Tag der Weltmeere: Blick in eine ungewisse Zukunft...

Die riesigen Ozeane unseres Planeten sind von Tausenden Lebewesen bevölkert und bergen einzigartige, komplexe Ökosysteme! Jeweils am 8. Juni wird der internationale Tag der Weltmeere begangen. Der Tag, um an die grosse Notwendigkeit zu erinnern, diese sensiblen Lebensräume zu schützen.

Die Weltmeere bieten Millionen Organismen einen Lebensraum und sind auch für uns Menschen von enormer Bedeutung! Sie liefern uns Nahrung und Medizin, Energie, Rohstoffe, sowie Raum für Tourismus, Sport und Erholung. Der Mensch hat das grosse „Angebot“ der Meere in den letzten Jahren jedoch dermassen überbeansprucht, dass die Ozeane heute in weiten Gebieten verschmutzt und nahezu „leergeräumt sind! Dies trifft nicht nur die marinen Ökosysteme schwer, sondern auch uns Menschen!

Die Fischerei bildet die Lebensgrundlage von knapp einer Milliarde Menschen! Aufgrund der weltweit steigenden Nachfrage nach Fisch, der Industrialisierung der Fischerei und den grossen Mengen an nicht verwertetem „Beifang“ ist mittlerweile die grosse Mehrheit der Fisch- und Meeressäugerarten vom Aussterben bedroht (siehe Umweltnetz-Beitrag Fischereipolitik – Europa überfischt seine Bestände masslos, Mai 2013). Durch die masslose Überfischung geraten marine Nahrungsketten und ganze Ökosysteme aus dem Gleichgewicht!

Eine weitere grosse Bedrohung für die Meere besteht in der Umweltverschmutzung durch die Motoren der jährlich zunehmenden Schifffahrt, durch landwirtschaftliche Düngemittel, Öl, Chemikalien und Abfall, insbesondere Millionen Tonnen Plastikmüll, die ins Meer gelangen und den Tod zahlreicher Meerestiere verursachen (vgl. Umweltnetz Artikel-Serie über die Meeresverschmutzung durch Plastik, 2012). Meeressäuger wie Wale und Delfine werden trotz Verboten immer noch im grossen Stil gejagt und verenden zudem immer häufiger am steigenden Unterwasser-Lärm, der durch menschliche Aktivitäten verursacht wird (vgl. Umweltnetz Artikel „Lärm im Ozean“,2013).

Der Klimawandel führt global zu höheren Wasserpegeln und Wassertemperaturen und kann die Meeresströmungen und damit auch die gesamte Atmosphärenzirkulation durcheinander bringen. Er führt dazu, dass die Ozeane – bedingt durch einen höheren CO2-Gehalt in der Atmosphäre – immer mehr Kohlenstoffdioxid aufnehmen. Dadurch verändert sich ihr PH-Wert erheblich: Das übersäuerte Meerwasser wiederum kann ganze Ökosysteme zum Zusammenbruch bringen.

Niemand weiß, wie lange die Menschheit noch umsteuern und die Ozeane retten könnte. Sicher ist nur, dass wir keine Zeit zu verschenken haben.

Nicht zuletzt leiden die Meere auch unter dem steigenden Hunger nach dem begehrten Rohstoff Sand. Der weltweit am häufigsten anzutreffende Baustoff ist von grosser Bedeutung für die Herstellung von Beton. Auch die Herstellung anderer Baumaterialien und von Rohsilizium für die Verarbeitung in der Mikroelektronik, Photovoltaik, usw. beruht auf Sand. Doch die leicht erschliessbaren Sandvorräte sind aufgrund der steigenden Nachfrage heute bereits ausgeschöpft. Besonders im asiatischen Raum, wo enorm viel gebaut wird, ist der Rohstoff Mangelware. Deshalb wird der Sand zunehmend vom Meeresboden abtransportiert, und mit ihm alle Lebewesen die dort heimisch sind! Vielerorts werden zu Bauzwecken – meist illegal – auch ganze Strände und sogar kleine Inseln ihres Sandes beraubt.

