Innovativ und lustvoll zusammenarbeiten - Erfolg mit Nachhaltigkeit

Die Zukunft der Erde liegt in unseren Händen. Nachhaltiges Wirtschaften hat oberste Priorität. Die Zukunft der Erde liegt in unseren Händen. Nachhaltiges Wirtschaften hat oberste Priorität.

Bereits zum siebten Mal fand in Winterthur das Swiss Green Economy Symposium (SGES) als Treffpunkt für nachhaltiges Wirtschaften statt. Dabei wollte der diesjährige Anlass eine möglichst innovative und lustvolle Zusammenarbeit der Stakeholder ausloten.

Ausgehend von der beängstigenden Situation, dass durch die menschlichen Aktivitäten und insbesondere durch den Wohlstand der westlichen Welt unsere Ressourcen verschleudert, Energie verschwendet, Materialien weggeworfen und die Umwelt belastet und damit unsere Lebensgrundlagen ernsthaft gefährdet werden, muss der Ruf nach einer grundlegenden Änderung unseres Verhaltens endlich lauter werden.

Schon am 29. Juli dieses Jahres war der Welterschöpfungstag, was bedeutet, dass alle zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen aufgebraucht sind, die der Planet im Jahresverlauf erneuern kann. Somit sind die Vorräte zur Sicherstellung unserer Existenz in der globalen Vorratskammer bereits nicht mehr vorhanden. Das heisst auch, dass wir deutlich über unsere Verhältnisse leben und sich dies rächen wird. Noch gravierender ist die Tatsache, dass der Ressourcenerschöpfungstag für die Schweiz bereits am 7. Mai war und damit gegenüber dem globalen Termin um fast drei Monate früher liegt. Unsere natürlichen Ressourcen verbrauchen wir also viel schneller als der globale Durchschnitt. Vor diesem Hintergrund ist es müssig, darüber zu debattieren, dass unser Einfluss auf das Ökosystem der Erde angeblich nur wenige Prozente ausmachen soll. Es wäre angezeigt, alles zu unternehmen, dass wir uns wenigstens zum globalen Mittel hin bewegen würden und so auch weniger darauf angewiesen wären, Ressourcen anderer Länder zu nutzen.

Über 500 Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft setzten sich mit vormittäglichen Vorträgen und nachmittäglichen Workshops, sog. Innovationsforen, auseinander. Als die Plattform, die sich für den Austausch von Erkenntnissen und Erfahrungen sowie für Diskussionen und die Knüpfung von Kontakten eignet, strebt das Symposium diese Zusammenarbeit an.Ziel muss es sein, eine Kreislaufwirtschaft zu installieren, das Artensterben zu bekämpfen, die Biodiversität zu fördern, den Energieverbrauch zu senken und erneuerbar zu bewerkstelligen, die Umweltbelastung in der Nahrungsmittelproduktion zu minimieren, Gewässer und Wälder zu schützen, die Mobilität umweltverträglich abzuwickeln, und, und, und….

Vieles ist zu tun, die UN-Nachhaltigkeitsziele zeigen die Richtung vor. Speziell das Ziel 17 „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“ ruft dazu auf, Umsetzungsmittel zu stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben zu erfüllen. Damit hat sich die Mehrzahl der Referate ernsthaft auseinandergesetzt. Etwas fremd erschien in diesem Zusammenhang allerdings ein Beitrag über die bevorstehende und angeblich unbegrenzte Verfügbarkeit der künftigen Segnungen der Digitalisierung. Sicher werden rechnergestützte Systeme, Roboter, Drohnen und dgl. mehr viele Arbeitserleichterungen bringen, aber auch sie müssen umweltverträglich und ganz besonders im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung eingesetzt werden. Der Nutzen für Einige wird erfahrungsgemäss zum Schaden Anderer werden. Eine Heilswelt wird dadurch nicht kreiert. 

Völlig fremd und unpassend waren zwei Referate, die einerseits das schweizer Mineralwasser eines Weltkonzern als das Beste anpries, nur weil seine Flasche –endlich- vollständig aus rezirkuliertem PET besteht. Andererseits bemühte sich die Tabakindustrie, sich aufgrund ihrer Massnahmen zur Energieeinsparung reinzuwaschen. Greenwashing hat ob der Ernsthaftigkeit der Thematik an einer derartigen Tagung definitiv nichts verloren.

Möglichkeiten zur Vertiefung einzelner Themen boten insgesamt dreizehn Innovationsforen. Leider fand nach deren Abschluss keine zusammenfassende Würdigung statt, die allen Teilnehmenden auch einen Einblick in die Erkenntnisse der (zu?) vielen einzelnen Workshops erlaubt hätte. Überdies stellt sich die Frage, ob dem Anspruch der Innovationsförderung jeweils gerecht werden konnte. Im Fall der „Kunststoffe nachhaltig einsetzen: Probleme und Lösungen“, an der wir teilnahmen, trifft dies sicher nicht zu.

Ernüchtert gilt es festzuhalten, dass offensichtlich das verflossene Jahrzehnt jenes der Stagnation war. Noch immer werden viele Dinge unnötigerweise in Plastik verpackt (zB. Bio-Obst und –Gemüse, Zeitschriften im Postversand uvam.) und Gebinde verwendet, die aufwendiger und energieintensiver sind als deren Inhalt (zB. Kaffeekapseln).

Offenbar ist es immer noch nicht möglich, eine umfassende Separatsammlung für Plastik zu organisieren, obwohl dies die Bevölkerung wünscht und ihr die zusätzliche Arbeit auch zugemutet werden darf (zB. zusätzlich zu PET- und Milchflaschen auch Styropor und Restplastik). Angeblich soll seit Jahren die Lobby der Kehrichtverbrennungsanlagen dies erfolgreich verhindern.

Trotzdem: Nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch solche Mängel aufzuzeigen und bewusst zu machen, zu Diskussionen darüber anzuregen, Kontakte zu ermöglichen und zur Zusammenarbeit für eine zukunftsfähige Entwicklung aufzurufen, das sind Ansprüche, denen das Symposium gerecht wird und auch künftig als Treffpunkt seine Existenzberechtigung hat.

 

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