Hoffnung für den Regenwald

Die höchsten Bäume speichern auch am meisten CO2 Die höchsten Bäume speichern auch am meisten CO2

Die ETH publizierte, fast pünktlich zum Tag des Baumes am 25. April, eine Weltkarte der Baumkronenhöhen. Die neue Informationsgrundlage bietet grosses Potential zum Schutz der Biodiversität und des Klimas.

Bäume sind ein essentieller Bestandteil unseres Ökosystems. Sie spenden uns Sauerstoff, speichern CO2 und bieten Lebensraum für unzählige Pflanzen und Tiere. Wenn wir die Biodiversität fördern wollen, müssen wir deshalb Sorge tragen zu unseren Bäumen. Neben derer Anzahl sind etwa die Artenzusammensetzung sowie auch die Baumhöhe entscheidend - Denn höhere Bäume bedeuten mehr Lebensraum.

Die weltweite Verbreitung der Bäume ist schon seit langer Zeit auf digitalen Karten abrufbar. Die Karten erfassten die Baumhöhen jedoch nicht global und waren nur limitiert einsetzbar, da Baumhöhen über 30 m mit den bisherigen Methoden nicht erkannt wurden. Nun ist es im Rahmen einer Doktorarbeit der ETH gelungen, eine Karte zu entwickeln, welche die Höhe der Bäume weltweit mit einer Auflösung von 10x10 Metern pro Pixel abbildet, die bisher höchste Auflösung. Mithilfe eines neuronalen Netzwerks, das die Vegetationshöhe aus Satellitenkarten ableitet, können zukünftig viel verlässlichere Aussagen zur weltweiten CO2-Speicherkapazität und der Biomasse unserer Wälder gemacht werden. Weil sich etwa 95% der Biomasse im Wald im Holz befindet, ist die Höhe der Bäume entscheidend.

Die Natur befindet sich in schwindelerregenden Höhen

Aufgrund der grossen Bedeutung der Baumhöhe für die Biodiversität und den Klimaschutz dürfte die Karte sehr hilfreich sein für Verwaltungen, Regierungen und NGOs. Besonders hohe Baumbestände könnten gezielt geschützt werden. Derzeit sind nur gerade 5% der terrestrischen Gebiete mit Vegetation über 30 Meter bedeckt, davon befinden sich 34% in einem geschützten Gebiet. Ein Ausbau der weltweiten Schutzgebiete könnte die Biomasse und CO2-Speicherkapazität unserer Wälder stark erhöhen.  Laut einer internationalen Studie sind die höchsten 1% aller Bäume weltweit für 50% der Biomasse in allen Wäldern verantwortlich.

Die neue Methode könnte auch dazu verwendet werden, Abholzungen zu detektieren. Die globale Baumhöhenkarte der ETH wurde mithilfe von Bildern der „Sentinel 2- Satelliten“ entwickelt, welche alle fünf Tage neue Aufnahmen machen.  Es wäre daher möglich, Kartenausschnitte in besonders vulnerablen Gebieten alle fünf Tage zu aktualisieren und so sofort über illegale Abholzungen Bescheid zu wissen.

Wir sind gespannt, zu welchen Erkenntnissen die neue Methode führen wird und wie sie zum Schutze der Wälder unseres Planeten und zum Kampf gegen den Klimawandel beitragen wird. Wer selber schauen will, wo die Bäume am höchsten sind: hier geht’s zur interaktiven Baumhöhenkarte der ETH.

 

Quellen und weitere Informationen:
ETH: Neuronales Netzwerk kann Baumhöhen von Satellitenbildern ablesen
Lang et al., 2022. A high-resolution canopy height model of the Earth
Global importance of large-diameter trees

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