Frankreich: Bis 2050 CO₂-neutral

Grün: So soll die französische Automobilindustrie der Zukunft sein. Grün: So soll die französische Automobilindustrie der Zukunft sein.

Die Umweltpolitik Frankreichs erhält durch Nicolas Hulot neue Dynamik. Besonders in der Automobilindustrie und der Stromerzeugung soll sich einiges tun. In Bezug auf die USA zeigt sich Macron zuversichtlich.

 „En marche“: Die politische Bewegung des neuen Staatschefs von Frankreich versprach neuen Wind in die Politik zu bringen und Reformen zu ermöglichen. Dabei bezog er sich aber weitgehend auf Themen der Wirtschaft oder der Sozialpolitik. Doch wie steht er zu ökologischen Themen?

Im Vorfeld stellte der (damals noch) Präsidentschaftskandidat klar, dass die Ökologie ein wichtiges Thema und das im 2015 beschlossene Gesetz zur Energiewende voranzutreiben sei. Zum Zeitpunkt der Wahl von Emanuel Macron fehlten jedoch konkrete Pläne, die dringlichen Fragen der Umweltpolitik anzupacken und Veränderungen umzusetzen. Deshalb wurde umso gespannter die Entscheidung erwartet, wer mit dem Präsidenten die Umweltpolitik des Landes mitbestimmen wird. Nicolas Hulot - ein über die Landesgrenzen bekannter Umweltschützer, Filmemacher und Sympathieträger – ist eine dieser Personen.

Der im Mai ernannte französische Umweltminister Nicolas Hulot gab kürzlich erste Einblicke, wie sich das Land in den nächsten Jahren ausrichten soll. Seine Vision: Bis 2050 wird Frankreich CO₂-neutral unterwegs sein. Das heisst, dass das Land nur so viel klimaschädliches CO₂ ausstösst, wie man beispielsweise durch Wälder wieder kompensiert.

Revolutionierung der Automobilbranche

Um diese Ziele zu erreichen, soll sich die Automobilindustrie transformieren. Ab 2040 soll der Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotoren eingestellt werden. Über die Alternativen, die bis dahin zur Verfügung stehen müssen, wurde bisher keine Klarheit geschaffen. Besonders im günstigeren Preissegment muss sich mehr tun. Zudem sind die Umsetzungspläne unkonkret. Fakt ist: Die Regierung subventioniert Elektroautos seit 2015 mit direkten Verkaufsprämien. Wer sein altes Diesel-Fahrzeug gegen ein Elektroauto tauscht, erhält einen Bonus von 10.000 Euro. Damit konnte der Verkauf von Elektroautos in 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 30% gesteigert werden.

Der Anteil von Elektroautos ist gering: Gerade mal 0,2 Prozent der weltweit neuzugelassenen PKW’s sind elektrisch. Die Schweiz liegt mit 1.1%-Anteil Elektroautos den gesamten PKW-Neuzulassungen über dem europäischen Durchschnitt (BfS, Strassenfahrzeugbestand 2016). In Frankreich liegt der Anteil bei circa 0.7%.



Das meistverkaufte Elektroauto in Frankreich ist der Renault ZOE. Von den französischen Automobilherstellern gab es zu dem Entscheid, Verbrennungsmotoren einzustellen, bislang keinen Aufschrei. Im internationalen Vergleich der Elektromobilität haben die französischen Marken gute Wettbewerbspositionen.

Ambitionierte Ziele in der Atomkraft

Und wie sieht es mit der Atomkraft in Frankreich aus? Das im 2015 beschlossene Energiewende-Gesetz sieht eine Senkung des Atomkraft-Anteils zur Energieerzeugung vor. Seit dem Beschluss ist wenig passiert. Das Land hängt stark vom Atomstrom ab, besitzt es doch insgesamt 58 Reaktoren und bezieht einen Anteil von 75% des Stroms aus Atomkraftwerken. Auch hier hat der neue Umweltminister ambitionierte Pläne: Laut Angaben von Umweltminister Nicolas Hulot soll der Atomstrom in Frankreich bis 2025 auf einen Anteil von 50% reduziert werden. Dazu müssten laut Einschätzungen in den kommenden Jahren bis zu 17 Reaktoren geschlossen werden.

Trump zu Besuch in Frankreich

„Make our planet great again“, diesen Aufruf sendete Macron in einer Botschaft an Trump, nachdem dieser den Ausstieg aus dem Pariser Klimavertrag ankündigte. Macron gilt damit bei vielen als Hoffnungsträger.

Kürzlich waren Donald Trump und seine Frau Melania zu Besuch in Frankreich. Nachdem der französische Präsident bereits im Vorfeld gegenüber Trump klarstellte, dass die Vereinbarungen des Pariser Klimavertrags nicht neu verhandelbar seien, ist Macron nun zuversichtlich, dass Donald Trump vielleicht doch umzustimmen ist. Dies berichtete ein optimistischer Macron gegenüber der Wochenzeitung „Journal du Dimanche“ nach seinem Treffen mit dem US-Präsidenten. Die beiden hätten lange Gespräche geführt, in denen Macron die Dringlichkeit des Abkommens betonte.

 

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