Ziele sind gut, Schritte noch besser

Gemeinsam können wir die Nachhaltigkeitsziele erreichen. Der laufende Gipfel in New York wird zeigen, welche Richtung die Politik einschlägt. Gemeinsam können wir die Nachhaltigkeitsziele erreichen. Der laufende Gipfel in New York wird zeigen, welche Richtung die Politik einschlägt.

Nur noch elf Jahre bis zum Jahr 2030: Sind wir auf dem richtigen Weg, um die Ziele der Agenda 2030 zu erfüllen?

Während zwei Tagen findet soeben die 74. Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York statt. Am 24. und 25. September treffen sich Staats- und Regierungschefs aus der ganzen Welt. Wesentlicher Bestandteil der Generalversammlung ist der erste UN-Gipfel zur Agenda 2030. Die Klimafrage steht also im Fokus der Aufmerksamkeit. Ziel ist es, die Fortschritte in der Umsetzung der siebzehn Nachhaltigkeitsziele, wie sie im September 2015 verabschiedet wurden, zu überprüfen.

“New relationship between people and nature is needed as climate change and biodiversity loss threaten progress”
UN-Presseerklärung vom 11. September 2019

UN Nachhaltigkeitsbericht vom 11. September

Vorgängig des Treffens wurde diesen Monat ein Bericht der UN publiziert, der die Fortschritte in der Umsetzung der Agenda 2030 beurteilt. Im Jahr 2015 wurden die siebzehn Nachhaltigkeitsziele beschlossen. Was konnten wir vier Jahre später bereits erreichen? Diese Frage stellt der Bericht mit dem Titel „The Future is Now: Science for Achieving Sustainable Development“. Der Report sieht Gefahren in der sich verbreiternden Schere der sozialen Ungleichheit. Auch die augenscheinlichen Schäden und Verluste in unserer natürlichen Umwelt werden als besorgniserregend eingestuft. Die Wissenschaftler zeigen mit ihrem Bericht auf, dass die Lösung der Klimakrise noch immer möglich ist. Dazu müssen allerdings drastische Massnahmen, Aktionen, Anreize und eine Veränderung in der Entwicklungspolitik angegangen werden. Eine wichtige Rolle nimmt die Wissenschaft ein. Technologien und Wissen müssen demnach für alle besser zugänglich gemacht werden. Für das Klimaproblem gibt es keine Einheitslösung. Deshalb braucht die Veränderung Zeit und politisches Engagement. Es gibt also noch viel zu tun.

Ziele des Gipfels

Auf dem Programm des zweitägigen Sustainable Development Goals Summit stehen drei Elemente. In sechs Themenbereichen sollen sogenannte Leaders Dialogs stattfinden. Die Staaten beschäftigen sich vertieft mit Sachfragen betreffend der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele. Ein weiteres Element ist die Gipfelerklärung, die bereits im Juni verfasst wurde und jetzt noch abgesegnet werden muss. In einem nächsten Schritt sollen die Staaten Bericht erstatten. Acceleration Actions werden einander gegenseitig vorgestellt. Damit gemeint sind freiwillige Nachhaltigkeits-Initiativen zur Beschleunigung des Wandels.
Um dabei den Fokus auf konstruktiven Lösungen zu behalten, hat der UN-Generalsekretär António Guterres eine Eigenheit für den laufenden Klimagipfel festgelegt: Als Redner waren nur jene Staats- beziehungsweise Regierungschefs zugelassen, die neue Zusagen machen, Verpflichtungen eingehen oder Aktionspläne vorstellen. Infolge dieser Regelung konnten Staaten wie die USA, Australien, Saudi-Arabien oder Brasilien, von denen diesbezüglich keine nutzbringenden Beiträge zu erwarten waren, gar nicht erst zu Wort kommen.

Erfolge

Erste Ergebnisse zeigen, dass die weltweiten Klimaproteste und auch die eindrückliche Rede von Greta ihre Wirkung erzielen. Länder, Städte, Regionen, Unternehmen, Investoren – sie alle stellen ihre langfristigen Nachhaltigkeitsstrategien vor, um bis spätestens 2050 klimaneutral zu werden. 56 Länder kündigten eine Erweiterung ihrer Klimaziele an. Auch die finanzielle Unterstützung des Klimaschutzes ist ausgedehnt worden. Es sind ausserdem Zeichen zu erkennen, dass sich die Wirtschaft den Forderungen anpasst.

Aber…

Nun stellt sich die Frage, wie viel Substanz hinter diesen Versprechen steckt. Ist das alles nur Fassade oder ist eine grundlegende Veränderung im Gange? Die siebzehn Nachhaltigkeitsziele waren ein guter Anfang. Doch selbst wenn die Ziele vollständig umgesetzt werden können, würde sich die Erde um etwa 3° erhitzen. Dies hätte katastrophale Entwicklungen zur Folge. Das heisst, die Ambitionen müssen höher gesteckt werden. Das Prinzip des Klimaschutzes basiert bislang zu sehr auf Laune, Freiwilligkeit und gutem Willen. Sanktionen und Konsequenzen muss niemand befürchten, auch nicht jene, die nicht nach den Leitlinien der Agenda 2030 oder des Pariser Abkommens handeln. Ohne striktere Massnahmen sind ein globales grünes Handeln und die Beschränkung der Erderwärmung auf 2° Celsius jedoch nicht möglich.


Quellen und weitere Informationen
sustainabledevelopment.un.org: GSDR press release 11. september
2030agenda.de: SDG summit New York
BMU Pressemitteilung: Klimagipfel bringt neuen Schwung für den internationalen Klimaschutz

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