Wie die Blockchain zum Umweltschutz beitragen kann

15 Jul 2020
Wie die Blockchain zum Umweltschutz beitragen kann

Die Potenziale der Blockchain sind noch lange nicht ausgeschöpft. Auch für Umweltschutz und die Bemühungen um Nachhaltigkeit hält die Technologie vielversprechende Lösungen bereit.

Die Technologie der Blockchain weist in diversen Bereichen immenses Potenzial auf. Das Rückgrat der Kryptowährungen ermöglicht es, Daten transparent und verifizierbar aufzuzeichnen, ohne einer zentralen Institution zuzugehören. Auf dem Kapitalmarkt kommt die Blockchain bereits für die digitalen Währungen zum Einsatz, doch die Technologie wird kontinuierlich weiterentwickelt. Auch im Bereich des Umweltschutzes könnte die Blockchain zukünftig für zahlreiche Vorteile und Innovationen sorgen.

Was ist Blockchain? 

Laut Schweizer Computerwissenschaftler Prof. Dr. Roger Wattenhofer ist die Blockchain „eine der bedeutendsten Errungenschaften der Wissenschaft in den letzten 100 Jahren". Die Blockchain sowie die Kryptowährungen, die auf ihr aufbauen, wurden im Jahr 2008 ins Leben gerufen. Seit Beginn des letzten Jahrzehnts gewannen die Technologien zunehmend an Bedeutung. Die Kryptowährungen sind inzwischen am Kapitalmarkt zu einer ernstzunehmenden Grösse herangewachsen. Aufgrund der fluktuierenden Kryptokurse handelt es sich bei Kryptowährungen um ein beliebtes Spekulationsobjekt. Trader spekulieren dabei mithilfe eines CFD-Handelskontos über die Preisbewegungen der Coins. Kryptowährungen können damit wie Papierwährungen gehandelt werden, allerdings befinden sie sich ausserhalb der Kontrolle finanzieller Institutionen. Stattdessen werden die Transaktionen in sogenannten Blocks dezentralisiert in der Blockchain abgespeichert. Die Stärken der Blockchain liegen unter anderem in der Dezentralisierung, der Unveränderlichkeit sowie der Transparenz. Diese Vorteile kommen nicht nur den Kryptowährungen zugute, denn die Technologie lässt sich für zahlreiche weitere Zwecke einsetzen.

Inwiefern könnte die Blockchain im Umweltschutz zum Einsatz kommen? 

Mit ihren Eigenschaften könnte die Blockchain auf unterschiedliche Weisen zum Umweltschutz beitragen. Durch die Möglichkeit, Transaktionen jeglicher Art über die Blockchain nachvollziehbar, transparent und unveränderbar aufzuzeichnen, liesse sich zu jeder Zeit zweifelsfrei erkennen, wer mit was und mit wem handelt und welche Marktteilnehmer zu welchem Zeitpunkt über welche Güter verfügen. Die Art und Weise, wie Güter und Services zugewiesen, geschützt und übertragen werden, könnten durch die Blockchain, ohne auf eine einflussreiche zentrale Institution vertrauen zu müssen, radikal umgestaltet werden. Im Bereich der Nutzung von natürlichen Ressourcen und des Umweltschutzes herrscht ein mangelndes Vertrauen an die Gestaltung und Umsetzung von Regelungen. Durch eine transparente Aufzeichnung mithilfe der Blockchain könnten unter anderem die Nutzungsrechte natürlicher Ressourcen und die Ursprünge von Produkten überprüft, sowie Anreize für umweltbewusstes Handeln geschaffen werden. Dies ergaben Untersuchungen von Miriam Denis Le Sève, Nathaniel Mason und Darius Nassiry, die in einem Briefing Paper 2018 veröffentlicht wurden. 

 

Eine nachvollziehbare Lieferkette 

Sowohl für Unternehmen als auch für Endverbraucher spielt die Nachhaltigkeit eine zunehmend bedeutendere Rolle. Wie das aktuelle Consumer Barometer von KPMG und IFH Köln ergab, ist ein nachhaltiges Einkaufsverhalten für Konsumenten immer wichtiger. Eine vorherrschende Problematik sei jedoch die Unsicherheit bei Verbrauchern, wie nachhaltig ein Produkt tatsächlich ist, da es beim Handel und vonseiten der Hersteller noch an Vergleichbarkeit sowie Transparenz fehlt. Durch die Blockchain lassen sich Lieferketten verifizierbar überwachen, indem jeder Schritt eines Produkts aufgezeichnet wird. Über sogenannte Smart Contracts, die im Vertrag hinterlegte Regeln automatisch überwachen und definierte Aktionen automatisiert auslösen, sofern eine bestimmte Bedingung erfüllt wird, wäre ein reibungsloser Ablauf gesichert und Täuschung unmöglich. Ein höheres Mass an Transparenz und damit auch Vertrauen könnte gewährleistet werden. Schon jetzt gibt es erste Projekte, bei denen die Blockchain zur Nachverfolgung von Lieferketten eingesetzt wird. So nutzt ein Start-up aus dem Vereinigten Königreich namens Provenance die Blockchain, um den Fischfang nachzuverfolgen. Konsumenten können damit fest auf die Richtigkeit der Herkunft des Thunfischs vertrauen. Auch Emissionsdaten der Industrie, von Fahrzeugen und Flugzeugen könnten in der Blockchain aufgezeichnet werden. So liesse sich genau erkennen, wie gross der ökologische Fussabdruck eines Produktes tatsächlich ist. Fälschungen sowie falsche Aussagen seitens der Unternehmen wären damit nicht mehr möglich und Konsumenten könnten informierte Entscheidungen bezüglich ihres Kaufverhaltens treffen.   
Die Blockchain ist eine Technologie, deren Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft ist. Auf zahlreiche Weisen lassen sich die Eigenschaften der Blockchain nutzen, auch im Bereich des Umweltschutzes könnte die Blockchain zukünftig einen immensen Beitrag leisten. 

 

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