Japan: 68. Gedenktag an Hiroshima

Heute vor 68 Jahren hat die USA die Atombombe mit dem Codename „Little Boy“ über Hiroshima abgeworfen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit wurden Atomwaffen in einem Krieg eingesetzt. Bis heute sterben Menschen an den Spätfolgen der Verstrahlung…

In der japanischen Stadt Hiroshima sind heute etwa 50‘000 Menschen zum Gedenken an die Opfer des ersten Atombombenabwurfs vor 68 Jahren zusammengekommen. Am 6. August 1945 genau um 08:16 Uhr explodierte die Atombombe „Little Boy“ über Hiroshima und verwandelte die Stadt in ein Trümmerfeld. Nie zuvor war eine Bombe mit grösserer Zerstörungskraft eingesetzt worden. Bei der Explosion entstand ein Feuerball mit einer unvorstellbaren Innentemperatur von über einer Million Grad Celsius. Die Hitzewirkung liess sogar noch in über 10 Kilometern Entfernung Bäume in Flammen aufgehen! Zusätzlich wurde das gesamte Gebiet um Hiroshima radioaktiv verstrahlt. Von den damals 350‘000 Einwohnern von Hiroshima starben bis zum Ende des Jahres 1945 ungefähr 140‘000. Obwohl heute die Strahlenbelastung der bombardierten Gebiete nicht mehr über dem Niveau der gewöhnlichen Hintergrundstrahlung (sog. natürliche Radioaktivität) liegt, sterben immer noch Menschen an Krebserkrankungen, den Spätfolgen der bei der Explosion freigesetzten Radioaktivität. Die zerstörte Innenstadt Hiroshimas wurde wieder aufgebaut, aber die zentrale Insel im Fluss Ōta wurde als Friedenspark erhalten. Auf dem Gelände befinden sich eine Reihe von Gedenkstätten, darunter eine Flamme, die erst dann erlöschen soll, wenn die letzte Atombombe vernichtet worden ist…

"Die Kraft, aus der die Sonne ihre Macht bezieht, ist auf diejenigen losgelassen worden, die dem Fernen Osten Krieg brachten."

Der amerikanische Präsident Harry Truman informiert die Presse am 7. August 1945 über den Atombombenabwurf auf Hiroshima.

Das Mahnfeuer könnte noch länger brennen als vielen lieb ist. Obwohl die Japaner mit Hiroshima, Nagasaki und Fukushima die Schattenseiten der Atomtechnik wie kein anderes Volk erfahren mussten, können sie sich nur schwer davon lösen. Vor der Nuklearkatastrophe in Fukushima war Atomenergie in Japan unumstritten. Nach der Katastrophe regte sich Widerstand: Im Juli 2012 haben 7,4 Millionen Japaner eine Petition zum Ausstieg aus der Atomenergie unterzeichnet. Der frühere Premierminister Yoshihiko Noda teilte Ende 2011 mit, Japan werde „mittelfristig“ aus der Atomkraft aussteigen. Nachdem Ende 2012 Shinzō Abe als neuer Premierminister gewählt wurde, war vom Ausstieg aus der Atomenergie nichts mehr zu hören. Abe gilt als Befürworter der Atomkraft. Im Januar 2013 teilte er dem Parlament offiziell mit, den von der Vorgängerregierung beschlossenen Atomausstieg rückgängig zu machen. Er ist der Ansicht, Japan könne sich teure Energieimporte nicht leisten und verweist auf das hohe Haushaltsdefizit. Nach der Katastrophe in Fukushima sind kurzfristig alle Atomkraftwerke vom Netz genommen worden. Um die dabei entstandene Energielücke zu schliessen, wurde teures Öl und Gas importiert. Zusammen mit schwächeren Exporten haben diese Massnahmen zu einem Defizit in Japans Bilanz geführt. Nur gut zwei Jahre nach dem verheerenden Unglück in Fukushima schloss Abe nicht aus, den Anteil von Atomenergie an der gesamten Energieversorgung möglicherweise zu erhöhen. Der Bau neuer Atomkraftwerke sei eine Option…

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