Menschenrechte in Not, wenn Klimawandel droht

Ist die Umwelt bedroht, sind auch unsere Rechte in Gefahr Ist die Umwelt bedroht, sind auch unsere Rechte in Gefahr

Der Schutz der Umwelt und die Verteidigung der Menschenrechte sind zunehmend miteinander verflochten. Der Tag der Menschenrechte vergegenwärtigt die Bedrohung der Menschenrechte durch den Klimawandel und die Umweltverschmutzung.

 

Seit 1948 — drei Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg — erinnert der Internationale Tag der Menschenrechte jedes Jahr am 10. Dezember an die Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen. Unabhängig von Ethnizität, Nationalität, Geschlecht, Religion oder politischer Ausrichtung stehen jedem einzelnen Menschen dieselben Grundrechte zu. Der Fokus dieses Jahr liegt spezifisch auf der Corona-Pandemie und deren Folgen für die Gesellschaft. Die Folgen des COVID-19-Ausbruchs haben aufgezeigt, in welchen Bereichen dringender Handlungsbedarf besteht. So nimmt sich die UN am diesjährigen Gedenktag vor, gegen die Diskriminierung, den Rassismus und gegen die wirtschaftlichen und sozialen Ungerechtigkeiten vorzugehen. Im Lichte der Pandemie und der gesellschaftspolitischen Bewegungen sind die Umweltprobleme etwas in den Hintergrund gerutscht, doch glücklicherweise nicht ganz in Vergessenheit geraten. So will die UN weiterhin die nachhaltige Entwicklung vorantreiben, denn wir alle sind abhängig von der Umwelt, in der wir leben.


Hand in Hand mit der Umwelt

Eine sichere, saubere, gesunde und nachhaltig bewirtschaftete Umwelt ist die wesentliche Grundlage für die Erfüllung vieler Menschenrechte, einschliesslich der Rechte auf Leben, Gesundheit, Unterkunft, Nahrung, dem Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen. Ohne eine gesunde Umwelt sind wir nicht einmal in der Lage, die Mindeststandards für ein gutes, erfülltes Leben sicherzustellen. Das bedeutet, dass jeder Mensch Zugang zu sauberen natürlichen Ressourcen wie Luft, Wasser und Boden haben muss.

Andere, „neue“ Rechte — besonders Rechte für Klimaflüchtlinge — sind in den letzten Jahren aufgrund der Beschleunigung des Klimawandels und der Umweltzerstörung hinzugekommen. So hat jeder das Recht, Wiedergutmachung für verletzte Rechte zu fordern, das Recht, ökologische Schuld einzufordern, sowie das Recht auf Umweltgerechtigkeit. Alle diese Rechte sind gleich wichtig, und sie sind alle voneinander abhängig. Umweltrechte sind Menschenrechte, da der Lebensunterhalt aller Personen, ihre Gesundheit und ihre Existenz selbst von der Qualität ihrer Umwelt abhängen.


Menschenrechte bedroht wie nie zuvor

Die grösste Bedrohung für die Umwelt — und somit auch für die Menschen — sind nach wie vor wir selbst. Die Folgen menschlicher Aktivitäten wie der anthropogene Klimawandel und die Verschmutzung der Umwelt sind auch dieses Jahr kaum zurückgegangen. Einige der drängendsten Umweltbedrohungen dieses Jahr: Die Verschmutzung der Luft, des Bodens und des Wassers durch Treibhausgasemissionen, Plastik und toxische Substanzen, der Rückgang der Artenvielfalt und die Abholzung lebenswichtiger Wälder. Damit einher gehen die Erderwärmung, der Schwund der Eisflächen und immer häufiger auftretende extreme Wetterverhältnisse. All das sind Probleme, die uns bereits seit Jahrzehnten bekannt sind, doch gehandelt wird noch nicht schnell genug.

Durch diese Versäumnisse sind alle dreissig Menschenrechte bedroht — bürgerliche, politische, wirtschaftliche, soziale sowie kulturelle Rechte. Konkret sind unsere Lebensgrundlagen in Gefahr. Wir vernichten und vergiften die Erde — und somit auch uns selbst.


Mithilfe der Justiz gegen den Klimawandel

Weltweit ziehen immer mehr Leute vor das Gericht, um gegen den Klimawandel zu klagen. Vor zwanzig Jahren gab es weltweit nur etwa zehn Klimaklagen, heute sind es bereits 1600; 1200 davon allein in den Vereinigten Staaten. Auch in der Schweiz wurde erstmals eine Klimaklage eingereicht: Nachdem das Bundesgericht ihre Beschwerde im Mai 2020 abwies, reichte die Organisation KlimaSeniorinnen (wir berichteten) im November beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg die Klage ein, die Schweiz würde eine unzureichende Klimapolitik betreiben, was ihr Recht auf Leben verletze. Sie fordern deshalb, die Schweiz solle ehrgeizigere Ziele gegen den Klimawandel festlegen. Während der Erfolg dieser Klage noch offen steht, setzt sie sowohl für die Schweiz als auch für ganz Europa ein klares Zeichen: Der Klimawandel ist eine Bedrohung der Menschenrechte und eine grosse Herausforderung für die Gesellschaft.


Quellen und weitere Informationen:
UN: Human Rights Day
Earth.org: The biggest environmental problems of 2020
Friends of the Earth International: Our environment, our rights
Reuters: Climate battles are moving into the courtroom
KlimaSeniorinnen



   
 
 
 

Kommentar schreiben

Die Kommentare werden vor dem Aufschalten von unseren Administratoren geprüft. Es kann deshalb zu Verzögerungen kommen. Die Aufschaltung kann nach nachstehenden Kriterien auch verweigert werden:

Ehrverletzung/Beleidigung: Um einen angenehmen, sachlichen und fairen Umgang miteinander zu gewährleisten, publizieren wir keine Beiträge, die sich im Ton vergreifen. Dazu gehören die Verwendung von polemischen und beleidigenden Ausdrücken ebenso wie persönliche Angriffe auf andere Diskussionsteilnehmer.

Rassismus/Sexismus: Es ist nicht erlaubt, Inhalte zu verbreiten, die unter die Schweizerische Rassismusstrafnorm fallen und Personen aufgrund ihrer Rasse, Ethnie, Kultur oder Geschlecht herabsetzen oder zu Hass aufrufen. Diskriminierende Äusserungen werden nicht publiziert.
Verleumdung: Wir dulden keine Verleumdungen gegen einzelne Personen oder Unternehmen.

Vulgarität: Wir publizieren keine Kommentare, die Fluchwörter enthalten oder vulgär sind.

Werbung: Eigenwerbung, Reklame für kommerzielle Produkte oder politische Propaganda haben keinen Platz in Onlinekommentaren.

Logo von umweltnetz-schweiz

umweltnetz-schweiz.ch

Forum für umweltbewusste Menschen

Informationen aus den Bereichen Umwelt, Natur, Ökologie, Energie, Gesundheit und Nachhaltigkeit.

Das wirkungsvolle Umweltportal.

Redaktion

Stiftung Umweltinformation Schweiz
Eichwaldstrasse 35
6005 Luzern
Telefon 041 240 57 57
E-Mail redaktion@umweltnetz-schweiz.ch

Social Media

×

Newsletter Anmeldung

Bleiben Sie auf dem neusten Stand und melden Sie sich bei unserem Newsletter an.