Autoreifen und Kleider: Hauptverursacher von Mikroplastik

Im und am Meer findet man überall Plastik. Im und am Meer findet man überall Plastik.

Bis zu 12.7 Millionen Tonnen davon stranden jährlich im Ozean: Plastik. Eine Studie der IUCN fand heraus, dass die Hauptverursacher des Mikroplastiks der Abrieb von Autoreifen und Partikel aus synthetischen Kleidern ist.

Mikroplastik und die Verschmutzung der Gewässer durch Plastik wird immer wieder thematisiert. Wer meint, dass wir in der Schweiz, ohne Meerzugang, nicht zum Problem beitragen, hat sich getäuscht. Thomas Niederer, Abfalltaucher aus Luzern, kennt den Abfall aus unseren Gewässern und weiss, dass alle Flüsse ins Meer fliessen.

Kleider und Autoreifen

Um der Sache auf den Grund zu gehen, taucht nicht nur er ab: Eine Untersuchung der Weltnaturschutzunion (IUCN) ging der Quelle des Mikroplastiks nach. Die Studie unterscheidet zwischen primärem und sekundärem Mikroplastik. Das erstgenannte sind Partikel, die in der Kleinform direkt in die Umwelt gehen, beispielsweise aus Kosmetikprodukten. Sekundärer Mikroplastik entsteht durch grössere Plastikabfälle, die durch den Ozean verkleinert werden. Geschätzte 1.5 Millionen Tonnen davon landen jährlich im Ozean, so die Studie. Zwei Drittel des primären Mikroplastiks stammt aus synthetischer Kleidung (34.8%) und Autoreifen (28.3%). Die unter fünf Millimeter grossen Plastikpartikel werden durch Reibung beim Waschen und Autofahren abgetragen.

Plastik überall

Die Studie ergibt weiter, dass weltweit über 300 Millionen Tonnen Plastik jährlich verbraucht werden, um Objekte herzustellen. Im Vergleich dazu wurde in 1950 nur 1.5 Millionen Tonnen Plastikprodukte produziert. Vor allem Nordamerika und Europa sind Meistverbraucher. Nach dem Verbrauch des Gegenstandes kommt dieser entweder in den Müll oder ins Wasser: Einer vorsichtiger Schätzung zufolge landen jährlich etwa 8 Millionen Tonnen Plastik landen jährlich im Ozean. Doch damit nicht genug. Mikroplastikteilchen werden von Fischen gefressen und landen so schliesslich auf dem Teller.

Plastik-Fastenzeit

Symptom-Bekämpfungen wie Schwimmbarrieren, Ocean Clean-Ups und Verbote gegen Plastik helfen natürlich mit, das unsere Ozeane etwas weniger verschmutzt sind. Doch das Problem ist damit nicht gelöst, da immer mehr Plastik hinzukommt. Wenn wir alle einen wiederverwendbaren Kaffeebecher nutzen, Take-Away-Essen in mitgebrachte Behälter füllen und möglichst unverpackt einkaufen, können wir schon einiges bewirken. Kaufen Sie Kleidung aus natürlichen Materialien und reisen Sie mit dem öffentlichen Verkehr, um selbst gegen den Mikroplastik aktiv zu werden.

Die Fastenzeit bietet sich an, nicht auf Süsses oder Schokolade zu verzichten, sondern auf Plastik – soweit es eben geht.

 

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