so etwa der Umstand, dass weiterhin viele Tiere vor den Ferien ausgesetzt werden. Ein weiterer Punkt betrifft die Problematik wildlebender Hauskatzen, die in der Schweiz von Jägern ohne rechtliche Einschränkung abgeschossen werden dürfen.

Hauskatzen in der Wildnis

Frei lebende Hauskatzen, die ausgesetzt, davongelaufen oder bereits in freier Wildnis geboren wurden, halten sich vor allem an Waldrändern, in verlassenen Industriegebieten oder in der Nähe von Bauernhöfen und in Schrebergärten auf. Um zu überleben, stützen sie sich nicht nur auf Essensreste oder -angebote von Menschen, sondern jagen auch aktiv Mäuse, Vögel, Reptilien, Insekten, Eichhörnchen und andere Beutetiere, darunter auch geschützte Arten. Weil die Katzen sich schnell vermehren und gute Jäger sind, können sie viel Schaden anrichten und dürfen deswegen abgeschossen werden. Für Tierschützer handelt es sich dabei allerdings nicht um eine zielführende Lösung. Sie schlagen stattdessen vor, dass wildlebende Katzen eingefangen und kastriert werden, so dass sie sich nicht weiter vermehren können. Die Probleme als freilebende Raubtiere sind damit jedoch nicht gelöst.

Gegen das Abschiessen spricht aber auch, dass nicht nur die wildlebenden Katzen, sondern auch im Freien sich aufhaltende Hauskatzen die Möglichkeit haben, Schaden anzurichten, indem sie geschützte oder bedrohte Arten erbeuten. In diesem Zusammenhang mag daran erinnert werden, dass Hauskatzen ursprünglich nicht nur gerne angeschafft wurden, weil sie so süss sind, sondern auch und gerade aufgrund ihrer Jägernatur, die beispielsweise zur Beseitigung von Mäusen oder anderen Schädlingen in Kellern oder Vorratskammern sehr erwünscht war. Da wir uns die kleinen Raubtiere als Haustiere herangezüchtet haben, stehen wir jetzt in der Verantwortung, eine sozial- und umweltverträgliche Lösung für den Umgang mit verwilderten Hauskatzen zu finden.

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