Tour de France - nachhaltige Fahrradpromotion oder verschwenderisches Rennradspektakel?

19 Jul 2012

Sie gilt als drittgrösster Sportanlass der Welt, findet jährlich statt und begeistert trotz Dopingskandalen immer noch Millionen: Die Tour de France. Gefahren wird mit Muskelkraft und viel Ausdauer. Als Massenereignis belastet die Tour aber auch die Umwelt. 

Das berühmte Radrennen in Frankreich und dem nahen Ausland findet dieses Jahr zum 99. mal statt. Vom 30. Juni bis zum 22. Juli wird von den Fahrern in zwanzig Etappen eine Gesamtstrecke von 3‘497 km zurückgelegt. Dabei wird nur durch wenige Ruhetage unterbrochen hart gekämpft. Was zählt, sind pure Muskelkraft und viel Ausdauer.

Als Sport- und Medienereignis strahlt das Rennen durch Frankreich sportliche Höchstleistungen der Fortbewegung mit einem rein mechanischen, nicht durch einen Motor angetriebenen Medium dem Fahr- bzw. Rennrad aus. Abgesehen von den unaufhörlichen Dopingskandalen, die dem Image des Radsports seit langem zusetzen, ist die Faszination an den Spitzenleistungen ungebrochen. Beim Rennradfahren wird die Kraft des Sportlers auf die technisch ausgefeilte Fahrradmechanik übertragen. Die Energieeffizienz ist berauschend. Kein unnötiges Gewicht haftet am Rennrad oder der Kleidung der Fahrer. Alles ist verwissenschaftlicht und auf Leistung hin optimiert: Das Training, die Ernährung, die Flüssigkeits- und Energiezufuhr sowie auch die verschiedenen legalen und illegalen Methoden und Mittel zur zusätzlichen Leistungssteigerung.

Punkto Energieeffizienz wäre die Signalwirkung der Tour de France grundsätzlich erfreulich. Nicht nur im Wettkampf, sondern ganz allgemein, bedeutend etwa bei der Benutzung von Fahrrädern im Strassenverkehr, stimmt die Energie- und Ökobilanz. Anders als im Falle von Personenwagen transportieren Fahrräder nicht in erster Linie sich selbst. Der CO2-Ausstoss begrenzt sich auf das durch die Fahrer Ausgeatmete und ist vernachlässigbar.

Hingegen geht die Radfahrer-Karawane einher mit vielen umweltbelastenden Faktoren. Einerseits wird der Tross von vielen Autos und Motorrädern der Betreuer begleitet. Andererseits fährt eine kaum enden wollende Werbekarawane den Radprofis voraus und verursacht sowohl grosse Abgasmengen als auch viel Lärm. Bedenkenswert ist vor allem die gigantische Menge verteilter Werbegeschenke, die in die zahlreichen Zuschauerspaliere geworfen werden. Ausserdem sind viele Personen, die das Spektakel miterleben, von weit her mit dem Auto angereist.

Der ganze Rummel und die vielen Zuschauer produzieren also auch eine umweltunverträgliche Seite, die im krassen Gegensatz zu ihrer Botschaft zur sportlichen Betätigung auf einem ökologisch verträglichen Fortbewegungsmittel steht.

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