Ökosiedlung Oberfeld Ostermundigen: eine futuristische Vision

Die Idee für die autofreie Ökosiedlung entstand bereits vor 14 Jahren. Jetzt sind die ersten der rund 100 Wohnungen im Oberfeld bezogen. Hier wollen Menschen wohnen, denen umweltbewusstes Denken wichtig ist. Nicht nur verzichten alle auf ein Auto, sie haben sich auch für eine nachhaltige und nach neusten Erkenntnissen erbaute Wohnform entschieden.

 Die Interessensgemeinschaft Oberfeld entstand im Jahr 2002 aus dem Umfeld des regionalen VCS heraus. Eine autofreie Siedlung, gebaut nach den neusten ökologischen Grundsätzen sollte im Oberfeld Ostermundigen realisiert werden. 2006 wurde aus der IG Oberfeld eine Wohnbaugenossenschaft, welche schliesslich 2009 ein 12‘500 Quadratmeter grosses Areal für den Bau von drei Wohnblöcken kaufen konnte. Die ersten Bewohner sind nun eingezogen. Bis Ende 2014 sollen auch die beiden anderen Bauten bezugsbereit sein.  Kennzeichnend für das visionäre und wegweisende Projekt ist unter anderem das Parkplatz-Regime.

In der Wohnsiedlung Oberfeld gibt es nämlich nur gerade zehn Parkplätze. Davon sind zwei für Mobility, die übrigen für Gäste reserviert. Für die reduzierte Anzahl Parkplätze wurde mit der Gemeinde Ostermundigen eine spezielle Überbauungsordnung ausgehandelt. Für den Fall, dass der freiwillige Autoverzicht der Mieter und Wohneigentümer nicht funktionieren sollte, musste bereits bei der Projektierung ein Konzept für die Erstellung der notwendigen Parkplätze vorgelegt werden.
Andererseits stehen Parkplätze und Unterstände für 400 Velos zur Verfügung. Die Bewohner im Oberfeld profitieren zudem von einem sehr guten Anschluss an den öffentlichen Verkehr. In nur 15 Fahrminuten gelangen sie mit dem Bus an den Hauptbahnhof Bern.  

Ein weiteres auffälliges Kennzeichen der Ökosiedlung ist der realisierte Holzbau, der in der Aussenansicht deutlich erkennbar ist. Die drei viergeschossigen Mehrfamilienhäuser verfügen über 48 Eigentums- und 50 Mietwohnungen. Bei diesem Grossprojekt ist die Beer Holzbau AG für die Arbeiten in Holz verantwortlich. Eine vorvergraute hinterlüftete Fichtenverschalung schützt die von grossen Glastreppenhäusern unterbrochene Rückseite des Gebäudes. Die nach Südwesten ausgerichtete Vorderfassade erhält durch Zickzackbalkone eine weiche, abgerundete Note. Die Kombination von vorvergrauter Fichte mit der frischen Lärche verleiht den Gebäuden eine lebendige Wärme. Geschützt durch eine 45 Zentimeter dicke Dämmung mit Mineralwolle regulieren die Wände den Temperaturausgleich. Im Innern der hellen Wohnungen mit den grossen Fensterflächen ist Holz nur an der Decke und den Fensterrahmen sichtbar. Die Wände sind in hellem Kalkputz gehalten. Gebaut wird mit möglichst naturnahen, schadstofffreien und gut rückbaubaren Materialien. Jede Wohnung ist mit einer individuell steuerbaren Komfortlüftung ausgestattet.

Wegweisend ist auch das innovative Energiesystem. Die für Warmwasser und Strom benötigte Energie kommt von speziellen Hybrid-Sonnenkollektoren auf den Dächern mit einer Gesamtfläche von 1000 Quadratmetern. Die Abwärme der Stromproduktion wird über vierzig Erdsonden in den Boden geleitet und in 125 Metern Tiefe gespeichert. Im Winter wird die gespeicherte Wärme mit Wärmepumpen zum Heizen wieder eingesetzt. Die ganze Anlage soll den Bedarf an Warmwasser und Heizung abdecken und zusätzlich für etwa 30 Haushalte Strom liefern.

Die Siedlung wird nach Minergie P zertifiziert. Es werden zudem die Grundsätze des Minergie-Eco-Standards eingehalten, aber aus Kostengründen verzichtet die WBG Oberfeld auf die Zertifizierung.

Ein Vorzeigeprojekt, das Nachahmer herausfordert!

 

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