Dieser Sand wird nicht selten für Bauten in Küstengebieten verwendet. Ebendiese Küstenregionen bieten mit ihren Mangrovenwälder, Korallenriffen, Seegraswiesen oder Flussmündungen Heimat für über 90 Prozent der bekannten Meeresarten. Immer mehr dieser wertvollen Lebensräume müssen Siedlungen weichen und/oder werden durch Umweltverschmutzung zerstört. Rund die Hälfte der Weltbevölkerung wohnt heute in Küstengebieten – bis im Jahr 2050 sollen es bereits zwei Drittel sein. Die wachsenden Küstenstädte bedrohen auch ihre eigenen Sandstrände enorm: Werden Gebäude so nah am Meeresufer gebaut, dass sie die Strände deutlich verkleinern, so verlieren diese ihre Widerstandskraft gegen die Wellen! Als Folge werden die Strände nach und nach vom Meer „verschluckt“, um letztlich komplett zu verschwinden. Zahlreiche Strände weltweit – z.B. Miami Beach – kämpfen heute mit diesem Problem und häufen verzweifelt enorme Mengen Sand an die Strände, um diese zu retten... ein millionenschwerer, endloser Kampf gegen die Kraft des Meeres.

Die Küstengebiete verursachen nicht nur grosse Probleme für die Weltmeere; sie sind auch besonders stark von deren Auswirkungen betroffen. Neben dem Tourismus, der Wirtschaft und dem Landschaftsbild ist die Versorgungssicherheit unzähliger Fischer durch die schwindenden Bestände stark bedroht. Ganze Inseln und Küstenstreifen werden durch die steigenden Wasserpegel im Meer versinken...

Die genauen Folgen des Klimawandels, ebenso wie der Ausbeutung der Meere sind zwar heute noch unklar, aber mit aller Wahrscheinlichkeit dramatisch. Um das Schlimmste zu verhindern, muss endlich mehr für den Schutz unserer Meere getan werden!

Weiterführende Infos
Unsere Ozeane: geplündert, verschmutzt und zerstört (pdf). WWF-Bericht über die Bedrohung der Meere und Küsten, 2009
Sand - die neue Umweltzeitbombe arte Dokumentation (74 min.)

Kommentar schreiben

Die Kommentare werden vor dem Aufschalten von unseren Administratoren geprüft. Es kann deshalb zu Verzögerungen kommen. Die Aufschaltung kann nach nachstehenden Kriterien auch verweigert werden:

Ehrverletzung/Beleidigung: Um einen angenehmen, sachlichen und fairen Umgang miteinander zu gewährleisten, publizieren wir keine Beiträge, die sich im Ton vergreifen. Dazu gehören die Verwendung von polemischen und beleidigenden Ausdrücken ebenso wie persönliche Angriffe auf andere Diskussionsteilnehmer.

Rassismus/Sexismus: Es ist nicht erlaubt, Inhalte zu verbreiten, die unter die Schweizerische Rassismusstrafnorm fallen und Personen aufgrund ihrer Rasse, Ethnie, Kultur oder Geschlecht herabsetzen oder zu Hass aufrufen. Diskriminierende Äusserungen werden nicht publiziert.
Verleumdung: Wir dulden keine Verleumdungen gegen einzelne Personen oder Unternehmen.

Vulgarität: Wir publizieren keine Kommentare, die Fluchwörter enthalten oder vulgär sind.

Werbung: Eigenwerbung, Reklame für kommerzielle Produkte oder politische Propaganda haben keinen Platz in Onlinekommentaren.

Logo von umweltnetz-schweiz

umweltnetz-schweiz.ch

Forum für umweltbewusste Menschen

Informationen aus den Bereichen Umwelt, Natur, Ökologie, Energie, Gesundheit und Nachhaltigkeit.

Das wirkungsvolle Umweltportal.

Redaktion

Stiftung Umweltinformation Schweiz
Eichwaldstrasse 35
6005 Luzern
Telefon 041 240 57 57
E-Mail redaktion@umweltnetz-schweiz.ch

Social Media

×

Newsletter Anmeldung

Bleiben Sie auf dem neusten Stand und melden Sie sich bei unserem Newsletter an.