Australien: Ökotourismus am Great Barrier Reef

Das Hardy Riff am äusseren Rand des Great Barrier Reefs ist noch mehrheitlich intakt. Das Hardy Riff am äusseren Rand des Great Barrier Reefs ist noch mehrheitlich intakt.

Die Touristenströme auf das durch den Klimawandel bedrohte Great Barrier Reef sind enorm. Dennoch kann der Tourismus im richtigen Mass eine Chance für das Riff sein.

Es ist so gross wie Deutschland und bietet jährlich 1.6 Millionen Besuchern einmalige Unterwassererlebnisse. Bunte Korallen und abertausende Fische lassen die Touristen staunen. Kein Wunder, dass das Great Barrier Reef eines der grössten Touristenmagnete Australiens ist. Trotz seiner Pracht und Dimension ist es zerbrechlich und wird durch den Klimawandel in seiner Existenz bedroht.
Angesichts der Touristenströme ist es daher unerlässlich, dass Nachhaltigkeit und Umweltschutz in der Tourismusbranche umgesetzt werden.

Tourismusindustrie muss Umweltschutz ernst nehmen

Erfreulicherweise haben Tourenanbieter realisiert, dass Ökotourismus für sie - und auch das Riff - einen Vorteil bringt. So zieren immer mehr Öko-Siegel die Prospekte und Webseiten der Veranstalter. Labels wie „Eco Certified Tourism“ dürfen von Anbietern getragen werden, die ihren Einfluss auf die Umwelt minimiert haben, ihren Kohlenstoffdioxidausstoss verringert haben, Umweltschutzmassnahmen umsetzten und auf die Unterstützung der ansässigen Bevölkerung – insbesondere für die indigenen Anwohnern - achten. So erhebt beispielsweise das Luxusresort auf Hayman Island fix drei Dollar Klimagebühr pro Nacht. Die daraus entstehenden Einnahmen werden direkt in den Schutz der Korallen investiert.

Es wird oft bemängelt, dass Ökotourismus-Anbieter solche Zertifikate nur erwerben, um sich einen Konkurrenzvorteil zu verschaffen, anstatt hinter dem Umweltschutz zu stehen. Tatsächlich stecken hinter den Ökotourismus-Labels in manchen Fällen nur finanzielle Interessen. Um dies zu verhindern werden zertifizierte Unternehmen jährlich neu überprüft, damit es nicht bei einmaligen Bemühungen bleibt.
Schliesslich bildet ein intaktes Riff die Grundlage für eine erfolgreiche Tourismusbranche. Daher ist dessen Erhalt auch im Interesse der Anbieter.

Beim Erkunden des Riffs seinen Beitrag leisten

Die Ausflugsmöglichkeiten zum Great Barrier Reef sind schier endlos: Schnorcheln, Tauchen, Rundflüge oder sogar eine Übernachtung im Luxusresort. Egal, auf welche Weise man das UNESCO Weltkulturerbe erleben möchte, jeder einzelne Tourist kann etwas zum Erhalt des Naturwunders beitragen. Richtiges Verhalten beim Riffbesuch ist von jedem Gast gefordert – vor allem wenn man daran denkt, dass gewisse Tourenveranstalter bis zu 400 Touristen auf einmal zum Riff bringen.

Was es beim Besuch des Riffs zu beachten gibt:
-Korallen dürfen nicht berührt werden: Sie sind sehr zerbrechlich und können zudem böse Schnittwunden verursachen.
-Beim Tauchen oder Schnorcheln mit den Flossen nichts aufwirbeln und schauen, dass die Ausrüstung nirgends einhakt
-Auf Sonnencreme verzichten, da deren Bestandteile schädlich für die empfindlichen Korallen sind. Stattdessen langärmelige T-Shirts oder dünne  Neoprenanzüge tragen.
-Keine Korallen vom Riff mitnehmen
-Keinen Abfall hinterlassen

Durch falsches Verhalten von Touristen wurden bereits grosse Teile des inneren Riffs verunstaltet. Damit mit dem äusseren Riff nicht dasselbe geschieht, sollte man sich unbedingt an die vorgegebenen Regeln halten.

Auch bei der Planung eines Riffurlaubs müssen bereits Überlegungen zur Nachhaltigkeit gemacht werden. Entscheidend ist sicherlich die Auswahl eines umweltfreundlichen Reiseunternehmens und eines verantwortungsbewussten Hotels. Der Umwelt zuliebe sollte man auf eine Hinfahrt zum Riff mit dem Schnellboot verzichten und stattdessen lieber einen Segeltörn buchen.
Im Endeffekt bestimmt die Nachfrage das Angebot. Wenn sich Touristen vermehrt für ökologische Angebote interessieren, werden sich diese auch durchsetzen.

Einnahmen aus dem Ökotourismus leisten wichtige Beiträge zum Schutz des Riffs und zu einer nachhaltigen lokalen Wirtschaft. Wer das einmalige Great Barrier Reef erleben möchte, sollte deshalb keinesfalls fernbleiben. Mit der richtigen Planung und dem korrekten Verhalten vor Ort sind die Belastungen für das oft als achtes Weltwunder bezeichnete Great Barrier Reef minimal. Der Tourismus ist dann auch eine Chance für das Riff. 

Hinweise und Tipps für den Besuch des Great Barrier Reefs
Zustand des Great Barrier Reefs

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