Primusmodelle die an einer Ladestation angeschlossen sind. Primusmodelle die an einer Ladestation angeschlossen sind.

Emissionsbelastungen, Lärmbeeinträchtigungen, Dieselskandal, Fahrverbote für Verbrennungsmotoren  -  dies sind nur einige der Stichworte, die in letzter Zeit im Verkehr Schlagzeilen machten. Angesichts der Dringlichkeit, diesbezügliche Massnahmen zu ergreifen, bietet sich die elektrisch betriebene Mobilität geradezu an.

Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts boten findige Konstrukteure elektrisch betriebene Automobile an. Gegenüber dem Verbrennungsmotor wurden sie aber aus dem Markt verdrängt. Lediglich die oberleitungsgebundenen Massentransportmittel auf der Schiene als Eisen- oder Strassenbahn und Trolleybusse konnten sich durchsetzen.

Seit wenigen Jahren erfährt der Elektromotor für den motorisierten Individualverkehr eine zaghafte Renaissance. Dabei konnten schweizerische Produzenten anfänglich auch mithalten. Inzwischen spielt die Musik aber anderswo, auch in der Verbreitung elektrisch betriebener Fahrzeuge. Einzig der Sektor Fahrrad verzeichnet relativ stark ansteigende Zahlen.

Ein Blick über die Grenzen aber zeigt, dass anderswo enorme Anstrengungen unternommen werden, der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen. Die Gefahr besteht, dass die Schweiz den Anschluss verpasst.

Sowohl am evs 30 (electric vehicles symposium) in Stuttgart wie auch am Congrès d’électromobilité in Paris des letzten Jahres wurde offensichtlich, dass ausserhalb der Schweiz die Entwicklung zur Elektromobilität massiv weiter gediehen ist … und nur ein Aussteller aus der Schweiz war in Stuttgart dabei! Auch am Weltklimagipfel in Bonn wurde manifest, dass in vielen deutschen Städten konsequent Dieselbusse des öffentlichen Verkehrs durch Elektrobusse (verschiedener Hersteller) ersetzt werden. Wien setzt seit Jahren auf innerstädtischen Linien Elektrobusse ein  - mit Erfolg.

 

„Veränderungen kommen nicht von selbst !“

                                                                       Anne Luwena, Botschafterin der Niederlande

 

Um die Pariser Klimaschutz-Ziele erreichen zu können, sind insbesondere im Bereich Verkehr enorme Anstrengungen nötig. In vielen Ländern und Städten wird dies erfreulicherweise erkannt und traut man sich, Termine für das Ende der Verbrennungsmotoren zu setzen. Führend ist darin Norwegen- bereits heute sind 52% der Neuwagen elektrisch [Schweiz: 2% !]. Dort  -wie auch in einigen Städten, beispielsweise Paris-  werden bereits ab 2025 keine Fahrzeuge mit Benzin-,bzw. Dieselmotoren mehr gestattet (vgl. Tabelle). Österreich will ab 2030 nur noch emissionsfreie Fahrzeuge zulassen und bis 2050 die Mobilitätswende zur Klimaneutralität vollzogen haben. Dazu sollen infrastrukturelle Massnahmen (zB. Ladestationen) ebenso wie Fördermittel (zB. Kaufprämien) eingesetzt werden. China will dasselbe Ziel bis 2040 erreichen.

 

 

 

Überall wird gehandelt. Was geschieht in der Schweiz?

Der Bundesrat anerkennt die Bedeutung der E-Mobilität für die Verkehrs- und Klimapolitik und sieht darin eine Schlüsseltechnologie für die zu erreichenden energie- und klimapolitischen Ziele sowie für eine nachhaltige Mobilität  - aber der Bund besitzt keine Strategie!  Er setzt lediglich ein Schwergewicht auf Rahmenbedingungen, die offenbar darin gipfeln, dass die Reduktion der Abgaswerte von 135 auf 95 mg/m3  erst mit zwei jähriger Verzögerung (auch gegenüber der EU) in Kraft treten sollen. Es sei den Haltern der sog. „fetten“ Fahrzeuge (SUV) nicht zuzumuten, die Emissionswerte rechtzeitig einzuhalten!  Dies war an dem vom TCS organisierten 8. Kongress Elektromobilität kürzlich in Bern zu erfahren -  da dürften dem Normalbürger die sich stellenden Fragen im Hals stecken bleiben!

 

„Wir müssen den Leuten die Mobilität erklären: welche Mobilität brauchst Du?“

                                                                       Stefan Müller-Altermatt, Nationalrat CVP

 

„Wir müssen den Leuten die Elektrotechnik erklären.“

                                                                       Eric Nussbaumer Nationalrat SP

Eigentlich hätte die Schweiz beste Voraussetzungen (kurze Distanzen, Finanzen, Fahrzeugpalette usw.) für eine flächendeckende und umfassende E-Mobilität, aber offenbar fehlt der Mut zur Aktion. Da und dort wird getestet, was andernorts seit Jahren erfolgreich eingesetzt wird. Hie und da sind hehre Worte zu vernehmen, wie beispielsweise von der Autobranche, die 2020 „schon“ 10%  E-Mobile im Markt haben möchte.

 

„Sauberer Verkehr ist eine Notwendigkeit !“

                                                                       Anne Luwena, Botschafterin der Niederlande

Immerhin scheint die Stadt Basel ernst zu machen: ab 2027 soll der ÖV nur noch mit erneuerbarer Energie betrieben werden und für die nächste Busbestellung sollen nur noch elektrisch betriebene Fahrzeuge angeschafft werden. Elektrotaxis sollen bezuschusst und für den MIV 200 Ladestationen installiert und spezielle Parkplätze gekennzeichnet werden. - Ein kleiner, aber hoffentlich folgenträchtiger Lichtblick!

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Kommentare (1) anzeigenausblenden 

0 #Thibaudeau Francis2018-06-05 16:49
Elektroautos, Sehr Gut Alternative aber wie gets weiter mit Batterie, Die kosten der entsorgung und neu beschafung wird mehr kosten als ein neu auto. Das liegt die Weiter Problem, Die Strom wird die Zweite oder sogar die erste von denn. Zu Erste problem Lösen denn weiter machen.
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