Wieviel brachte das WEF 2019 der Umwelt?

UNO-Generalsekretär António Guterres betonte am WEF 2019, wie dringend es ist, die Umwelt zu schützen. UNO-Generalsekretär António Guterres betonte am WEF 2019, wie dringend es ist, die Umwelt zu schützen.

Vor gut einer Woche endete das WEF in Davos-Klosters. Es wurde viel diskutiert – auch über den Klima- und Umweltschutz. Doch was wurde konkret erreicht?

Vom 22. bis 25. Januar trafen sich bereits zum 49. Mal einflussreiche Grössen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur zum Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (World Economic Forum) in Davos. Das WEF 2019 stand unter dem Motto „Globalization 4.0: Shaping a Global Achitecture in the Age of the Fourth Industrial Revolution“. Gemeint mit dieser “Vierten Industriellen Revolution“ bzw. „Industrie 4.0” ist die Digitalisierung der industriellen Produktion. Menschen, Maschinen, Produktionsanlagen, Produkte und Logistik werden vermehrt digital miteinander vernetzt, wodurch der gesamte Herstellungsprozess effizienter wird. Im Rahmen dieses Mottos wurden unterschiedliche Akteure eingeladen, um sich über das zukünftige Potenzial der Digitalisierung auszutauschen. Diskutiert wurde auch über Blockchain sowie künstliche Intelligenz.

Doch nicht nur die Industrielle Revolution, auch das Klima hatte am WEF einen hohen Stellenwert.

Laut dem WEF sind folgende Ereignisse herausgestochen:

  • Die Klimaaktivistin Greta Thunberg wurde zum WEF eingeladen. Im Gespräch mit Forumsgründer Klaus Schwab warnte sie vor dem Klimawandel und richtete scharfe Worte an die Politik: «Ich will, dass ihr handelt, als wenn euer Haus brennt, denn das tut es». Auch abseits von den WEF-Sälen sorgte die 16-jährige Schwedin für Aufsehen: Wie jeden Freitag vor dem Schwedischen Reichstag in Stockholm streikte sie auch am WEF mit ihrem Schild mit der Aufschrift „Schulstreik für das Klima“. Sie verfolgte während ihres Aufenthalts die Klimastreiks der Schüler und Studenten, die nach ihrem Vorbild stattfanden und forderte zu weiteren Streiks und Demonstrationen für den Klimaschutz auf. Am Ende zeigte sich Thunberg jedoch nicht zufrieden mit dem WEF: „Die Leute reden nur und tun nicht, was sie sagen“, meinte sie laut der NZZ.
  • Im Plenum mit dem Umweltschützer und ehemaligen U.S.-Vizepräsidenten Al Gore, der neuseeländischen Premierministerin Jacinda Ardern und Anand Mahindra, dem Gründer des indischen Mischkonzerns Mahindra Group, wurde die Kampagne „Voice for the Planet“ lanciert. Ziel ist es, eine globale Bewegung für die Natur und den Menschen aufzubauen. Hinter der Kampagne steht die Non-Profit-Organisation „The Global Shapers“ – ein vom WEF gegründetes Netzwerk von jungen Menschen, die einen Dialog, Aktion und Veränderung für die Erde anstreben. Die Bewegung hat bereits über 41‘000 Anhänger.
  • Für Diskussionsstoff sorgte auch die Problematik Elektroschrott. Besonders in Afrika leben Menschen Seite an Seite mit Elektroschrott-Deponien – eine Gefahr für die Gesundheit und die Umwelt. Das WEF hilft deshalb mit, ein 15-Millionen-Dollar-Projekt zu finanzieren, mit dem eine funktionierende Elektroschrott-Recycling-Industrie in Nigeria auf die Beine gestellt werden soll.
  • Ebenfalls thematisiert wurde die Regenwaldabholzung. Peru, auf dessen Boden sich (nach Brasilien) die grösste Fläche des Amazonas-Regenwaldes befindet, schloss sich der „Tropical Forest Alliance“ des WEF an. Dadurch soll die Abholzung der peruanischen Waldflächen verlangsamt werden.
  • Ein weiteres Thema war die Ernährung. Es wurde über die zukünftige Sicherstellung der Ernährungssicherheit, über Umwelteinflüsse und die Nachverfolgung von Lebensmittelversorgungs-Ketten diskutiert. Darunter gehörte auch, inwiefern Technologien im Rahmen der Vierten Industriellen Revolution diese Probleme mindern könnten.
  • Schliesslich ging es am WEF 2019 auch um die Bekämpfung der Ozeanverschmutzung durch Plastik. Die GPAP („Global Plastic Action Partnership“) kündigte die Zusammenarbeit mit Indonesien an. Vietnam hat sich ebenfalls der GPAP angeschlossen, um eine Kreislaufwirtschaft mit weniger Plastikabfall anzugehen.

Am diesjährigen World Economic Forum war der Klimawandel ein allgegenwärtiges Thema. Dass in dem gerafften Zeitplan nicht alle damit zusammenhängenden Themen befriedigend besprochen werden konnten, ist selbstverständlich. Immerhin kann am Themenkatalog abgelesen werden, dass viele der dringendsten Probleme der Zeit erkannt werden. Jetzt bleibt zu hoffen, dass die am WEF geäusserten Versprechen eingehalten werden und Greta Thunberg am Ende nicht Recht behält.

Quellen und weitere Informationen:
WEF: The Global Risks Report 2019
Voice for the Planet
WEF: 33 ways Davos 2019 made an impact on the world
WEF: 6 things we learned about the environment at Davos 2019

*Titelbild: World Economic Forum / Sikarin Fon Thanachaiary, flickr.com. Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Kommentar schreiben

Die Kommentare werden vor dem Aufschalten von unseren Administratoren geprüft. Es kann deshalb zu Verzögerungen kommen. Die Aufschaltung kann nach nachstehenden Kriterien auch verweigert werden:

Ehrverletzung/Beleidigung: Um einen angenehmen, sachlichen und fairen Umgang miteinander zu gewährleisten, publizieren wir keine Beiträge, die sich im Ton vergreifen. Dazu gehören die Verwendung von polemischen und beleidigenden Ausdrücken ebenso wie persönliche Angriffe auf andere Diskussionsteilnehmer.

Rassismus/Sexismus: Es ist nicht erlaubt, Inhalte zu verbreiten, die unter die Schweizerische Rassismusstrafnorm fallen und Personen aufgrund ihrer Rasse, Ethnie, Kultur oder Geschlecht herabsetzen oder zu Hass aufrufen. Diskriminierende Äusserungen werden nicht publiziert.
Verleumdung: Wir dulden keine Verleumdungen gegen einzelne Personen oder Unternehmen.

Vulgarität: Wir publizieren keine Kommentare, die Fluchwörter enthalten oder vulgär sind.

Werbung: Eigenwerbung, Reklame für kommerzielle Produkte oder politische Propaganda haben keinen Platz in Onlinekommentaren.

Logo von umweltnetz-schweiz

umweltnetz-schweiz.ch

Forum für umweltbewusste Menschen

Informationen aus den Bereichen Umwelt, Natur, Ökologie, Energie, Gesundheit und Nachhaltigkeit.

Das wirkungsvolle Umweltportal.

Redaktion

Stiftung Umweltinformation Schweiz
Eichwaldstrasse 35
6005 Luzern
Telefon 041 240 57 57
E-Mail redaktion@umweltnetz-schweiz.ch

Social Media

×

Newsletter Anmeldung

Bleiben Sie auf dem neusten Stand und melden Sie sich bei unserem Newsletter an.