Wer schafft es 2012 in die „Hall of Shame“?

Sechs Firmen aus der ganzen Welt sind nominiert. Auch am diesjährigen WEF in Davos verleihen Globalisierungs-Kritiker den Public Eye Award. Dieser wird an das skrupelloseste Unternehmen des Jahres verliehen. Der Agrarkonzern Syngenta vertritt die Schweiz. 

Über diese Auszeichnung freut sich wohl kein Unternehmen: Den Public Eye Award. Er wird am 27. Januar 2012 von der Erklärung von Bern (EvB) und Greenpeace verliehen. Zu den Nominierten gehören Tepco, die Betreiberin der AKW in Fukushima, die britische Grossbank Barclays, der Minenkonzern Freereport, Vale, der Hightech-Konzern Samsung und der Agrarkonzern Syngenta. 

Tepco ist der grösste japanische Energiekonzern. Aus Kostengründen hat er die bauliche Sicherheit seiner Atomkraftwerke stark vernachlässigt. Im März 2011 ereignete sich die Nuklearkatastrophe in ihren Kraftwerken. Menschen, Land und Meer wurden radioaktiv kontaminiert. 

Die britische Grossbank Barclays hat auf kosten der Ärmsten Spekulationen betrieben. Die Bank ist der schnellstwachsende Nahrungsmittelspekulant der Welt. 2010 wurden im zweiten Halbjahr mehr als 44 Millionen Menschen durch steigende Nahrungsmittelpreise in die Armut gedrängt.
Freereport ist ein US-Minenkonzern aus Arizona. Täglich fallen in der Mine 230'000 Tonnen mit Schwermetall verseuchter Morast an. Dieser überdeckt grosse Teile der Umwelt – auch ein Naturerbe ist bedroht. In einem Streik  wurden 2011zwei Demonstranten von Polizisten erschossen, Gewerkschaften erhielten Morddrohungen. Die Schweiz ist ihr fünft grösster Handelsplatz.

Vale, der zweitgrösste Konzern Brasiliens, hat in ihrer Geschichte schon zahllose Menschenrechtsverstösse, unmenschliche Arbeitsbedingungen und rücksichtslose Naturausbeutungen zu verbuchen. Momentan beteiligt sich der Konzern am Bau des Belo-Monte-Staudamms im Amazonas. 40'000 Menschen müssen umgesiedelt wer-den. Sie haben weder ein Mitspracherecht, noch erhalten sie eine Entschädigung. 

Samsung ist Südkoreas reichster Mischkonzern und setzt in seinen Fabriken auch hochgiftige, zum Teil verbotene Stoffe ein. Dabei werden die Arbeiter weder infor-miert, noch geschützt. Viele Menschen sind erkrankt oder gestorben. Die Geschichte der „Samsung-Republik“, wie viele Bürger den Konzern nennen, ist gezeichnet durch Umweltverschmutzung, Gewerkschaftsunterdrückung, Bestechung und Steuerflucht. 


Der Agrarkonzern Syngenta, mit Haupsitz in der Schweiz, ist der weltgrösste Agrochemie-Produzent. Er vertreibt zahlreiche hochgiftige Produkte, die Mensch und Umwelt schädigen. Viele Bauern sind beim Einsatz der Produkte bereits gestorben oder trugen schwere Vergiftungen davon. Das Syngenta-Pestizid Atrazin hat 90% des Wassers im Mittleren Westen der USA verseucht. Gegner versucht man, mundtot zu kaufen. 

Auf der Internetseite von Greenpeace kann über die skrupellosesten Unternehmen des letzten Jahres abgestimmt werden. Damit stellt man die Skandale dieser Konzerne ins Scheinwerferlicht und verhilft Betroffenen und NGO-Kampagnen zu mehr Gehör. 

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