Dem Plastik im Meer wurde der Kampf angesagt

Über fünf Billionen Plastikstücke schwimmen derzeit im Meer. The Ocean Cleanup versucht dem entgegenzuwirken. Über fünf Billionen Plastikstücke schwimmen derzeit im Meer. The Ocean Cleanup versucht dem entgegenzuwirken.

Vor zwei Jahren berichteten wir über die Erfindung eines weltweit einzigartigen Systems, das den Plastikmüll aus dem Pazifik herausfiltern soll. Nun wird die finale Version im Pazifik getestet.  

 

Am 8. September startete die Testphase des Systems 001 der Non-Profit-Organisation „The Ocean Cleanup”. Es wurde ca. 380 Kilometer weit in den Pazifischen Ozean gezogen, wo es nun für den Ernstfall geprüft wird. Ziel ist, dereinst den „Great Pacific Garbage Patch“, ein riesiges Meer aus Plastikmüll, erheblich zu dezimieren. Mit einer Fläche, die ungefähr dreimal so gross ist wie jene Frankreichs, handelt es sich um die weltweit grösste der fünf „Plastikinseln“ in den Ozeanen. Experten schätzen, dass darin 1,8 Billionen Kunststoffstücke treiben. Zusammengerechnet wiegen diese 80‘000 Tonnen – was so viel ist wie 500 Jumbo-Jets.

Das Meer ist keine Mülldeponie

Der Great Pacific Garbage Patch befindet sich im Nordpazifikwirbel zwischen Kalifornien und Hawaii. Sind die im Meer treibenden Plastikteile einmal in den Wirbel gelangt, bleiben sie meist dort - so wächst die Müllinsel ständig. Zudem verkleinert sich der Plastik durch Sonneneinstrahlung, Wellen, Meereslebewesen und Temperaturveränderungen ständig. Meeresbewohner verwechseln die dadurch entstandenen Mikroplastik-Stücke oftmals mit Futter, was sich negativ auf ihre Gesundheit und ihr Verhalten auswirkt. Gefährlich für die Tiere sind ausserdem grössere Objekte wie Fischernetze, in denen sie sich verfangen können. Frei herumschwimmender Plastik schadet also der Umwelt. The Ocean Cleanup suchte nach einer Lösung für das Problem – und fand sie.

Das finale Konzept

Das „System 001“ besteht aus einem 600 Meter langen, schwimmenden Rohr und einer beweglichen Trennwand, die daran befestigt ist und 3 Meter tief ins Wasser ragt. So wird verhindert, dass die Plastikstücke an der Oberfläche und im Wasser entweichen. Das System beeinträchtigt Fische dagegen nicht: Da die Trennwand undurchdringlich ist, entsteht ein Wasserstrom unter der Trennwand hindurch, dem die Fische folgen. Die schwebenden Plastikteile hingegen bleiben dank der U-Form der Konstruktion gefangen.

Die Idee einer verankerten Anlage wurde verworfen; das System 001 ist beweglich und wird durch natürliche Kräfte wie dem Wind und den Wellen angetrieben. Es ist daher passiv, aber sehr effektiv: Es ist stets dort, wo auch der Abfall ist, da es mit denselben Strömungen mitschwimmt.

Alle paar Monate wird der Müll, der sich im U-förmigen System angesammelt hat, von Schiffen aus dem Wasser gezogen. Dabei kontrolliert das Team, ob sich trotz allem Fische im Plastik verfangen haben. An Land wird der Abfall schliesslich recycelt und wiederverwertet.

Grosse Pläne

Erfüllt die Konstruktion ihren Zweck, wird sie anschliessend im Great Pacific Garbage Patch zum Einsatz kommen. The Ocean Cleanup plant, noch weitere 60 solcher Systeme in der Müllinsel zu installieren. Laut der Organisation könnte damit in fünf Jahren die Hälfte des Plastiks entfernt werden.

Ausserdem möchte sie ihr Projekt auf die vier anderen grossen Müllinseln ausweiten und so den Plastikgehalt in den Ozeanen bis 2040 um 90% vermindern.

Dafür benötige es aber auch die Mithilfe jedes Einzelnen: Es darf kein Plastik mehr in unsere Gewässer gelangen - noch immer sind dies laut The Ocean Cleanup 1,15 bis 2,41 Tonnen pro Jahr. Denn es bräuchte die ganze Aktion gar nicht, wenn das Problem am Ursprung angepackt würde.

 

 

 

 

Quellen und weitere Informationen:
The Ocean Cleanup

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